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Warum löschen wir nicht einfach unsere Social Media Accounts?

Dass ein Datenskandal den nächsten jagt, ist uns offensichtlich ziemlich egal. Social Media Plattformen wachsen weiterhin rasant. Wir werfen mit unseren Kontakten, Standorddaten und Urlaubsplänen nur so um uns. Hat sich unser Bedürfnis nach Privatheit längst einer Überwachungsgesellschaft angepasst – und ist uns mangels Alternative ohnehin schon alles egal? Oder machen uns Facebook, Instagram und Snapchat einfach süchtig nach Herzchen und Likes?

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14 Beiträge

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bolle, 13.04. 19:04

Ich bin schon etwas überrascht und irritiert. Wer die, seit der Umstellung vor einem Jahr sehr boulevardesken, m.E. grundlegend misslungenen, Web-Seiten des ORF FM4 öffnet, erhält eine sehr weitgehende, völlig selbstverständlich erscheinende Bewerbung externer, kommerzieller Mediendienste, die wie ein Redaktionsangebot von ORF FM4 wirken. Mit diesem Hintergrund halte ich den Beitrag wie auch das Diskussionsangebot für extrem verlogen. Wer kein Nutzer dieser externen Mediendienste ist (wie ich), kann bspw. per se in keine offene Interaktion mit FM4 oder anderen HörerInnen treten (erst seit Kurzem wieder, und nur anlassbezogen, nämlich in diesem "Forum"). Für ein öffentlich-rechtliches Angebot unakzeptabel, zumal das bis 2017 ja selbstverständlich möglich war. Erst wenn das wieder glatt gezogen ist, sind solche Diskussionen seriös. Meine Frage an FM4 mit der Bitte um Antwort: was war der Anlass für die Webseitenumstellung in 2017 mit den geschilderten Konsequenzen? Warum sind bei euch externe Mediendienste (wie Facebook & Co.) so dermaßen als "quais nicht vom redaktionellen Inhalt unterscheidbar" sichtbar, wenn die Diskussion und Kritik um Datenmissbrauch so alt und deutlich ist wie die Dienste selbst?
Danke für eine Antwort im Voraus.

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zachbauer, 14.04. 08:15

Hallo Bolle! Dass du die Website grundsätzlich für misslungen hältst ist natürlich schade. Ich hoffe, du findest hier trotzdem immer wieder mal das eine oder andere Thema das dich interessiert. Wir verbreiten unsere Inhalte recht bewusst dort, wo auch unsere HörerInnen und LeserInnen sind. Also nicht nur im Radio und auf der "klassischen" Website, sondern Teile auch auf Sozialen Netzwerken. Und wir berichten auch über das was dort (inhaltlich) passiert, einfach weil es oft relevant ist. Das ist schon aus journalistischen Gründen notwendig ("Twitter? Nein, danke!" ist keine Option). Dass das einen kritischen Blick auf die Dinge nicht verhindert, zeigen schon alleine die drei oben gelinkten Geschichten. Und das ist nur die Ausbeute von drei Tagen. Wir haben uns eine sehr breite und kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen groß auf die Fahnen geschrieben. Wir verbreiten diese Inhalte dann auch(!) auf diesen Plattformen, wo sie auch wahrgenommen und diskutiert werden. Uns erscheint das auch sehr sinnvoll. Wir freuen uns aber auch sehr, dass inzwischen auch hier im FM4 Forum wieder diskutiert werden kann. Da stehen wir jetzt wieder halbwegs am Start und sind schon gespannt, wie sich diese Foren und entwickeln werden, aber natürlich ist das auch aus unserer Sicht durchaus eine gute Alternative und auch ein Angebot an alle, die nicht auf den anderen Plattformen sein möchten!

bolle, 14.04. 22:08

@Zachbauer: danke für die schnelle Reaktion (was ich durchaus zu schätzen weiß), und die Auseinandersetzung mit meinem Beitrag. Ich empfehle, um das System dieser kommerziellen, externen Mediendienste einen Artikel in der heutigen Ausgabe der deutschen Tageszeitung "Neues Deutschland":
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1085272.facebook-skandal-enteignet-facebook.html
Daraus ein Kerngedanke:
"Man muss sich eines ganz klar vor Augen halten: Wer auf Facebook Freundschaften pflegt oder mithilfe der Suchmaschine von Google etwas recherchiert, tut dies nicht etwa als »Kunde«. Aus Sicht dieser Unternehmen, die in Wirklichkeit riesige Werbefirmen sind, sind die Nutzer nur ein Rohstoff. Die tatsächlichen Kunden sind ganz andere, nämlich diejenigen, die Anzeigen schalten. Die sensorisch eingesammelten Details aus dem Privat-, Berufs- und Konsumleben der Nutzerinnen und Nutzer sind für die Anzeigenkunden Gebrauchswerte - und werden von den Internetkonzernen entsprechend als Waren gehandelt."

Natürlich ist hier jeder für sich selbst verständlich. Warum aber öffentlich-rechtliche Angebote, ORF (FM4) gleichermaßen wie deutsche Anstalten, mit diesem Hintergrund derartige, nicht zum eigenen Angebot gehörende, Seiten, von jenen kaum unterscheidbar verlinken, verstehe ich nicht und halte ich für inakzepatel. Eine sichtbare Trennung von eigenen redaktionellen Inhalten hielte ich für einen Mindeststandard, für unabhängige, saubere journalistische Arbeit. Aber vielleicht bin ich hier etwas altmodisch.

"("Twitter? Nein, danke!" ist keine Option)" sehe ich übrigens diametral anders bzw. halte ich nicht für die Kernfrage, da (auch) ich kein Freund von Totalverweigerungshaltungen bin. Es geht vielmehr um Verantwortungsgefühl und um emanzipiertes Nutzerverhalten. In diesem Punkt kommen wir vielleicht wieder zusammen...

fargonaut, 10.04. 13:18

Facebook macht es den Usern zu einfach
Technik sollte benutzt werden um weiterzukommen und nicht um faul zu werden
Obwohl faul sein schon auch gemütlich ist
Interessant wäre die Struktur der DB von FB und welche Werte den Usern zugeschrieben werden
Und was per SQL abgefragt wird

Antworten

pirouettenkönig, 10.04. 14:42

also wenn ich mir anschau wie manche sich für ein gutes licht beim selfie minutenlang verrenken,... so faul find ich das gar nicht. wo findest du denn dass facebook faul macht?

groteskij, 10.04. 12:45

Ich würd ja löschen, aber ich tu mich schwer mit endgültigen Entscheidungen...

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Keine Option,

harrytemple, 10.04. 11:53

weil dadurch von zu vielen und zu wichtigen Infokanälen getrennt. Lieber genauer drauf achten, was man via Social Media bekannt gibt

Antworten

zachbauer, 10.04. 12:15

das blöde ist ja, dass man oft gar nicht weiß, was man alles bekannt gibt. wenn du mir fünf lokale verrätst in die du so essen gehst, dann kann dir ein gefinkelter big data experte wahrscheinlich ziemlich genau sagen, wieviel geld du verdienst. und das hättest du so vielleicht nicht irgendwo hin gepostet.

fraukoziber, 10.04. 12:23

eben. es ist ja auch nicht nur, was du postest, sondern, welche seiten du abonnierst, mit wem du vernetzt bist, was dir gefällt.
egal wie "vorsichtig" du auf deinem eigenen profil bist, du gibst dennoch viel von dir preis, was du nicht auf einem plakat an deiner türe veröffentlichen würdest.

ich überlege also doch, facebook den rücken zu kehren.

jetzt muss ich aber rüber zu amazon. ich hab da ein problem mit alexa. ich schlafe seit zwei tagen bei licht, weil sie behauptet das gerät "schlafzimmer" nicht zu finden ...

ohne facebook

fraukoziber, 10.04. 11:12

müsste ich wieder anfangen mit meinen eltern zu telefonieren, um ihnen zu erzählen, wie es mir denn so geht. ;o)

Antworten

pirouettenkönig, 10.04. 11:23

aber wie soll man ihnen das dann erklären ohne daumen-hoch- oder kotz-smiley? ^^

fraukoziber, 10.04. 11:35

das ist es ja. ich bin dieser herausforderung schlicht nicht gewachsen.

pirouettenkönig, 10.04. 11:03

keine zwei tage würd ich das aushalten! vor allem nicht, ewnns dauern wo heißt "hast du das gesehen, hast du das gesehen"... man kriegt einfach nichts mit wenn man nicht auf facebook ist.

Antworten

pirouettenkönig, 10.04. 11:06

also: eindeutig süchtig!