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Mann in Moschee

Islam: Was bewirken diese Maßnahmen?

Der politische Islam ist der Regierung schon lange ein Dorn im Auge. Mit ersten Schließungen von Moscheen und der geplanten Ausweisung von Imamen ergreift sie nun erste Maßnahmen. Welche Konsequenzen sind nun zu erwarten? Wie kann man zu Deradikalisierung beitragen? Was bewirken diese Maßnahmen?

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Forum

robschi1, 20.06. 17:38

Wenn das Großteils Österreicher sind, die hier posten, muss man Angst vor seinen eigenen Landleuten haben.

Antworten

wald4, 20.06. 18:02

Vielleicht fehlt dir nur Wissen über andere Kulturen, Religionen, Völker über andere Menschen halt, fürchte dich nicht robschi.

Alle acht "geschlossenen" Moscheen in Österreich

inventor, 20.06. 16:04

sind derzeit offen.

Welche Konsequenzen sind das???

Antworten

wald4, 20.06. 16:12

Aus welchem Grund hätte man sie schließen sollen, habe ich etwas versäumt?

robschi1, 20.06. 17:37

Sie hätten erst gar nicht eröffnet werden dürfen.

wald4, 20.06. 17:47

Bei uns herscht aber schon noch Religionsfreiheit Robschi.

Unsere Regierung hat erst erste Maßnahmen ergriffen.

facteur, 19.06. 13:45

Es dürften wohl noch weitere folgen.

Antworten

diefackel, 19.06. 13:48

>facteur

Das ist richtig, so ist z.B. schon die Wiedereröffnung einer soeben gesperrten Moschee erfolgt.

grenzenlosgänger, 19.06. 14:58

Nachdem alle politischen Symbole und bedenklichen Zeichen entfernt wurden“, so eine Sprecherin. Der Besuch fand gemeinsam mit dem Präsidenten der IGGÖ, Ibrahim Olgun, statt.
Es ging also nicht nur um formalistische Probleme.
Das ist jetzt wohl klargestellt.

diefackel, 19.06. 15:02

>grenzenlosgänger

Ich bin sicher, dass zur Wiedereröffnung der anderen Moscheen ähnlich argumentiert werden wird. Schließlich kann man nicht zugeben, dass es sich bloß um ein populistisches Scheingefecht gehandelt hat. Oder gibt es wirklich einen Vollsinnigen, der glaubt, dass ein echtes Zentrum des Islamismus durch das "Abhängen bedenklicher Zeichen" befriedet werden kann? Schwer vorstellbar.

inventor, 19.06. 15:05

Im Vernadern ist die Regierung Spitze!

grenzenlosgänger, 19.06. 15:11

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, der zuvor die Ausweisung von bis zu 40 Imamen sowie die Auflösung der Moschee der Grauen Wölfe und der Arabischen Kulturgemeinde angekündigt hat, erhält Drohungen in sozialen Netzwerken. Das berichtet am Montag die Zeitung „Österreich“ unter Berufung auf das Bundeskanzleramt.

Die Zeitung schreibt, in den sozialen Netzwerken, unter anderem auf Facebook, hätten einige User Kurz Mord angedroht.

diefackel, 19.06. 15:12

>grenzenlosgänger

Und was willst du damit aussagen?

grenzenlosgänger, 19.06. 15:17

denk nach - diefackel - denk nach - und du wirst selbst draufkommen.

inventor, 19.06. 15:19

Der größte Lump im Land
ist der Gerüchtefabrikant.

diefackel, 19.06. 15:29

>logopezi

Das war unnötig, da mir diese Information längst bekannt war. Ein Zusammenhang zum Thread fehlt noch immer.

reservebuddha, 19.06. 21:57

Das ändert ja auch alles, dass ein paar Idioten Kurz mit was auch immer drohen. Das macht allen seine Pfusch quasi ungeschehen.

wald4, 20.06. 15:50

Der Herr BK muss auch noch viel lernen, um es positiv zu formulieren, hoffentlich macht er das auch.
Den nur um an der Macht zu bleiben gegen Ausländer und den Islam zu wettern wird nicht reichen, hoffentlich!

Eigenverantwortung

martell, 19.06. 10:39

Der simple Punkt ist doch, dass man bisher auf den Punkt Eigenverantwortung immer viel wert gelegt hat.

Die Frage ist auch in dieser Debatte ob wir grundsätzlich von mündigen Menschen ausgehen denen man Eigenverantwortung zugestehen kann oder eben nicht?

Eine Ideologie zu verbreiten, sich zu einer Ideologie bekennen, die in zentralen Wertefragen völlig diametral gegensätzliche Ansichten zum europäischen Menschenbild hat....

Das so etwas natürlich Kritik erzeugt, in einer euroäischen Demokratie ja direkt erzeugen muss. Das darf ja wohl wirklich nicht verwundern?!

Wir würden ja alle demokratischen Werte aufgeben die wir in Europa je gehabt haben, wenn hier nicht an die Eigenverantwortung von Menschen appellieren würden, über die Bereitschaft nachzudenken bestimmte bisher praktizierte Denkweisen zu hinterfragen.

Antworten

panagoulis, 19.06. 10:44

Stimmt!
Nationalistische, alltags- und kulturrassistische
Mia san mia-Mentalität wird uns nicht weiterbringen in der Entwicklung unserer Kultur!

Also weitergehen auf dem Weg der Demokratie, des Wertepluralismus und der Menschenrechte ist angesagt
(im Moment sieht es da ja NICHT so besonders gut aus
- bei dieser "Regierung", die wir jetzt haben....)

martell, 19.06. 10:45

Der Denkfehler vieler in unserer Gesellschaft und man sieht es ja auch hier im Forum...
... ist schlicht dass man sich erstens zu wenig mit anderen Kulturen, Religionen befasst. Damit verstehen viele gar nicht dass einfach massive Gegensätzlichkeiten bestehen die mittel und langfristig enormes Gefährdungspotential für die freie europäische Gesellschaft mitbringen.

Und weil viele nicht verstehen (aus welchen Gründen auch immer) wie eigentlich unsere Lage realistisch betrachtet ausschaut...

Tut man so, als seien grundsätzlich eh alle Religionen irgendwie das selbe. Nur das ist fachlich schlicht falsch. Das ist halt das Problem unserer Debatte.

Weil wir immer noch viele Menschen in der Gesellschaft haben, die sich mit Begeisterung und Herzblut auf die Seite von etwas stellen, dass sie nicht verstehen und nicht bereit sind den eigenen Standpunkt zu hinterfragen...

... was schlicht zu den Problemen beiträgt die wir haben, aber nicht zu Lösungen....

panagoulis, 19.06. 10:47

sehe ich genau umgekehrt, Du Karl Martell:

Gerade WER sich wirklich damit beschäftig,
wird merken, dass unsere selbsternannten "Patrioten und Kulturkämpfer" KEINERlei Ahnung haben von "Kultur"
- nicht einmal von ihrer eigenen!
:-(

diefackel, 19.06. 11:43

Wer "öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird", zu Hass z.B. gegen eine durch ihre Religion oder Abstammung definierte Gruppe von Personen "aufstachelt", ist laut § 283 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen. Wer die Tat "in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise begeht", wodurch diese Handlungen "einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden", ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

logopezi, 19.06. 14:02

@fackel
wie passt dieser §283 mit dem schwertvers im koran zusammen?

diefackel, 19.06. 14:16

>logopezi

Das habe ich bereits beantwortet, wie du ganz genau weißt: Würde man den Koran aufgrund dieser "Argumentation" verbieten, müsste man das auch z.B. bei der Bibel machen, in der "Gott" regelmäßig den Genozid an "Ungläubigen" befiehlt. Offensichtlich ist sie also nicht schlüssig, sonst wäre beides längst geschehen. Dir steht es aber jederzeit frei, selbst in dieser Richtung aktiv zu werden – bei der Staatsanwaltschaft.

logopezi, 19.06. 14:38

unterschied: in der Bibel "abrogiert" (um einen begriff aus der koran-Exegese zu verwenden) das gebot der nächsten- und Feindesliebe alle diese aussagen, während im koran der schwertvers alle im umgang mit "ungläubigen" milderen suren abrogiert! erkennst du den unterschied? (wahrscheinlich nicht...)

diefackel, 19.06. 14:49

>logopezi

Dieser "Unterschied" existiert nicht, weil es für beide Interpretationen konkrete Gegenbeispiele gibt. Aber, noch einmal: Dir steht es jederzeit frei, deine Argumente bei der Staatsanwaltschaft zu deponieren, um damit ein Verbot des Islam durchzusetzen – hier ist doch dein stupendes Wissen direkt verschwendet!

reservebuddha, 19.06. 14:50

Der Unterschied ist auch wurscht, @logopezi, denn spätestens wenn du mit derselben Argumentation versuchst, das Judentum zu verbieten, ist hoffentlich sogar dir klar, in welchem Fahrwasser du dich da grade befindest.

logopezi, 19.06. 15:05

@res
eine Notwendigkeit für solche Überlegungen ist beim Judentum in keiner weise gegeben, wenn man die anzahl der durch Juden oder christen aus religiösen gründen jährlich ermordeten mit den von Moslems aus religiösen gründen jährlich ermordeten vergleicht.
also selbst wenn man sagt, ok, das sind nur worte, das wird anders gelebt, so trifft das auf Judentum und Christentum zu, nicht jedoch auf den Islam.

diefackel, 19.06. 15:09

>logopezi

1. Wie viele Menschen werden in Österreich jährlich durch Muslime ermordet?
2. Seit wann existiert in unserem Rechtssystem eine Kollektivschuld?

logopezi, 19.06. 15:18

1. wer redet von Österreich? Prophylaxe anhand hunderter bsp aus dem beanchbarten Ausland ist die Devise! (und ad "in Österreich: du wirst es schon noch derwarten können!)
2. es hätte mit Kollektivschuld aber rein gar nichts zu tun, wenn das verbreiten einer lehre, aufgrund derer leute ermordet werden, verboten würde, auch wenn der, der sie verbreitet, persönlich keinen umbringt.

und das islamgesetz ist ein europäisches Unikum, ein Anachronismus, geschuldet dem dienst bosnischer Soldaten in der k&k-armee, ein zuckerl für diese soldaten. wo kämen wir hin, wenn jedes gesetz aus der Monarchie noch heute gelten würde?

diefackel, 19.06. 15:23

>logopezi

1. Ich rede von Österreich, weil es hier um den Islam in Österreich geht. Eine "Prophylaxe" in deinem Sinn gegenüber Menschen, die sich nicht das Geringste zu Schulden kommen haben lassen, kann es nicht geben.
2. Doch das wäre nicht nur "Kollektivschuld", sondern auch eindeutig menschenrechtswidrig.
3. Das Islamgesetz stammt aus dem Jahr 2015 und ist daher ganz sicher kein Relikt der Monarchie.

diefackel, 19.06. 15:32

>logopezi

1. und 2. Wenn sich Muslime etwas zuschulden kommen haben lassen, dann kann man sie auch klagen. Also klage sie. Aber das wirst du nicht machen.
3. Das Islamgesetz von 2015 ist eine völlige Neufassung des Verhältnisses von Islam und Staat, keine Novelle.

diefackel, 19.06. 15:56

>logopezi

Ich wüsste nicht, welche "Kurve" ich da kriegen müsste. Wenn Islamisten Menschen umbringen, sind sie dafür zu verfolgen und vor Gericht zu stellen. Das ist rechtsstaatliche Normalität, und dieser Islamismus ist im Übrigen in Österreich verboten.

gute Regierungsmaßnahmen,

andi0810, 19.06. 10:33

die hoffentlich zur Deradikalisierung und Integration beitragen werden.

Antworten

diefackel, 19.06. 08:41

Was in dieser Debatte völlig untergeht: Die Rechte der Muslime. Die kommen nur mehr als steter Gefahrenherd vor, werden pauschal des Extremismus verdächtigt und kaum noch versteckt aus dem Land gewünscht. Dass diese Menschen unsere Mitbürger sind, dass sie gleichberechtigt sind, dass ihr einziger "Fehler" vielfach nur darin besteht, eine andere Religion zu haben, geht unter. Das ist die Konsequenz einer kulturrassistische Agitation, die Muslime im Stil des Antisemitismus per se zum Bösen macht. Eine Agitation, die jetzt bis in die Spitzen der Regierung unterstützt wird. Im Gedenkjahr 2018.

Antworten

logopezi, 19.06. 08:49

deine 2.- 4. zeile: richtig. erstaunlich nur, dass das irgend wen wundert.
ob an dieser Sichtweise der Mehrheit nicht auch die Moslems selbst einen gehörigen Anteil haben?

diefackel, 19.06. 08:52

>logopezi

Welchen Anteil hat daran ein durchschnittlicher Muslim, der hier arbeitet, Steuern zahlt, niemanden belästigt? Genau null.

logopezi, 19.06. 08:59

mehr als ein drittel der in Deutschland lebenden Moslems zb sähen lt Umfragen die Scharia gerne als über dem weltlichen gesetz stehend. (ich glaub nicht, dass das in ö wsentlich anders ist.) ist das durchschnitt genug, um die Alarmglocken läuten zu lassen?

diefackel, 19.06. 09:01

"(ich glaub nicht, dass das in ö wsentlich anders ist.)"

"Muslime-Studie: Große Unterschiede bei Wertehaltungen
[...]
Eine Einführung der Scharia fände so gut wie keine Zustimmung."
derstandard.at/2000062508856/Muslime-Studie-Grosse-Unterschiede-bei-Wertehaltungen"

diefackel, 19.06. 09:03

"Die große Mehrheit der für die Studie befragten Muslime steht hinter den österreichischen Rechtsvorschriften. Ein Viertel der Flüchtlinge will islamische Rechtsvorschriften berücksichtigt sehen. Allerdings ist die Zahl der Befürworter der Scharia als Grundlage der Gesetze verschwindend gering: Selbst unter den deklarierten “sehr gläubigen” Muslimen macht diese in der Studie nur zwei Prozent aus."
http://www.vienna.at/muslime-in-oesterreich-wertehaltung-schwankt-laut-studie-je-nach-herkunft/5408609

diefackel, 19.06. 09:07

Um auf meine Frage zurückzukommen: Welchen Anteil hat also ein durchschnittlicher Muslim, der hier arbeitet, Steuern zahlt, niemanden belästigt, daran, dass er als Feindbild herausgestellt wird? Keinen. Er hat sich nichts, aber auch gar nichts zuschulden kommen lassen. Er hat ein Recht darauf, als gleichberechtigter Mitbürger behandelt zu werden. Seine Religion ist genauso wenig per se problematisch wie etwa der jüdische oder der christliche Glaube. Er hat an seinem, und NUR seinem Verhalten gemessen zu werden, und nicht daran, was irgendwelche Irre irgendwo anstellen.

pazifist1502, 19.06. 10:03

@diefackel: Wie immer völlig logische und vernünftige Postings zu dem Thema! Seien wir einmal ehrlich, wie viele Muslime fallen im Alltag in irgendeiner Weise unangenehm auf - wir treffen sie täglich in der Schule, am Arbeitsplatz, als Dienstleister ...
Die Musline sind in der Kriminalstatistik nicht auffällig; es gibt bestenfalls ein "Aha"-Erlebnis, wenn ein Handwerker eine Erfrischung ablehnt, "weil gerade Ramadan ist" oder der Gärtner sich 3 Minuten in eine stille Ecke zurückzieht, um zu beten. Ja, und manche Frauen tragen Kopftücher - das tut niemand weh, und wenn es am Arbeitsplatz unerwünscht ist, haben ohnehin nur diese Frauen die Folgen zu tragen und nicht die Nicht-Muslime ...

inventor, 19.06. 10:33

Österreichische Staatsbürger islamischen Glaubens haben die gleichen Rechte und Pflichten wie christlich getaufte oder Staatsbürger ohne rel. Bek.

Scheinbar zu wenig,

mozarttaler, 19.06. 07:47

wenn diese doch nur wenige Tage danach unter anderem Namen wieder aufsperren können.

Antworten

phoebe07, 19.06. 07:53

wenn ein Priester wegen schwerer Delikte seine Pfarre aufgeben muss wird deswegen auch nicht die Kirche gesperrt. Wenn ein anderer - politisch unverdächtiger - Imam die Moschee "übernimmt" was spricht dagegen?

mozarttaler, 19.06. 08:02

Und wiso muss dan ein Lokalbesitzer sein Lokal zusperren, wenn es angeblich zu laut war?

phoebe07, 19.06. 08:11

weil er eben der Lokalbesitzer bleibt - wie sieht das rechtlich bei einer Neuübernahme aus?

logopezi, 19.06. 08:51

es kommt darauf an, ob sich der Imam selbst etwas zus chuldne kommen hat lassen oder die betreiberorganisation: in ersterem falle reichts, wenn der Imam ausgetauscht wird, in zweiterem falle wird man nicht umhin kommen, der betreiberorganisation auf die zehen zu steigen, indem man sie auflöst - und damit ist gleichzeitig das "Vereinslokal" natürlich auch hinfällig.

diefackel, 19.06. 09:09

>logopezi

Bisher wurden nur simple Verwaltungsübertretungen bekannt, die sind ganz sicher keine Grundlage dafür, Moscheen auf Dauer zu sperren. Die einzige "Betreiberorganisation", die aufgelöst wurde, ist die arabische Gemeinde, und der Grund dafür war die zu GERINGE ANZAHL der Moscheen.

logopezi, 19.06. 12:07

@fackel
wie immer siehst du nur die pipifax-vorwürfe, die verwaltungsübertretungen. dass der arabischen gemeinde auch salafismus vorgeworfen wird, lässt du geflissentlich unter den tisch fallen,. ebenso wie den vorwurf, dass i der einen atip zuzurechnenden Moschee die türkischen rechtsextremen grauen wölfe ein und aus gingen. klar: entspricht ja auch nicht deiner Hypothese, dass die Regierung in der Sache die bösen sind.

Der springende Punkt

martell, 18.06. 20:45

ist, dass schön langsam gesellschaftspolitisch akzeptiert wird öffentlich wieder simple Wahrheiten anzusprechen.

Es wurde ja wirklich über die letzten Jahrzehnte hinweg politisch jede auf Fakten basierte Debatte unterbunden und desavouiert wo es nur möglich war...

Die Probleme die wir heute haben, haben wir ja nur deshalb, weil wir über Jahrzehnte eine Kultur errichtet haben, deren Kernbereich darin bestand und zum Teil bei vielen Menschen immer noch besteht.... die eigene Herkunft immer schlechter zu bewerten, immer negativer zu sehen als alles andere.

.... und so versuch mal Menschen zu "integrieren" deren religiöse kulturelle Herkunft der europäischen in zentralen Wertefragen völlig gegensätzlich gegenübersteht.

Kein Mensch der noch bei sinnen ist, "integriert" sich freiwillig in etwas, dessen Angehörige von sich selbst immer nur negativ sprechen und wie böse und grauslich man doch in der Geschichte so war... etc....

Antworten

martell, 18.06. 20:53

Sprich man kann den Menschen die bei uns immer islamistischer werden gar nicht böse sein.

Das sind Menschen die durchaus eine gewisse Spiritualität in sich verspüren... aber von vielen Österreichern und Europäern immer nur gehört haben wie böse Europa doch in der Welt so ist... und wir ja sowieso an allem was irgendwie schief läuft schuld sind....

Das macht es gerade für Islamisten nicht unbedingt leicht sich in so ein System zu "integrieren".... sprich die bleiben dann in dem was sie kennen... was aber für deren eigenes Leben völlig kontraproduktiv ist...

diefackel, 18.06. 20:54

>martell

Es ist sicher richtig, dass sich kein Mensch, der noch bei Sinnen ist, in eine rassistische Kultur integrieren würde, wie sie z.B. jene vertreten, die gegen Muslime hetzen. Glücklicherweise herrscht aber in Österreich Demokratie, in der jeder Bürger unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion gleiche Rechte hat. Und daran werden die Rassisten nichts ändern.

reservebuddha, 19.06. 00:26

Wenn man ständig unterschwellig schief angeschaut wird, oder gar nicht unterschwellig angefeindet, dann - ja, stimmt - hat man es wohl nicht mehr gar so eilig mit der Integration, weil man die, die einen anfeinden, ganz sicher nicht zufriedenstellen will.

reservebuddha, 19.06. 00:29

Und übrigens bin ich bestens integriert und habe überhaupt kein Problem mit meinen europäischen Mitmenschen, obwohl ich genau weiß, welche Verbrechen Europäer im Laufe der Geschichte begangen haben und immer noch begehen.

Wie kann man zu Deradikalisierung beitragen?

facteur, 18.06. 16:13

Diese Frage stellt sich der politische Islam schon lange.

Antworten

bergler, 18.06. 17:13

Manche Muslime werden gerne zur Ursprungsbrut zurück begleitet. Vom IS hat man öfters Filme gesehen von feierlichen Zermonien mit Köpfe abtrennen. Fanatische Dschihadisten haben sich dabei leidenschaftlich ergötzt, direkt konnten sie erleben wie die Opfer ins Paradies hinüber geschauckelt wurden. Übrigens hat es sowas bei anderen Sekten auch schon gegeben.

rebekka7, 18.06. 18:00

Versäumnisse, die bis in die 50er Jahre des vergangen Jahrhunderts zurück reichen, lassen sich in dieser Frage schwer korrigieren. Zu viel Porzellan wurde bereits zerschlagen.

panagoulis, 18.06. 18:30

Ich hoffe schon stark, dass Ihr alle DREI am Samstag auf dem "politisch-christlichen" Marsch für die Familie wart
- DA spielte es sich ja wieder ab,
300 Hansln, und die Redner einfach spitzen-fundamental,
von Immanuel Nagel bis Bischof Laun.....
:-)

weiterzocken, 18.06. 23:31

ganz einfache antwort

der politische islam hat in der politk nichts zu suchen und muss mit allen mitteln die der staat zur verfügung hat abgestellt werden

sei es nun das man moscheen schließt wo kinder mit gewehren "trainiert" werden oder die schließung von ausländisch finanzierten extremen islamvereinen

reservebuddha, 19.06. 00:30

Dasselbe über das politische Christentum gesagt - das leider offenbar wieder sein Antlitz erhebt, sozusagen als Trittbrettfahrer des Islamismus - und man kann fast schon zustimmen.

logopezi, 19.06. 06:49

@pana
wo du dich herumtreibst...

panagoulis, 19.06. 09:51

ich bin halt vielseitig interessiert, logo

- und die Querverbindungen von "politisch-fundamentalistisch-wehrhaftem Christentum"
und klarem deutschnationalen Rechtsextremismus finde ich besonders spannend....
*g*

Sichtweisen

wahrsager, 18.06. 15:03

Es gibt wohl verschiedenen Sichtweisen wie weit ein Staat Religionen sanktionieren soll.
Mir gefällt jedenfalls die Einmischung des Staates in Religionsangelegenheiten durch Verbote und Schließungen nicht.
Viel besser wäre es wenn der Staat die Menschen bei der Sinnsuche (=Religion) sogar stärker unterstützen würde.
Jedenfalls sollten wir religiösen Menschen uns nicht von fanatischen Atheisten gegeneinander ausspielen lassen.

Antworten

inventor, 18.06. 15:47

Fanatische Atheisten sind nur Hirngespinste von Religionsfanatikern.

diefackel, 18.06. 15:47

>wahrsager

Es würde eindeutig dem verfassungsrechtlichen Neutralitätsgebot des Staates widersprechen, wenn er "Menschen bei der Sinnsuche (=Religion) … stärker unterstützen würde", ganz abgesehen davon, dass ein solche Sinnsuche keineswegs auf Religionen beschränkt wäre. Sinnvoll wäre des hingegen, wenn künftigen Bürger in einem verpflichtenden Ethikunterricht einen Überblick über die diesbezüglichen Ansätze der europäischen Geistesgeschichte und ihren Bezug zu demokratischen Werten bekämen.

inventor, 18.06. 15:51

Das "verfassungsrechtliche Neutralitätsgebot des Staates" (@diefackel, 15:47) ist de facto eine Fiktion.

diefackel, 18.06. 15:59

Die "Grundrechte in Bezug auf Religionsausübung" umfassen u.a.:

• Prinzip der religiösen Neutralität: Die österreichische Rechtsordnung ist religiös neutral und identifiziert sich mit keiner bestimmten Kirche oder Religionsgesellschaft.
• Prinzip der Säkularität: Der österreichische Staat hat ausschließlich weltlich-irdische Aufgaben und Ziele.
• Prinzip der Parität: Für gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgesellschaften gilt der allgemeine Gleichheitssatz und somit ein Gleichbehandlungsgebot und Diskriminierungsverbot."
https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/82/Seite.820011.html

inventor, 18.06. 16:11

Für eine Entziehung der gesetzlichen Anerkennung einer Religionsgesellschaft/von Religionsgesellschaften ist dann der Gesetzgeber (plus Verfassungsgerichtshof) zuständig?

diefackel, 18.06. 17:20

>inventor

Die Entziehung der gesetzlichen Anerkennung einer Religionsgesellschaft ist fast unmöglich.

inventor, 18.06. 18:20

Behauptung.

diefackel, 18.06. 19:33

>inventor

Überprüfbare Tatsache.

clarissa, 18.06. 10:23

ich sehe , dass sowohl der Islam als auch die Katholisch eKirche sich ständig einmischen . Gut wir haben Rede- und Meinungsfreiheit, das passt schon. Die Frage ist aber, ob Glaubensgemeinschaften etwas predigen dürfen, was gesetzlich nicht gedeckt ist. Also gegen Homosexualität Stimmung machen, Geschlechtertrennung zu verlangen , Frauen zu verbieten gewisse Berufe auszuüben . Da besteht meiner Ansicht nach Handlungsbedarf. Die paar Moscheeschließungen sind nur Geplänkel.

Antworten

diefackel, 18.06. 10:31

>clarissa

Gegen Homosexualität machen auch Politiker Stimmung, etwa aus der FPÖ – das ist also kein Spezifikum von Religionen.

swann53, 18.06. 12:49

"Gegen Homosexualität machen auch Politiker Stimmung, etwa aus der FPÖ - das ist also kein Spezifikum von Religionen."

"Stimmung machen" im Sinne von gegen die Gleichstellung der Homeehe zu sein ist schon etwas anderes als das private Ausführen von homosexuellen Praktiken unter Strafe zu stellen.

bergler, 18.06. 12:51

auffällig ist, Muslime sind mehrheitlich in östliche Teile von Österrich her geflüchtet. Der Grund zum flüchten war vielseitig. In Islam Vereine haben sie sich in Moscheen wieder vereint und je mehr Zuwachs sie bekommen, um so radikaler wird ihre Religion.
Die Regierung und viele andere Leute wissen das, aber der Mut zu einem Rettungsversuch fehlt. Der Reihe nach werden zuerst die Medien gefügig gemacht, so wie es in der Türkei üblich ist. Erdogan ist ja selbst auch ein Islam Einpeitscher.

chromjuwel, 18.06. 13:38

@sw
Am Allerschlimmsten allerdings ist, Homosexualität
als "Krankheit" hinzustellen, wie es die FPÖ tut!

swann53, 18.06. 13:42

"Am Allerschlimmsten allerdings ist, Homosexualität
als "Krankheit" hinzustellen, wie es die FPÖ tut!"

WO tut sie das??
Und falls es so wäre, meinst du das wäre schlimmer als homosexuelle Praktiken strafrechtlich zu verfolgen, wie es in verschiedenen islamischen Ländern geschieht?

swann53, 18.06. 13:45

WO tut sie das?? Und komm mir jetzt nicht mit irgend einem Idioten, der irgendwo irgend etwas gepostet hat. Das wäre nicht DIE FPÖ

krähe77, 18.06. 13:56

das wäre dann ein einzelfal...

chromjuwel, 18.06. 14:25

@sw
"Und komm mir jetzt nicht mit irgend einem Idioten"
Doch!
"Wir brauchen in Österreich keine Förderung von Beziehungen nur aufgrund der Sexualität. Ich bin Katholik und Christ, auch die Kirche spricht von der Krankheit Homosexualität!" (HC Strache)

Die Österreichische Verfassung

sailorman43, 18.06. 09:54

sieht eindeutig eine Trennung von Kirche und Staat vor. Wenn es also Menschen in unserem Land gibt, denen das nicht passt, dann sollten sie ihren Lebensraum wo anders finden.
Ich halte es auch grundsätzlich für sehr problrmatisch, dass es Doppelstaasbürgerschaften gibt. Meiner Meinung nach kann man nur einem Land dienen und sich für ein Land bekennen.

Antworten

diefackel, 18.06. 09:59

>sailorman43

"Wenn es also Menschen in unserem Land gibt, denen das nicht passt, dann sollten sie ihren Lebensraum wo anders finden."
Das wären dann z.B. der derzeitige Vizekanzler Strache und ein Großteil der FPÖ, die ja mit dem Slogan "Abendland in Christenhand" geworben haben.

krähe77, 18.06. 10:00

in manchen kreisen ist die doppelstaatsbürgerschaft "part of the game"

Integration WER will das nicht ?

dernachbar, 17.06. 12:31

Mir sind viele Leute bekannt, die sich integrieren WOLLEN und sich auch integriert haben.
Leider gibt es auch viele Leute, die sich nicht in die Gemeinschaft einfügen WOLLEN und ihr eigenes Süppchen kochen wollen.
Diesen Personen soll man ganz klar sagen: Geht doch dorthin, wo es euch behagt. Und bei Kriminellen soll auch Zwang dahinterstehen.

Antworten

panagoulis, 17.06. 12:36

ist Herr Kickl "integriert"?
Immerhin hat er noch 2016 die ERÖFFNUNGSrede auf dem rechtsextremen "Kongress der Verteidiger Europas" gehalten..

Nebenbei, Du hättest ruhig eines weiter unten antworten können ,
satt einen NEUEN thread aufzumachen,
so wäre das auch leichter verständlich gewesen, worauf sich das bezieht...
(ist aber so oder SO - NED gerade das, was ernstzunehmen)

aber on top auf on top setzen, ist meist aus "Gründen der Publikumswirksamheit" die Masche "ganz Gewisser"....
:-(

rebekka7, 17.06. 13:36

Zwischen Integration und Assimilieren ist aber ein sehr großer Unterschied. Bei Letzterem ziehen mehrheitlich die neu Hinzugezogenen nicht mit, schon seit Langem. Da wurde sehr viel Zeit der Aufklärung in den vergangenen Jahrzehnten, nicht nur in den letzten Jahren, versäumt.

phoebe07, 17.06. 13:45

Warum sollten sich Zuwanderer assimilieren? Integration - ja, selbstverständlich. Assimilation - wer will schon einen Einheitsbrei?

markus56, 17.06. 19:52

Wenn jemand klar zeigt, dass er/sie bei uns so leben will, wie er/sie es aus ihrer Heimat gewohnt sind, dann ist ja wohl nicht einmal von Integration keine Rede.

phoebe07, 17.06. 20:30

Man kann teilweise heimatliche Gepflogenheiten (Kleidung, Essen usw) beibehalten und sich trotzdem integrieren; genau hier liegt eben der Unterschied zwischen erwünschter Integration und unnötiger Assimilation.

ballaststofffrei, 18.06. 07:08

Da frag ich mich aber schon, warum so viele Menschen, die zu uns gekommen sind, das System, welches daheim in die Katastrophe geführt hat, bei uns auch beibehalten wollen ( archaisch strenger Glaube und für die heutige Zeit
übertriebene Vermehrung).

phoebe07, 18.06. 07:45

ein Kipftuch hat mit "archaisch strengem Glauben" ungefähr so viel zu tun wie eine kirchliche Trauung von Menschen die seit der Firmung/Konfirmation keine kKirche mehr von innen gesehen haben. Und was eine "übertriebene Vermehrung" betrifft: die Geburtenrate der Österreicherinnen ist untertrieben - bis vor nicht allzu langer Zeit waren auch bei uns Mehrkindfamilien keine Ausnahme, nur die Schwierigkeiten Beruf und Kindererziehung unter einen Hut zu kriegen hat zur Kleinstfamilie geführt.

ballaststofffrei, 18.06. 08:03

Daß auch viele unserer streng religiösen noch immer von Vermehrung träumen, ist mir klar.

trigo, 18.06. 08:15

Die Integration ist ein schwammiger nicht klar definierter Begriff.
Wann jemand integriert ist, ist reine Ermessenssache.
Dass die Bereitschaft zur Integration nicht immer gegeben ist, ist auch klar. Aber Integration kann man schlecht einfordern.
Man darf aber schon fordern sich an die allgemeinen Regeln/Gesetze zu halten.
Ein Interagieren von Kulturen wäre längerfristig natürlich von Vorteil da eine Abgrenzung immer eine gewisse Gefahr in sich birgt.

diefackel, 18.06. 09:06

>ballaststofffrei

Die liberale Demokratie basiert auf indvidueller Freiheit, die nur durch die für ein friktionsfreies Zusammenleben notwendigen Regeln eingeschränkt werden darf. Das ist die Basis für Integration, und ganz sicher nicht irgendeine fiktive "Leitkultur", die über die Hintertür der Integration von Asylwerbern der gesamten Gesellschaft oktroyiert werden soll.

ballaststofffrei, 18.06. 09:22

> fackel: Ich habe zwar gar nichts von Leitkultur geschrieben, aber das was Du ausgeführt hast (Demokratie, individuelle Freiheit), IST offenbar Deine Leitkultur, ohne daß Du sie als solche benennen würdest und die Du auch mit einem gewissen religiösen Eifer (nichts dagegen einzuwenden) vertrittst. Man sollte sich nur bewußt sein, daß andere hier ganz andere Vorstellungen haben.

diefackel, 18.06. 09:34

>ballaststofffrei

Nein, das ist keineswegs "meine" Leitkultur. Das ist
1. Teil der Definition von "liberale Demokratie", und
2. Teil unserer Verfassung.

Du kannst natürlich andere Vorstellungen haben. Aber solange wir in einer liberalen Demokratie mit intaktem Rechtsstaat leben, habe diese von mir skizzierten demokratischen Grundwerte Vorrang.

ballaststofffrei, 18.06. 10:44

Ich habe gar keine andere Vorstellung. Dennoch ist mir bewusst, daß diese liberale Vorstellung von Demokratie mitsamt ihrem ideologischen Fundament nicht in Stein gemeißelt ist und daher als Leitkultur durchzusetzen ist. Andernfalls wird sie keinen Bestand haben.

ballaststofffrei, 18.06. 10:47

Die liberale Demokratie IST Deine Leitkultur.

diefackel, 18.06. 10:49

>ballaststofffrei

Nein, die liberale Demokratie ist definitiv nicht meine Leitkultur. Die liberale Demokratie ist vielmehr ein Instrument zur Organisation des Zusammenlebens von Menschen mit durchaus unterschiedlichen Ansichten. Sie ist nicht die Basis meines Wertekanons.

diefackel, 18.06. 10:51

"Dennoch ist mir bewusst, daß diese liberale Vorstellung von Demokratie mitsamt ihrem ideologischen Fundament nicht in Stein gemeißelt ist und daher als Leitkultur durchzusetzen ist."

Wenn das so wäre, dann wären illiberale Ansichten in einer liberalen Demokratie verboten. Da das nachweislich nicht so ist, ist diese Vorstellung objektiv falsch.

ballaststofffrei, 18.06. 11:04

fackel, es gibt auch andere Kulturen mit anderen Instrumenten der Organisation des Zusammenlebens. D.h. Demokratie IST Bestandteil unserer Kultur. Und natürlich auch Bestandteil unseres Wertekanons. Wir finden eben Demokratie besser als einen Gottesstaat. Ob sich die Demokratie durchsetzen wird, bleibt zu hoffen.

diefackel, 18.06. 11:11

>ballaststofffrei

Demokratie ist Bestandteil unserer Kultur, aber eben auch ein überkulturelles Instrument zur Organisation des Zusammenlebens von Menschen mit durchaus unterschiedlichen Ansichten. Die Aussage "Wir finden eben Demokratie besser als einen Gottesstaat" ist in der Form falsch – 1934 gab es z.B. in Österreich Ansätze für eine nationalistisch-religiöse Diktatur, ihr Urheber wird heute noch verehrt. Auch das ist Teil unserer Kultur.

ballaststofffrei, 18.06. 11:20

Ich rede von den heutigen Mehrheitsverhältnissen bei uns und nicht von 1934.
Und ein überkulturelles Instrument per se gibt es nicht, sondern ist selbstverständlich selbst wieder ein kulturelles Phänomen. Es sei denn, Du hebst die Demokratie auf ein quasi göttliches Niveau.

diefackel, 18.06. 11:28

"Und ein überkulturelles Instrument per se gibt es nicht …"
Selbstverständlich gibt es das, z.B. ist der globale Handel ein solche Instrument, oder das Internet, oder der Buchdruck usw. Nichts davon benötigt "ein quasi göttliches Niveau", um Kulturgrenzen zu überschreiten.

ballaststofffrei, 18.06. 13:20

Ich würde Demokratie nicht mit Buchdruck oder Internet in einen Topf werfen. Das eine ist eine Gesellschaftsform und das andere sind Techniken, die Kultur transportieren und verbreiten können.
Globaler Freihandel ist jedenfalls ein kulturelles Phänomen. Zugegebenermaßen eines, das die althergebrachten Kulturen überspannt. Aber dennoch mit Regeln, an die sich die Teilnehmer zu halten verpflichten, in der Annahme, daß alle davon einen Vorteil haben.
Mit der Demokratie ist es genauso. Kann althergebrachte Kulturen überpannen, ist aber selbst wieder ein kulturelles Phänomen. Und kann von anderen Kulturen auch abgelehnt und bekämpft werden.

ballaststofffrei, 18.06. 13:33

Anbei noch die Definition aus Wikipedia:

Kultur (von lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“) bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Der südafrikanische Medizinanthropologe Cecil Helman hat 1984 Kultur enger definiert, als ein System von Regeln und Gewohnheiten, die das Zusammenleben und Verhalten von Menschen leiten.[1]

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Wobei ich in unserer Diskussion sogar die zweite, viel engere Definition verwenden würde.

diefackel, 18.06. 14:17

>ballaststofffrei

Ich halte fest: Deine Behauptung, "ein überkulturelles Instrument per se gibt es nicht", ist in der Form eindeutig falsch. Richtig ist genau im Gegenteil, dass solche "überkulturellen Instrumente" in der Menschheitsgeschichte in wachsendem Ausmaß auftreten und an Bedeutung gewinnen. Dazu gehört eben auch die Demokratie.

ballaststofffrei, 18.06. 14:32

Das war ein Mißverständnis. Ich habe gemeint, daß ein überkulturelles Instrument wie die Demokratie selbst wieder eine Kultur darstellt und ohne diese Kultur aus sich heraus (per se) nicht existieren kann.

diefackel, 18.06. 14:35

>ballaststofffrei

Das ist im Ansatz sicher richtig, allerdings hat sie eben schon lange überkulturellen Charakter bekommen.

logopezi, 19.06. 08:56

@fackel
das Problem mit solchen allgemeingültigkeitsansprüchen ist, dass es vom weltbild abhängt, ob man sich diesen anschließt. mit andren worten: ein demokrat sieht natürlich die Demokratie als einen überkulturellen wert, ein Christ das Christentum, ein Moslem den Islam etc.
der ganzen welt Demokratie überstülpen zu wollen, obwohl dies bei vielen offensichtlich nicht zum weltbild passt, ist schon ein bissl totalitär und führt somit den demokratischen Anspruch ad absurdum, findest nicht?

Integration ist Grundvoraussetzung

dernachbar, 17.06. 11:50

Jeder Mensch hat seinen freien Willen.
Wenn jemand nach Österreich kommt und bleiben will, muss er sich auch integrieren. Anders geht es nicht, denn Parallellgesellschaften haben zuviel Konfliktpotential.

Wenn sich jemand nicht integrieren will und sich mit der Lebensweise des Landes nicht wohl fühlt, für den ist es besser, er geht dorthin zurück, wo er das findet, was er gewohnt ist.

Antworten

inventor, 17.06. 11:53

Parallelgesellschaften sind gefährlicher als Paralleluniversen.

panagoulis, 17.06. 12:00

das Wort "Integration" klingt ja so ganz besonders toll

"Integration, klar, WER will das nicht!"

- ABER:
wie definierst DU denn dieses Wort, "Nachbar"?

Solange es keinen klaren Integrationskatalog gibt, der wirklich für ALLE (also "In-und Ausänder", wie immer man das dann definiert) gilt,
ist das bloß Eierei!
Islamisten, militante Christisten, Burschenschafter, Identitäre, Reichsbürger, Linksextreme usw usf
Integriert oder nicht integriert???

Je nach eigener Position,
möchte man oft meinen.......

inventor, 18.06. 15:58

Ohne Integrierenkönnen kein Maturazeugnis!

Zur Deradikalisierung trage ich bei, indem

facteur, 16.06. 17:16

ich mich zurücknehme und mich nicht für wichtiger als die andern nehme.

Antworten

rebekka7, 16.06. 18:29

Das heißt aber noch lange nicht, alles gut zu heißen, und akzeptieren zu müssen. Das hat nichts mit Toleranz und geübter Demut oder Bescheidenheit zu tun.
So funktioniert das gedeihliche und friedlichen Zusammenleben miteinander auch nicht. Weder in der Familie noch in der Gesellschaft, noch in Zeiten der Vielfalt und Multikulti-Philosophie.
Dafür gab und gibt es mehr als genug bedauerlich viele Beispiele in der Geschichte der Menschheit, eben auch heute wiederum!

inventor, 16.06. 18:31

Was ist "Familie"?

rebekka7, 16.06. 18:43

Ja diese Frage stellt sich heutzutage zwar immer öfter, aber ich lasse mich von meiner Vorstellung und Hoffnung deswegen erst recht nicht davon abbringen!

inventor, 16.06. 19:13

Papst Franziskus äußerte: Familie = Mann + Frau;
ich aber sage euch: Familie = Eltern + Kind(er)!

alpensymphonie, 16.06. 21:50

Wahrlich, ich aber definiere: Family=Charles Manson+Friends :-)

alpensymphonie, 16.06. 22:00

Im Ernst,@Facteur: Ich bin bei dir (zum ersten Mal!). Etwas weniger Hysterie von allen Seiten tut gut. Ich habs als Schalk allerdings leichter: Bei mir ist eine Zurücknahme der Wichtigkeit kein so großer Schritt wie bei dir.