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Mutter mit Kindergartenkind auf dem Arm

Welche Hürden haben Eltern im Alltag?

Für alle Mütter und Väter ist es ein Thema, das ihren Alltag prägt: Wie lassen sich Familie und Arbeit vereinbaren? Von den Möglichkeiten und organisatorischen Fragen bis zu den Kosten stellen sich viele Fragen. Was sollte die Politik machen? Welche sind die größten Hürden für Eltern im Alltag?

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457 Beiträge

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Die größten Hürden sind die beruflichen und die finanziellen

justemilieu, 20.01. 22:19

und die Ahnungslosigkeit der Politiker.
Die eifern Schweden und zum Teil Frankreich (was die angeblich kurzen Karenzzeiten betrifft) nach.
Die Mütter sollen möglichst schnell in den Beruf, so wie in den beiden vorgenannten Ländern. Dass es bei uns keine künstliche staatliche Beschäftigung für Frauen wie Schweden (dort waren zeitweise bis zu 80 % der Frauen in diesem Bereich beschäftigt) und daher für Mütter auch kaum Arbeitsplätze gibt, ist den Politikern egal. Man will auch Frankreich kopieren mit den kurzen Karenzzeiten (in Wirklichkeit ist nur die bezahlte Karenzzeit beim 1. Kind kurz, die reale Auszeit aber im Schnitt 1,5 Jahre), aber bundesweit garantierte Gratiskinderbetreuung existiert genausowenig wie Familienbesteuerung. Man nimmt aus ideologischen Gründen nur das schlechteste aus allen System und wundert sich, warum eigentlich nichts funktioniert.

sehr richtig

vollgegeneu, 20.01. 20:01

https://m.kurier.at/leben/leibovici-muehlberger-ueber-tyrannenkinder-wir-leben-im-erziehungsnotstand/307.379.069

alpensymphonie, 20.01. 22:26

Erstens: Hast du Kinder? Zweitens: Was weißt du über Hürden für Eltern? Drittens: Was hat dein Artikel konkret mit dem Forumsthema zu tun?

Ferien reduzieren,

manager2000, 20.01. 07:44

denn es wird in allen Foren das Problem diskutiert, daß die Kinder in den Ferien keine Betreuung haben, also doch mal umgekehrt. Weniger Sommerferien = weniger Betreuungsaufwand = geringere Kosten für die Eltern = mehr Lernleistung (mindestens 10% bei Wegfall einer Ferienmonats) = erheblich bessere Ausbildung der Kinder und somit Jobgarantie für die Kinder nach der Schule durch Wissen/Leistung statt durch Gesetze.

Das ist kreativ, anstelle von immer neue Kosten generieren. Außerdem dürfen Lehrer dann bezahlungsadäquat arbeiten und werden nicht mehr überbezahlt, wie heute überall zu lesen ist - (das öst. Schulsystem ist eines der teuersten weltweit).

c3po, 20.01. 12:36

zitat
"Das ist kreativ"
....
Die Frage ist was ist Kreativ, wie entsteht Kreativität und ist Kreativität wichtig.
Weniger Ferien mehr Kreativität?

pazifist1502, 20.01. 13:49

Unglaublich, dass sich der in Österreich immer mehr verbreitete Neid auf "irgendwen" nun auch gegen die unbeschwerte Jugend und die Ferienzeiten der Kinder richtet!
Es ist doch völlig "jenseitig", die Beschränkung der Freizeit der Kinder zu fordern, weil dann deren Betreuung billiger wird und die Lehrer für ihr Gehalt mehr arbeiten!! Geht's eigentlich noch? Kann in Österreich inzwischen jede "Idee" verbreitet werden - bei allem Respekt vor der Meinungsfreiheit?

spacejam, 20.01. 16:24

@manager
"(das öst. Schulsystem ist eines der teuersten weltweit)."
Sie sollten nicht alles, was Sie lesen ohne hinterfragen glauben.
Dies stimmt nämlich so nicht!

spacejam, 20.01. 16:25

Also ich gönne meinen Kindern JEDE Ferienwoche von Herzen. Das Erwachsenwerden kommt früh genug, da soll man ihnen die Kindheit schon gönnen!

kerberos, 20.01. 16:30

Und es wurde schon hundertmal erklärt, dass das österreichische Schulsystem weit davon entfernt ist, besonders teuer zu sein, aber dass - im Gegensatz zu den anderen Ländern - Gebäudekosten in die Bildungskosten eingerechnet wurden, um den Leuten besser einreden zu können, dass man auf Kosten der Lehrer und Schüler weiter sparen könne.

alpensymphonie, 20.01. 17:46

@Kerberos: Hast du tatsächlich schon gefühlte hundertmal erklärt. Aber die Dummheit ist wie eine Hydra: Für einen abgeschlagenen Kopf wachsen drei nach.
In Bezug auf Ferien bin ich meinen Kindern jede Minute vergönnt, in der sie ihre Seele baumeln lassen können. Dabei heraus kommen nämlich selbst verfasste Theaterstückerl oder Akrobatikshows, zu denen von den Kindern am Wochenende dann auch sämtliche Nachbarn in den Garten eingeladen werden (daraus entstehen übrigens lustige Abende); Zeichnungen, Songs usw. Das Ausleben dieser Kreativität (die in Zeiten einer Zentralmatura und eines Modulsystems eh zu kurz kommt) ist für die Persönlichkeitsbildung enorm wichtig.

zuerst werden kinder in die welt gesetzt,

gregordergrosse, 17.01. 10:36

dann kommen die Eltern mit der Situation nicht zurecht, aus den unterschiedlichsten gründen,
dann werden die Kinder in heime abgeschoben,
zum schluss wird dem Staat vorgeworfen, wie schikanös er sich verhält und wie böse er ist!
bitte wir krank ist das?

inventor, 17.01. 10:40

Eltern, welche "mit der Situation nicht zurecht" kommen,
gehen dann auseinander, bitte, wie ist denn dann das krank?

alpensymphonie, 17.01. 13:59

Ja, und wenn sie dann noch die Grippe bekommen, wie krank ist denn das?

abstauber, 19.01. 21:37

wenn einer in der katholischen kirche hohe bedeutung erlangt und auch noch seelig gesprochen wird, ist vorsicht geboten.

bimbim, 19.01. 22:17

@Gregor
richtig! es obliegt nicht dem staat eine vernünftige familienpolitik (betreungsangebote, finanzielle unterstützung, entsprechende arbeitnehmerrechte - karanzzeiten, ect.) zu betreiben um anreize zur familiengründung zu schaffen. schließlich ist eine vernünftige geburtenrate zur aufrechterhaltung einer ausgewogene demographie auch nicht im interesse des staates (finanzierung des pensionssystems, aufrechterhaltung der gesellschaftlichen strukturen). somit sollen die eltern gefälligst selber schauen wie sie zurecht kommen. die skandinavischen staaten zeigen ganz deutlich zu welchen missständen eine vernünftige familienpolitik führt!
sie haben es begriffen! gratulation!

justemilieu, 20.01. 08:02

@bimbim Diei skandinavischen Staaten, obwohl man hier auch nicht verallgemeinern darf (Finnland hat zum Beispiel ein Kinderbetreuungsgeld auf kommunaler Ebene und trotzdem eine höhere Frauenerwerbsquote bei den Frauen mit Kindern im Alter von 6-14 Jahren als Schweden) sind nicht ein Vorbild für Österreich. Der "Erfolg" des skandinavischen Modells liegt nicht darin, dass es so gut ist, sondern weil die Frauen dort überwiegend im staatlichen Bereich (zeitweise bis zu 80 %) beschäftigt sind und es ausserdem ein großzügiges Sozialsystem gibt. Trotzdem sind dort fast ein Viertel der Frauen (24 %) mit Kindern ohne Beschäftigung (Oecd Database 2005 ist leider nicht mehr online). Die hohe Frauenbeschäftigungsquote in Schweden beruht auch zum Teil auf statistischen Tricks zb. werden Frauen in der Karenz als berufstätig geführt und ist auch das höhere Frauenpensionsalter zurückzuführen. Man braucht nur die Frauenerwerbsquote in den einzelnen Altersgruppen vergleichen (Oecd Database) und man sieht, dass Schweden und Österreich ziemlich ähnliche Frauenerwerbsquoten hat, wobei sogar Österreich zeitweise vorne liegt, erst bei den älteren Jahrgängen hat Schweden eindeutig die Nase vorne, weil die schwedischen Frauen im Schnitt rund 7 Jahre später in Pension gehen. Die Gleichheit von Mann und Frau ist auch nur ein Trugbild. Auch die Frauen übernehmen dort den Hauptteil der Erziehungsarbeit und viele müssen daher Teilzeit arbeiten.
Die Karenzen die Männer übernehmen, sind wie in Österreich meist nur auf kurze Zeit beschränkt. Frauen sind in einigen wenigen typischen Frauenberufen, die auch schlecht bezahlt sind, tätig. https://www.emma.de/artikel/schweden-das-modell-schweden-263655 Wobei jetzt auch in den letzten Jahren die Fruchtbarkeitsrate leicht gefallen ist und diese auch jetzt nur durch eine höhere Fruchtbarkeitsrate durch Migranten gestützt wird.

Die größte Hürde sind die Politiker und ihre Ideologien

justemilieu, 16.01. 20:23

Links kennt nur was die Familienpolitik kennt die Alleinerzieherinnen und das schwedische Modell. Rechts hängt dem traditionellen Familienbild mit vielen Kindern an.
Nur den Bezug zur Realität haben alle verloren.
Wir leben nicht mehr in den 70iger Jahren wo die Frau zu Hause bleiben will, schon aus dem Grund, weil ein Verdiener keine Familie ernähren kann. Wir haben aber auch nicht mehr die Arbeitswelt dieser Zeit. Die Anforderungen der Arbeitswelt sind höher geworden und Arbeitsplätze sind rar geworden. Zumindest für die vollwertigen Arbeitsplätze werden nur mehr die Leute genommen, die hundertprozentig dem Arbeitgeber zur Verfügung stehen.
Die Politik, die vor allem von den sogenannten progressiven Kräften betrieben wird, die seltsamerweise bei der Familienpolitik mit neoliberalen Argumenten agiert. Geldleistungen sollen (entgegen allen ihren üblichen Ansichten) möglichst gestrichen werden, weil dies die Berufstätigkeit der Frauen verhindern würde. Beim Arbeitslosengeld und bei den übrigen Sozialleistungen bekämpfen dieselben Leute diese Argumente vehement. Wichtig ist nur die Statistik: Die Frauenbeschäftigungsquote soll möglichst hoch sein und man schielt nach Schweden. Die "Experten" haben aber gar nicht realisiert, dass die dortige hohe Frauenerwerbsquote auf statistischen Tricks (Karenzgeldbezieherinnen gelten als berufstätig) und dem höheren Pensionsalter beruht. Man schielt nicht nur nach Schweden sondern auch Frankreich in Bezug auf die kurze Karenzzeit. In Wirklichkeit ist nur die kurze Bezugsdauer des Karenzgeldes beim 1. Kind ein halbes Jahr, die Karenz dauert dann aber durchschnittlich 1,5 Jahre und beim zweiten Kind ist sie noch länger. Man vergisst immer auch, dass in den anderen das Arbeitsrecht wesentlich stärker ist. In Österreich kann jede Frau nach der einmonatigen Behaltefrist auf die Straße gesetzt werden und dies wird auch in 20-25 % der Fälle so praktiziert. Man verlangt von den Familien allen Ernstes mit möglichst wenig sozialen Unterstützungen und ohne steuerliche Erleichterungen, auszukommen und erwartet von ihnen dass, wenn sie logischerweise nicht dieselbe Berufstätigkeit ausüben können, dass sie in der Pension Einschnitte akzeptieren. Und dann wundern sich die Politiker warum sich sowenige Bürger für Kinder entscheiden.

inventor, 16.01. 22:48

Und die Politikerinnen gehören zu den größten Hürdinnen.

justemilieu, 16.01. 23:06

@inventor Da hast du vielleicht Recht, weil Frauenpolitiker wie Heinisch-Hpsek predigen den Frauen das, was sie selbst nie selbst praktiziert haben.

inventor, 17.01. 09:38

Ita est.

aschenputtel, 16.01. 19:33

Ich frage mich manchmal ob die Kommunikation zwischen den Generationen wirklich so schlecht ist....
Früher war nicht alles besser, sondern anders. Unsere Kinder finden jedenfalls eine andere Welt vor als wir, als wir Kinder waren. Als ich in der Volksschule war, war es selbstverständlich, dass die Kinder einen Schlüssel um den Hals gehängt bekamen und dann hieß es: geh spielen und komm Heim wenn die Kirchenglocke läutet, ab in den Park. Da war natürlich keine Aufsichtsperson dabei. Das geht heute in Wien nicht mehr so easy. Dafür sind die Pädagogen besser ausgebildet, und anstelle von kinderaufbewahrung bekommt man jetzt Bildung und Zuwendung schon für die Kleinsten. Kindergarten damals und kindergarten heute zu vergleichen ist daher auch garnicht sinnvoll.

inventor, 16.01. 22:52

Trug nie einen Schlüssel um den Hals, noch sah ich hierzulande von 1945 bis nach 1965 Kinder Schlüssel um den Hals tragen.

aschenputtel, 17.01. 00:04

1965 war ich noch nicht auf dieser Welt und habe insofern keine Vergleichsmöglichkeit. Ich sag's ja. Generationendings halt offenbar.

inventor, 17.01. 10:27

Auch nach 1965 sah ich keine Schlüsselkinder.

rasputina, 19.01. 22:37

Inventor - sie waren wohl überall - was? Der Nurmi vom Dienst! Natürlich haben wir den Kindern Schlüssel mitgegeben, damit sie in die Wohnung können. Meine Kinder sind von der 1.Klasse weg alleine in die Schule - für die Schule und Nachmittagsbetreuung habe ich bezahlt wie ein Direktor, detto für den Privatganztageskindergarten - Kosten 4000 S pro Monat so 1988, 1989. Öffentliche Kindergärten hatten bis 16.30 Uhr offen, private Kigä bis 19.00 Uhr - tja - wir mussten jeden Furz bezahlen - Schulbücher - Dank an Kreisky - wurden zur Verfügung gestellt. Trotzdem mussten noch viele extra gekauft werden. Ja, so leicht hatten wir es in den 70iger, 80iger und 90iger Jahren.

maxheadroom, 20.01. 07:30

@inventor, der Begriff "Schlüsselkinder" ist also nur eine Wortfindung ohne Realitätsbezug. Eigenartig, wie dieser Begriff überhaupt entstehen konnte.

eigentlich keine ................

gregordergrosse, 16.01. 19:19

alpensymphonie, 16.01. 20:16

Hast du Kinder?

alpensymphonie, 16.01. 21:07

Obwohl: Ich weiß eh, dass du keine Kinder hast und infolgedessen auch keine Ahnung, wovon du hier sprichst.

gregordergrosse, 17.01. 07:46

ich wollte aber auch nie Kinder haben, ............ freiwillig! trotzdem bemerke ich täglich, dass die meisten Eltern unfähig sind, Kinder zu erziehen, es liegt ergo immer an den Eltern selber, ........ das wird man ja hoffentlich noch sagen dürfen!

alpensymphonie, 17.01. 09:43

Die meisten? Täglich? Unfähig?

Ich vermute, dass deine Kompetenz diesbezüglich darin besteht, dass du jemanden kennst, der jemanden kennt, der Kinder hat.
Vorschlag: Poste wieder, wenn du über Hürden aus eigener Erfahrung sprechen kannst.

Und eine kleine Denkaufgabe: Eine meiner Töchter ist Diabetikerin (übrigens Typ 1, also NICHT ernährungsbedingt, um das gleich vorneweg zu klären, sondern Leistungssportlerin): Hast du annähernd eine Vorstellung, wieviel Kraft es uns kostet, ihr ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen? Kindergartenwiderstände zu brechen, einen normalen Schultag zu organisieren? Ihr Schikurse und Schullandwochen zu ermöglichen? Sie als selbstbewusste Persönlichkeit aufzubauen?
Erzähl dein lächerliches "eigentlich keine............" einem Märchenonkel.

gregordergrosse, 17.01. 09:50

danke! mir reichen tägliche Erlebnisse in öffentlichen Verkehrsmitteln in Niederösterreich und wien, was sich da eltern-Kind-mäßig teilweise abspielt, spottet jeglicher Beschreibung, freilich, ob die Kinder Diabetes haben, weiss ich nicht .... Fazit: die meisten Eltern haben ihre Kinder nicht im griff .......... das wird man ja wohl noch sagen dürfen, oder?

alpensymphonie, 17.01. 10:39

Wir sind ein freies Land, @Gregor, es steht dir frei zu behaupten, was du willst. Allerdings steht auch mir zu, dir zu sagen, dass deine Behauptung, Eltern hätten "eigentlich keine" Hürden zu bewältigen, nicht stimmt, und ich habe sie ganz einfach sachlich am Beispiel meiner Tochter widerlegt. Der Alltag von Eltern kann nicht in zwei lapidaren Worten (16.1, 19:19) abgehandelt werden.

maxheadroom, 20.01. 07:24

@alpensymphonie, ich bin mit Schwestern mit Diabetes Typ 1 aufgewachsen, darf daher Deine Lage nur zu gut verstehen, allerdings ist heute gerade dieser Fall nicht mit der Lage vor Jahrzehnten zu vergleichen. Aber richtig, auch wenn es heute vom medizinischen und auch technischem Standpunkt wesentlich leichter ist, einem Kind mit dieser Beeinträchtigung einen Aspekt auf ein völlig normales und langes Leben zu geben, ist die Aufklärung der Umwelt unverständlicherweise immer noch am Stand des vorigen Jahrhunderts. Die Hürden sind also niedriger geworden, werden aber durch Ignoranz @gdg sicher nicht weiter abgebaut. Die Barriere liegt daher wie immer in den Köpfen der Mitmenschen.

alpensymphonie, 20.01. 11:27

Max, ich kann dir vom Trojanischen Krieg erzählen, denn ich führen musste, um meiner Tochter einen ganz normalen KiGa-Besuch zu ermöglichen, Geschichten von langen und einsamen Krankenhausnächten bei medizinisch überwachten Pumpenumstellungen, Anekdoten von engagierten VS-LehrerInnen, feigen Nachbarn, einer beherzten Schwiegermutter und allgemein von empathischen oder ignoranten Mitmenschen. Wenn dann ein kinderloser Misanthrop feststellen zu müssen glaubt, Eltern hätten "eigentlich keine" Hürden zu bewältigen, dann erlaube ich mir, mit meiner Erfahrung dagegenzuhalten. Und um Missverständnissen vorzubeugen: Alles, was ich für sie tue, mache ich als ihr Vater gerne; dazu gehört auch die on top zu lesenden Barrieren der Ignoranz zu zerfetzen.

Wie ist das eigentlich mit der frühen Fremdbetreuung?

ganzeinfach, 16.01. 11:41

Sind Krabbelstuben in Österreich wie in Deutschland vom Staat gefördert?

Ganztagsschulen sind es jedenfalls.

Fremdbetreuung ist für den Staat weit teurer als die Eigenbetreuung durch die Eltern. Und je schlechter Familien finanzielle Unterstützung erfahren um so höher wird der Fremdbetreuungsanteil.

phoebe07, 17.01. 08:40

Fremdbetreuung muss keinesfalls schlechter sein - glaubst du wirklich alle Eltern können ihren Kindern bei den hausaufgaben helfen auch wenn sie die Zeit dafür hätten? Glaubst du wirklich dass es für einen 4jährigen besser ist allein mit der Mama oder Oma zu Hause zu sein oder mit Gleichaltrigen zu spielen und dabei zu lernen seinen Platz in der Gruppe zu finden? Und glaubst du wirklich eine Frau ist lebenslang NUR Mutter und nicht auch Friseurin, Buchhalterin, Mittelschulprofessorin, Chemikerin....? (Und dass die Rückkehr in den Beruf bereits nach der Karenz schwierig und nach vier bis fünf Jahren unmöglich ist sollte sich bereits herumgesprochen haben)

justemilieu, 17.01. 09:36

@phoebe07 Das Problem in Österreich ist eher, dass man nach den Geburt eines Kindes den Job verliert (20-25% der Frauen), bzw. Frauen die keine Arbeit haben, finden keine bzw. werden in niederwertige Tätigkeiten abgeschoben oder werden gemobbt. Man versucht immer das französische bzw. das schwedische Modell mit einer kurzen Karenz zu kopieren. Wobei in Frankreich, das auf einem Irrtum beruht. Das Karenzgeld beim 1. Kind gibt es nur für ein halbes Jahr, die Karenz ist aber ein 1,5 Jahre. Beim zweiten Kind sind sowohl die Ansprüche als auch die tatsächliche Karenz noch länger. Beim schwedischen Modell ist es so, dass die Frauen zum Großteil im öffentlichen Bereich beschäftigt sind bzw. waren (zeitweise zu 70-80 %) und daher gesicherte Arbeitsplätze haben. Im übrigen ist das Arbeitsrecht in den beiden Ländern viel strenger und daher eine Kündigung von Müttern viel schwerer.
Die Behauptung eine kürzere Karenz würde einen positiven Erwerbsverlauf haben, stimmt auch nicht. In einer Studie, die als Beweis zitiert wurde, wird klar festgestellt, dass es bei Arbeiterinnen die Chancen am Arbeitsmarkt gleich schlecht sind. Bei den übrigen Frauen wird festgestellt, dass Parameter fehlen.
Aus der Praxis kann ich sagen, dass sogar Frauen, die schon größere Kinder (8-9 Jahre) haben, am Arbeitsmarkt mit Problemen kämpfen. So zb. eine Mutter eines ehemaligen Schulkollegen, die einen Universitätsabschluss und jahrelange Praxis im IT-Bereich hatte, die nachdem sie leichtsinnigerweise selbst gekündigt hat, keinen Posten gefunden hat. Das jüngste Kind war aber damals schon 9 Jahre alt. Ähnlich war es mit der Freundin einer Bekannten, die nach langem vergeblichen Suchen, in der Bewerbung dann die Kinder weggelassen hat und dann sofort einen Job bekommen hat, aber dann sofort gekündigt wurde, als sie die Kinder dann zugegeben hat.
Auch das Teilen der Karenz bzw. eine Teilzeitbeschäftigung beider Partner ist keine Lösung.
Das funktioniert in Schweden nicht und hier noch weniger. Bei uns bedeutet, dass im Regelfall, dass beide einen MacJob haben oder gar keinen. Einen ehemaligen Volksschulkollegen wollten sie kündigen, weil er wegen seines Kindes Teilzeit arbeiten wollte.
Nur durch die Selbstkündigung eines Kollegens wurde er gerettet, da er dann gebraucht wurde.

phoebe07, 17.01. 11:46

Ich kenne einige Akademikerinnen die nach zwei Jahren wieder zurück an ihren Arbeitsplatz konnten und ihn dann behalten haben - ich kenne keine einzige die das nach Schuleintritt ihres Kindes noch geschafft hat.

justemilieu, 17.01. 12:15

@phoebe07 In gewissen Segmenten der Arbeitswelt kann man noch die Karenz nehmen zb. im öffentlichen Bereich und in non-Profitorganisationen und es gibt auch noch familienfreundliche Firmen und Firmen wo es Elternteilzeit (mit Kündigungsschutz) gibt. Die Zahlen dass 20-25 % der Mütter nach der Karenz ihren Job verlieren wurde mir sogar in einem Gespräch mit einem ehemaligen Sozialminister bestätigt. Je höher die Qualifikation, desto leichter ist natürlich auch eine Rückkehr. Wobei die zitierte Schülermutter auch diese Qualifikation hatte und im Berufsleben stand. Mit Kindern ist eine Jobsuche eine mission impossible, weil man immer Arbeitnehmer sucht, die zu hundertrpozent dem Unternehmen zur Verfügung stehen.
Im übrigen wäre für mich eine Karenz von 2-3 Jahren optimal.

Eltern wird oft unterstellt sie wollen sich durchs Kinderbekommen bereichern.

ganzeinfach, 16.01. 11:39

Aber das ist natürlich absoluter Schwachsinn. Die Gelder welche vom Staat zur Unterstützung an die Eltern fließen decken den finanziellen Aufwand der Familien bei weitem nicht.

Familien sollten Zeit für ihre Kinder haben. Das bedeutet einen Erwerbsausfall und sie sollten die Mittel haben, die Kinder zu versorgen, das bedeutet zusätzliche Kosten.

Hinzu kommt dass die Inflation anhand von Durchschnittshaushalten berechnet und bei den jährlichen Lohnerhöhungen meist abgegolten wird. Dass da Alleinverdiener- und Alleinerzieher-Familien gegenüber Doppelverdiener-Familien einen gravierenden Nachteil haben, liegt wohl auf der Hand.

itworker, 16.01. 12:19

@ganzeinfach, 16.01. 11:39:
"Aber das ist natürlich absoluter Schwachsinn. Die Gelder welche vom Staat zur Unterstützung an die Eltern fließen decken den finanziellen Aufwand der Familien bei weitem nicht."

Das kommt darauf an, wie viele Kinder man hat. Ich mit meinen 2 Kindern kann davon sicher nicht leben. Ich kenne aber auch (mehrere) "Familien", da ist die Mutter alleinstehend, hat 6 Kinder von 5-6 verschiedenen Vätern, kassiert Kindergeld, Alimente und Unterhalt. Die kann wirklich gut von alldem leben, ohne arbeiten zu müssen.
Und klar: Schuld sind natürlich die Väter. Dass es für jedes Kind einen eigenen Vater gibt, kann ja nicht die Schuld der Mutter sein.

iwasois, 16.01. 13:24

;o)))))) Der liebe Gott freut sich auf jedes Kind;
Hat das nicht der Beckenbauer gemeint???

ganzeinfach, 16.01. 15:58

Und weshalb soll die Frau nicht bei den Kindern bleiben können?
Das ist dann eh ein Full-Time-Job.

Die Unterhaltszahlungen der Väter werden es ermöglichen. Aber von den Zuwendungen des Staats in Form von Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld alleine ist das momentan bei weitem nicht möglich.

iwasois, 16.01. 16:26

Eine Frau mit 5 Kindern wird auch keinen Karrierejob haben.
Der sie nicht bei den Kindern hält.
Ich kenn so eine Dipl. Ingenieurin bei der UNO; Ihr Mann Professor ist bei den 4 Buben und mit ihnen genug zu tun.

itworker, 16.01. 21:28

Fulltime Job? Die älteren kümmern sich um die kleinen und die Mutter gönnt sich ihre Nachmittagsdrinks. Mit den Kindern macht sie nicht viel. Ja, warum soll sie arbeiten wenn es auch so geht? Sie ist ja nicht dumm.

inventor, 16.01. 22:53

16:26
Und was macht das fünfte Kind,
hoffentlich ist's nicht verloren gegangen!

iwasois, 17.01. 01:27

@Inventor!!! Die ersten 2 Zeilen sind die Antwort auf @itworker. Und die zweiten 2 Zeilen ist die Situation einer Familie in meiner Nachbarschaft.

inventor, 17.01. 10:29

Ich lese: "Frau mit 5 Kindern"... und "so eine Dipl. Ingenieurin".

iwasois, 17.01. 11:47

is ja auch egal, in itworker seine hat 5 Kinder von 5-6 Männer.
Und meine dipl. ingin. hat 4 Buben die von ihrem Mann erzogen werden.

Warum Kinder abschieben?

spacejam, 16.01. 09:32

@vollgegeneu schrieb:
"hatte man die kinder ab 4 wegen sozialen aspekten in den Kindergarten gegeben, heute um zeit für sich selbst zu haben. kinder sind nur am Wochenende gewollt, wozu bekommt man kinder?"

Das trifft sicher nicht auf alle Eltern zu, aber leider auf IMMER MEHR. Und das ist einfach nur tragisch!
Und dann tut man tatsächlich noch so, als ob es dabei um das Wohl der Kinder gehen würde!
Und waren es früher Kinder im Alter ab 4 Jahren, so sind es heute häufig schon Kleinkinder im Alter ab 1 Jahr :-(

iwasois, 16.01. 10:48

Es wird Zeit das Familien wieder mehr Zusammenrücken und Eltern ihrer Verantwortung bewusst sind und ihren Kindern, eine gute und nicht mehrere Familien bieten.

aschenputtel, 16.01. 10:48

Wozu bekommt man Kinder? Also MAN bekommt Kinder zur Arterhaltung. Soviel zum biologischen.
Warum gibt man ein Kind in den Kindergarten? Damit es, während man arbeitet gut aufgehoben ist und mit anderen Kindern spielen kann. Nicht arbeiten ist keine Option, oder willst du Mütter in die Mindestsicherung zwingen, damit sie ihrem Kind ein echtes Vorbild sind? Was sollen denn die mädls von den Mamas lernen: hau dich in die soziale Hängematte, damit du mit erbärmlicher Finanzlage ausgestattet im Park abhängen kannst? Oder doch lieber: Mama ist ein produktiver positiver Teil der Gesellschaft, holt dich am Nachmittag ab und hat dann was zu erzählen. Und dann spielen.... Mit voller Aufmerksamkeit, denn man hat sein Kindlein ja vermisst!

spacejam, 16.01. 10:50

@Aschenputtel
Das finanzielle Argument ist für mich das EINZIGE, das wirklich seine Berechtigung hat.
Alle anderen Argumente sind nichts anderes wie Vernachlässigung der eigenen Kinder!

iwasois, 16.01. 10:54

So ist es @aschenp. Kinder brauchen Kinder zum Spielen, besonders wenn eigene Geschwister fehlen.
Und das ist heute meistens der Fall, wird dir jeder Pädagoge sagen.

aschenputtel, 16.01. 11:00

Spacejam, meine Eltern haben auch beide gearbeitet. Vernachlässigt war ich nie. Immer mit anderen Kindern zusammen, einfach super. Meine Mutter im speziellen hat sogar neben der Arbeit nochmal studiert (ich dürfte manchmal mit zur Uni, wenn keine Betreuung verfügbar war). Die Vorbildwirkung der Mama hat gefruchtet. Ich war zeitlebens bildungshungrig. Und ich arbeite gerne. Ich hoffe meinem Kind ein ebenso gutes Vorbild zu sein. Wen nur der finanzielle Aspekt interessiert, der hat wohl noch nicht viel von der Welt gesehen. Schade eigentlich. Aber jeder wie er glaubt.

spacejam, 16.01. 11:05

@iwasois
Genau, am besten schon im Alter von ein paar Monaten, oder?
Ist Blödsinn, denn dann im Kleinkindalter brauche sie vor allem eines, nämlich Eltern, die für sie da sind!!!

spacejam, 16.01. 11:07

@aschenputtel
Das heißt, du warst im Alter von etwa 1 Jahr schon oft in Fremdbetreuung?
Sorry, aber wenn Eltern, die es aus finanzieller Sicht NICHT bräuchten, trotzdem ihre Kleinkinder vielleicht schon mit 1 Jahrt in eine Tagesbetreuung geben, dann ist das nichts anderes als Abschiebung und Vernachlässigung!

aschenputtel, 16.01. 11:22

Meine Tochter habe ich mit 2 in den Kindergarten gegeben. Für ein Einzelkind ist das ein gutes Alter, denn der Kindergarten wird somit gleich zur 2ten Homebase. Zur Oma kann ich sie nicht geben, denn die ist bereits selbst ein Pflegefall. Würde ich sie in ein Heim abschieben (DAS wäre Vernachlässigung!) müsste ich noch mehr arbeiten um das Geld dafür zu verdienen.
Ich versuche, allen möglichst gerecht zu werden, aber weißt, ich hab auch noch ein Leben.

justemilieu, 16.01. 11:23

@aschenputtel Aus psychologischer Hinsicht sollte man ein Kind erst nach dem 1. Lebensjahr in eine Kinderbetreuung geben. Das Problem heutzutage ist, dass viele Mütter (ca. 20-25 %) nach einer Karenz den Job verlieren und dan schwer einen neuen bekommen. Die Arbeitswelt hat sich auch seit den 90 iger Jahren sehr stark geändert. Vollzeitarbeit bedeutet 40+ und man erwartet, dass frau/man zu hundertprozent für den Betrieb zur Verfügung steht. Daher bleiben für berufstätige Mütter (und Väter falls sie Alleinerzieher sind) nur die MacJobs über.

spacejam, 16.01. 11:26

@aschenputtel
Wenn das aus finanzieller Sicht gemacht wird hab ich dafür VOLLSTES Verständnis. Ansonsten finde ich, dass es früh genug ist, wenn man sein Kind mit 4 in den KiGa gibt.
Klar hat man selber auch noch ein Leben? Aber ist dieses Leben weniger wert, wenn man sich zB. die ersten 4 Lebensjahre noch mehr um sein Kind kümmert? Ist das eigene Leben mehr wert, wenn man sein Kind in Fremdbetreuung gibt?
Sorry, aber das kann ich nicht nachvollziehen!

aschenputtel, 16.01. 11:31

Spacejam, ich glaube du hast das Konzept des Eiertanzes nicht verinnerlicht. Man versucht für alle das beste herauszuholen im Rahmen des möglichen.

iwasois, 16.01. 12:34

@space; Die rede hier ist von Kindern und nicht Babys, aber auch die nehmen keinen Schaden wenn sie Stundenweise bei Oma oder Leih-Oma sind, sobald sie Abgestillt sind.
Und ab dem 3 Lebensjahr, mindestens Halbtags zu anderen Kindern in den Kindergarten = Beginn der Sozialisierung.
Möchte wissen was die Kriegswitwen nach dem Krieg, mit ihren Kinder gemacht haben, sind auch alle rechtschaffene Menschen geworden.

spacejam, 16.01. 12:54

@Aschenputtel
Falsch! Manche wollen unbedingt Kinder haben, nur um sich bereits wenige Monate nach der Geburt selbst zu verwirklichen bzw. Karriere zu machen. Den Nachwuchs schiebt man dann brav ab, denn dann hat man 1. mehr Zeit für sich und 2. weniger Verantwortung für die Erziehung usw.
Warum bekommt man dann bitte überhaupt Kinder?
Wird ja niemand gezwungen?

@iwasois
Ich rede nicht von stundenweise, sondern davon, dass man KLEINKINDER schon in Ganztagesbetreuungen abschiebt und nicht an die Verwandtschaft. Darum ging es in meinem Posting!
Ab 3-4 Jahren halbtags in den Kindergarten - ja, da bin ich auch dafür. Aber nich schon bevor die eigenen Kinder überhaupt aufrecht stehen, geschweige denn laufen können.

iwasois, 16.01. 13:10

Das tut auch keine Mutter, wenn es ihr möglich ist.
Deshalb habe ich schon anfangs geschrieben
"Die Familien sollten wieder mehr zusammenrücken"
und die Väter sich nicht schleichen und die Verantwortung für ihr Fleisch und Blut übernehmen.
So das die Mutter es wenigsten über Babyalter bringen kann.

spacejam, 16.01. 13:13

@iwasois
"Das tut auch keine Mutter, wenn es ihr möglich ist."

Falsch!
Leider werden es immer mehr Mütter UND Väter, bei denen das eigene Kind erst an 2., 3., 4., ... Stelle kommt!

"Selbstverwirklichung" heißt da das neue Modewort!

pazifist1502, 20.01. 02:11

@aschenputtel: Gratulation zu den hervorragenden Beiträgen, vor allem mit den Hinweisen auf "Vorbildwirkung der Mutter", "Vereinbarkeit von Job und motivierter Beschäftigung mit dem Nachwuchs", "Mutter hat auch eigenes Leben" (und ist daher nicht frustriert zu Hause, wenn sie für die Kindern nichts (mehr) zu tun hat ...) - unterscheidet sich so wohltuend von vielen "ewiggestrigen" Ansichten in diesem Forum! Meine Frau hat ähnliche Ansichten, meine inzwischen erwachsenen Kinder haben sehr (!) davon profitiert (wobei es auch noch eine hervorragende Oma zur Unterstützung gab ...).

es ist vorgesehen,

zwosi, 15.01. 20:49

den Kinderbonus bei getrennt lebenden Eltern zu gleichen Teilen an diese auszuschütten. Im Normalfal also die Hälfte an die Alleinerzieherin (die evtl aber nicht genug verdient, um in den Genuss des Bonus zu kommen), die andere Hälfte an den zu Alimenten verpflichteten Vater, unabhängig davon, ob er sie auch zahlt.

kerberos, 15.01. 22:00

Nunja, das ließe sich doch leicht lösen, indem man es erst auszahlt, wenn klar ist, daß er die Alimente vollständig gezahlt hat.

kerberos, 15.01. 22:05

Aber stimmt, die Mutter hat dann noch immer keinen Vorteil, wenn sie zu wenig verdient.

justemilieu, 15.01. 22:45

@zwosi Nun die Mutter oder der Vater bekommen den Kindesunterhalt bzw. einen allfälligen Ehegattenunterhalt steuerfrei Das ist schon eine Begünstigung. In Schweden aber auch in anderen Ländern ist Ehegattenunterhalt steuerpflichtig. Wobei im Extremfall für ein Kind schon 1000 Euro oder mehr bezahlt werden können. Laut einem Artikel den ich hier schon einmal gepostet habe, profitieren von 200.000 Alleinerziehern nur 60.000 nicht. Es wäre interessant wieviel Unterhalt diese im Durchschnitt beziehen.
Ich selbst bin auch Alleinerzieher habe auf den Unterhalt verzichtet (Schad- und klagloshaltung). Für mich wäre der Bonus eine Entlastung, da ich ja auch für Ganztagesschule der Kinder zahlen muss.

früher

vollgegeneu, 15.01. 18:55

hatte man die kinder ab 4 wegen sozialen aspekten in den Kindergarten gegeben, heute um zeit für sich selbst zu haben. kinder sind nur am Wochenende gewollt, wozu bekommt man kinder?

inventor, 15.01. 19:21

zur pensionssicherung!

vollgegeneu, 15.01. 20:07

aha, und Mütter von gestern bekommen keine Pension heut, träum weiter. Mitversicherung beim Ehegatten ist immer noch nicht verboten.

inventor, 15.01. 20:59

20:07 hat mit 19:21 nix zu tun.
poster vollgegeneu ist wirrschließend.

alpensymphonie, 15.01. 23:43

@Vollgegeneu: Früher hatte man Kommentare wegen des Informationsaustausches abgegeben, heute(,) damit warme Luft zirkuliert. Kommentare sind sinnentleert gewollt, wozu gibt man Kommentare ab?

Du konstruierst eine simple Weltsicht (Kinder abgeben, damit MAN Zeit für sich hat - alle? Wir sicher nicht, und auch nicht viele Eltern, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe), und verbreitest ausgehend von dieser falschen Basis ein Lamento, wozu man überhaupt Kinder bekomme. Sorry, aber sowohl deine Prämisse als auch deine Denkkonsequenz ist für den Hugo - und so heißt kaum einer.

alpensymphonie, 16.01. 00:18

Im Ernst: Mit welchen Hürden kämpfen Eltern? Mit Klischees wie deinen, @vollgegenirgendwas, die ebenso unnötig wie unhaltbar sind. Meine Frau und ich haben Kinder (nicht wenige), und wir leben ihr Leben mit. Wir freuen uns über ihre beruflichen und schulischen Entwicklungen, nehmen Anteil an ihren Beziehungen, lieben die Enkel, die sie uns schon geschenkt haben und noch schenken werden, trösten sie, wenn etwas nicht so läuft, sind stolz auf ihre sportlichen Erfolge (und das absolut mit Grund!) und genießen, was sie musikalisch (u.a. mit uns) leisten. Viele Menschen, die mir wegen ihnen bei Elternabenden, Meisterschaften, Konzerten usw. begegnet sind, denken wie wir. Wir haben unsere Unabhängigkeit bewusst eingeschränkt, um für sie da zu sein, und haben überhaupt keine Lust, uns von dir das Gegenteil an den Kopf knallen zu lassen. Also steck dir dein "man" samt Jammerei an den Hut.

zarael, 16.01. 06:58

@alpensymphonie 00:18: Danke für diesen Beitrag, dem.kann ich nur voll und ganz beipflichten.

inventor, 16.01. 08:53

Der Portisch heißt HUGO!

alpensymphonie, 16.01. 11:09

Dann ist deine Ergänzung für den Portisch ;-)

sie müssen,...

jogl1949, 15.01. 17:49

" nachschub " produzieren,.. damit die wirschaft am laufen halten,... das "produkt" versorgt uns rentner,schaft arbeit, beschäftigt die politiker und "produziert" weiter,..so was nennt man kreislauf,..

heute doch weniger Hürden als früher, aber das Augenmaß fehlt oft

hahnemann, 15.01. 12:43

z.B. Pflegeurlaub - war vor Jahrzehnten bereits Gesetz, aber das hätten wir nie gemacht - heute im öffentlichen Dienst sogar soweit, dass sie rechnen, wie viele Tage sie noch zu hause bleiben dürfen - das wird praktisch zum normalen Urlaub dazugezählt - im Notfall wird das Kind halt schnell krank, bevor die Tage verfallen
die Familien haben schon auch eine Eigenverantwortung, die Betreuung der Kinder selbst zu organisieren und nicht nur durch den Staat - diese Eigenverantwortung ist aber eine Frage der Einstellung

iwasois, 15.01. 15:42

ÜBERSOZIALISIERUNG; es wird schamlos abgezockt, was geht.

inventor, 15.01. 16:33

Ob lang oder kurz -
hirnlos bleibt hirnlos!

kerberos, 15.01. 11:33

Was ich mir wünschen würde:

- Kindergartenöffnungszeiten sollten flexibler sein (= mehr Angestellte) und der Staat sollte sich darum kümmern, daß die Kindergartengruppen maximal 10 Kinder groß sein dürfen.

- Nachmittagsbetreuung gehört ausgebaut und mit entsprechenden Räumlichkeiten versorgt, aber nicht verpflichtend gemacht

- Ferienbetreuung durch Freizeitpädagogen mit Sport-, Musik- und Kreativeinheiten gehört ausgebaut und für sehr wenig Geld angeboten

- Gleichberechtigung von Müttern und Väter gehört gefördert, d.h. mit sehr deutlichen finanziellen Vorteilen, falls BEIDE eine Zeitlang in Karenz gehen. Je fairer die Aufteilung, desto größer sollte die finanzielle Belohnung sein.

- Steuerliche Entlastung von Unternehmen, bei denen Väter gleich viel wie Mütter in Karenz gehen. (Das fördert die Gleichberechtigung und entlastet im Endeffekt jene Eltern, die einseitig belastet würden.)

spacejam, 15.01. 11:54

Was ich mir wünschen würde:

Dass zumindest EIN Elternteil sich die ersten Lebensjahre des Kindes VIEL Zeit für Betreuung und Erziehung nimmt, statt es schon im Alter von einem Jahr in Ganztagesbetreuungsstätten abzuschieben!

phoebe07, 15.01. 12:52

kerberos' Wünschen kann ich im Großen und Ganzen zustimmen.
spacejams Wunsch in dieser Form nicht - geteilte Karenz und Betreuung des Kindes durch beide Eltern scheint mir wesenlich zielführender für das Kind und befriedigender für Vater und Mutter.

justemilieu, 15.01. 13:25

@kerberos Vieles was du schreibst wäre wünschenswert nur ist es leider nicht in der Realität umsetzbar. Selbst in Schweden dem Vorzeigeland hat das nicht geklappt, dort nehmen auch die Frauen der Hauptteil der Karenz, die Männer nur zu einem kleinen Teil und das nur für einen kurzen Zeitraum.https://www.emma.de/artikel/schweden-das-modell-schweden-263655 Das eine lange Karenz am Arbeitsmarkt kein Nachteil sein muss, zeigt Finnland. Dort gibt es zwar nur ein einjähriges staatliche Karenzgeld (das wird dann immer in den Medien betont), aber noch ein kommunales Karenzgeld bis zum 3. Lebensjahr. Bei den Müttern mit Kindern bis 2 Jahre ist die Frauenerwerbsquote mit 51,6 % unter der von Österreich mit 66,4. Dies kehrt sich aber bei Kinder im Alter von 6-14 Jahren um. Dort liegt Finnland mit 89,2 % vor Österreich (81,6 %).
http://www.oecd.org/els/family/database.htm Prinzipiell muss man aber sagen, dass der Grundgedanke falsch ist, mit Kindern kann man niemals die selbe Karriere machen wie ohne Kinder.
24 % der Schwedinnen mit Kindern im Alter von 6-14 Jahren haben keinen Job !!! (laut oecd database für 2005 ist leider nicht mehr online) Für Österreich muss man auch berücksichtigen, weil wir immer nach Schweden und Frankreich schielen, dass wir ein anderes Arbeitsrecht haben und 20-25 % der Dienstverhältnisse werden nach der Geburt eines Kindes aufgelöst. Eine frühzeitige Rückkehr in das Arbeitsleben bedeutet dann Arbeitslosigkeit und oft das Herausfallen aus dem Sozialsystem. Wichtig wäre hier auch ein Abfedern allmöglicher Verluste beim Familieneinkommen und durch die höhere finanzielle Belastungen mit Kindern, eine Familienbesteuerung nach französischem Vorbild. Das ist die wahre Ursache für die höhere Geburtenrate, dass läßt sich ganz klar mit der Geburtenstatistik nachweisen, die im Jahr nach der Einführung dieses Systems emporgeschnellt ist und auch konstant geblieben ist, lange bevor das Kinderbetreuungsnetzt ausgebaut wurde.
@phoebe07 Das Teilen der Karenz wäre etwas Positives, aber es funktioniert nicht (Siehe Schweden). Bei uns riskiert eine Frau mit der Karenz ihren Job, beim Mann ist er dieses Risiko viel größer. Wenn beide Teilzeit arbeiten, dann bekommen sie nur geringerwertige und schlechter bezahlte Jobs. Es sinkt nicht nur das Einkommen wegen der geringeren Stundenanzahl, sondern auch wegen des geringeren Stundenlohnes.

iwasois, 15.01. 15:46

@Kerberos; Im seligen Sozialstaat war das alles so Organisiert und die Kinder wurden zu guten Kommunisten erzogen.
Und die Eltern hatten die eigen Spitzel im Haus.

phoebe07, 15.01. 15:48

das geringere Einkommen führt allerdings auch dazu dass die Steuerleistung geringer ist - und daher mehr netto vom brutto bleibt.

justemilieu, 15.01. 16:46

@phoebe07 Davon haben dann beide etwas, wenn sie dann beide weniger verdienen und ihnen die geringere Steuerbelastung den Einkommensverlust nicht aufwiegt.
Man sollte doch die ideologischen Scheuklappen abnehmen. Die Karenz teilen bzw. dass beide Partner die Arbeitszeit heruntersetzen, das funktioniert wie gesagt nicht einmal in Schweden bzw. Skandinavien. Es gibt viele Hürden, die ich gar nicht aufzählen kann, aber in Österreich riskiert ein Mann der Teilzeit arbeiten will bzw. die Karenz beanspruchen will seinen Job. Das weiß ich sogar aus persönlicher Erfahrung von ehemaligen Schulkollegen. Bei der Frau ist es ähnlich, nur sind die Chance größer, dass sie nicht ihren Arbeitsplatz verliert., aber sie werden oft nach einer Karenz zu minderwertigen Arbeiten degradiert. Wie gesagt bei Teilzeitarbeit verliert man nicht nur wegen der geringeren Stundenanzahl sondern auch wegen des geringeren Stundenlohnes an Einkommen. Wenn beide Teilzeit arbeiten, dann haben beide meistens einen Mac-Job. Das war auch die Aussage einer Bloggerin warum sie nicht beide die Arbeitszeit reduziert haben. Wobei es muss nicht immer die Frau Teilzeit arbeiten. Bei Eltern von Schulkollegen meines Sohnes, haben die Väter den Hauptteil der Hausarbeit und Kinderbetreuung über bzw. ist der eine Vater für einige Zeit zu Hause geblieben, weil die Mütter jeweils einen hohen diplomatischen Posten haben.
Das schwedische Modell ist ausser der Tatsache, dass es nicht funktioniert auch fraglich, weil es davon ausgeht, dass man mit Kindern genauso Karriere machen kann, wie ohne und es daher keinen Ausgleich gibt. Paradox ist auch, dass beide weniger verdienen sollen, obwohl ein höhrerer finanzieller Bedarf vorhanden ist.
Das französische Modell funktioniert zumindest einigermassen.

iwasois, 15.01. 22:29

In einem Haushalt wo beide Elternteile gut verdienen, sollte man sich eine Hausangestellte leisten und die von der Steuer abschreiben. So wie es in Unternehmerhaushalten üblich ist.
Dann ist die frage der Kinderbetreuung in den Schulfreien Zeiten kein Problem mehr und Eltern haben dann auch mehr Zeit für ihre Kinder.