Standort: debatte.ORF.at / Meldung: "Was muss sich am Bildungssystem verbessern?"

Was muss sich am Bildungssystem verbessern?

Mit Schul- und Unibeginn rückt das Thema Bildung wieder in den Fokus der Politik. Wie steht es um die Qualität von Österreichs Schulen? Was geht gut, wo liegen die Schwachstellen? Was muss sich am Bildungssystem verbessern?

weitere Debatten

713 Beiträge

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

Was jetzt?

zwergnase01, 12.09. 11:47

Vor ca. einer Woche wurde gemeldet, dass in Österreich 5.000 LehrerInnen fehlen.
Soeben kann man auf salzburg.orf.at lesen, dass 700 Junglehrer keine Arbeit haben (neue Sprechweise: Sie haben keinen Job).

roundtrip12, 12.09. 15:04

das ist Gewerkschaftslogik
wenn es um Gehälter geht, sind viel zu wenige Lehrer da (bessere Bezahlung muss her!)
wenn es um mehr Unterrichtsstunden in der Klasse geht, sind zu viele (Jung-)Lehrer da (denen darf man die Jobs doch nicht wegnehmen!)

kerberos, 12.09. 17:02

Leute, stellt euch nicht blöd. Es gibt unterschiedliche Schultypen und unterschiedliche FÄCHER. Ein arbeitsloser Geografielehrer aus Salzburg hilft nix gegen einen Mangel an Mathelehrern in Wien.

zwergnase01, 12.09. 19:26

In der Privatwirtschaft wird häufig verlangt dorthin zu ziehen wo es Arbeit gibt (zumindest habe ich es mehr als zehn Jahre so gemacht).
Warum kann man das nicht von Lehrpersonen verlangen, denn manchmal geht es ja doch?
Ich kannte einen Lehrer, verheiratet, ein Kind (inzwischen ist er pensioniert), der wohnte in Salzburg, war aber Lehrer in Amstetten, bei seiner Familie war er nur anden Wochenenden und in den Ferien.

kerberos, 12.09. 19:40

Du kannst es dir wünschen, aber genausowenig wie in anderen Berufen MUSS ein Mensch das machen. Ich würde jedenfalls nicht eine Stelle in Wien antreten, wenn meine Familie in Tirol wohnt. Da würd ich eher als etwas anderes arbeiten, solange ich keine Stelle als Lehrer habe.

Und selbst wenn ein Geografielehrer aus Salzburg nach Wien pendeln würde, macht ihn das trotzdem nicht zum gesuchten Mathelehrer, sorry.

geier, 12.09. 19:43

Wenn man schon Themen zur Debatte stellt, sollte man richtig zitieren, worum es geht. Sonst wirds nur dümmliche Polemik.
Generell.....es gibt Ausbildung zum Lehrberuf ohne Zugangskontrolle und eine definierte Anzahl von Arbeitsstellen. Dass hier nicht idente Zahlen vorherrschen, ist wohl klar.
Und es gibt eine politische Meinung, wieviele zusätzliche Arbeitsstellen nötig wären und wie viele neue Lehrer in welcher Zeit erforderlich wären. Dann gibt es noch den FM ...., der das bezahlen soll......und worum gings jetzt wirklich?

Das Mittagessen

inventor, 12.09. 11:19

für die Schüler
an Schultagen.

zwergnase01, 12.09. 11:54

Als ich noch ein Volksschüler war (nach dem Krieg), da hats eine von den Amis spendierte Schulsuppe gegeben, für viele Mitschüler das einzige warme Essen des Tages.

Was kann man sich schon erwarten

mozarttaler, 11.09. 10:47

wenn das ganze Schulsystem mitsamt allen Bwertungen an den Schlechtesten angepasst wird. Übrig bleiben die Guten und werden an das Niveau der Schlechten hruntergezogen.
Das kann doch niemals funktionieren.

hyperist, 11.09. 11:04

Jammerei auf (vielleicht doch nicht so ganz) hohem Niveau?
Ich bedauere Dich und den Rest der Elite ...

alpensymphonie, 11.09. 11:08

@Mozarttaler: In Deutsch wärst dann du das Maß aller Dinge ;-)

dosimeter, 11.09. 12:15

'Wir werden die Zahl der MaturantInnen erhöhen auf den International üblichen Prozentsatz' -

das sind offizielle internationale Vereinbarungen zwischen intelligenten KulturpolitikerInnen,

die damit in Kauf nehmen, dass der durchschnittliche Intelligenzquotient der MaturantInnen gesenkt wird,

und sich niemand mehr auf die Notenwahrheit der Abschlusszeugnisse verlassen kann.

Deswegen braucht es dann eigene Einstufungstests zu Studienbeginn, beim Berufseintritt usw.:

Motto 'Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht' ...

geier, 11.09. 18:01

Dosi.....schon einmal etwas vom Numerus clausus in D gehört? Gibts seit 50 (?) J. Also was soll's, nichts wirklich Neues

als erstes gehört die soziale Kompetenz gefördert

joe0691, 11.09. 10:18

ich arbeite als Coach an einer Produktionsschule - mit ist bewusst dass diese Art von Schule für eine spezielle Zielgruppe ist - doch der Ursprung aller Probleme liegt meiner Wahrnehmung zu 95 % in der Ursprungsfamilie der jeweiligen TeilnehmerInnen. Es wurde den Jugendlichen verabsäumt eine soziale Kompetenz mit auf ihren Lebensweg zu geben...

dosimeter, 11.09. 10:38

Zusagen überlegt geben (und dann auch einhalten),

Pünktlichkeit (statt ganze Teams blockieren),

Konfliktlösung verbal und rational (statt emotional und körperbetont),

eigene Ordnung entwickeln (statt dauernd 'daheim vergessene' Sachen 'auszuborgen'),

Zeitabläufe abschätzen können (statt zu sagen 'geht dann schon'),

Dinge konkret erledigen (statt aufschieben),

Mitmenschen aussprechen lassen,

eigene Bedürfnisse rechtzeitig erkennen und mitteilen,

usw. usw. ...

Sowas entscheidet über den späteren Lebenserfolg.
An Misserfolgen sind selten 'die anderen' wirklich schuld.

Wer das in der Familie nicht lernen darf,

hat nur die Chance, später anderswo doch noch
geliebt (also 'adoptiert') zu werden.

Tausende 'erwachsene' Kleinkinder irren sonst lebenslänglich durch die Welt ...

Unser Schulsystem

leserbrief, 11.09. 08:29

richtet sich immer mehr nach den Schlechten und bietet nichts mehr den Guten.

reservebuddha, 11.09. 10:51

Des ist leider die logische Folge der jahrzehntelangen Weigerung der ÖVP, die Trennung ab 10 aufzugeben, aufgrund derer in den Städten viele Eltern ihre Kinder vehement in die AHS gedrückt haben. Das hat beide Schulformen - HS und AHS - nivelliert.

Wesentlich gescheiter wäre seit langem eine Schulform, die aufgrund der beobachtbaren Stärken und Schwächen differenziert.

Dummerweise ist die NHS auch nicht grade das geeignete Alternativ-Modell, aus demselben Grund wie die Nivellierung der AHS - diese Differenzierung ist in ihr nicht vorgesehen. Genau den Vorteil hat die HS geboten, aber der geht mit ihr unter.

Allerdings ist die Gegenbewegung längst da. In vielen Volksschulen wird seit ein paar Jahren fast panikartig versucht, das Niveau raufzuschrauben. Diese Hektik hätte man sich sparen können, hätte man schon in den 70ern ein vernünftigeres Schulsystem umgesetzt, aber das war durch die erforderliche 2/3-Mehrheit im Nationalrat nie wirklich möglich.

hyperist, 11.09. 11:15

@ leserbrief:
Ich empfehle die Umbenennung in "kroneleserbrief".

leserbrief, 11.09. 20:38

Hyperist...Themenverfehlung. Auch ein Gewinner des Schulsystems?

alpensymphonie, 11.09. 21:19

Nicht böse sein, Leserbrief, aber deine Unterstellung, die Schule biete - ich zitiere wörtlich - "nichts mehr den Guten" ist tatsächlich eine platte Verallgemeinerung auf Kronenzeitungsniveau. Es gibt so viele verschiedene Schulen, an denen interessanter Unterricht stattfindet, die z.T. neue Fächer anbieten und Innovationen gegenüber aufgeschlossen sind.

"3.300 Langzeitarbeitslose über 50 Jahre sollen

dosimeter, 09.09. 18:08

im Rahmen der „Aktion 20.000“ als unterstützendes Personal an Schulen unterkommen. So sollen Lehrer von organisatorischen und administrativen Aufgaben entlastet werden.

Sekretariatshilfskräfte für große Schulstandorte sowie Unterstützungspersonal für Brennpunktschulen, Haustechniker und einschlägig qualifiziertes Personal für die Freizeitbetreuung":

Eine der besten Ideen seit Jahren.

Sofern dieses neue Personal wirklich dort bleibt, nachdem es (durch Lehrkräfte) am Standort eingewiesen wurde
in die dort oft überfälligen Arbeiten,

wie z.B. Übersiedlungen, Raumeinrichtungen, Aktenablage, Dienstwege, Gangaufsichten, Putzdienste, Reparaturen usw. usw.
Und sofern die Rechtslage ausreichend

schnell geklärt wird, wer was tun darf in einem Schulgebäude:

Z.B. darf der zuvor langzeitarbeitslose Bankkundenbetreuer jetzt im Klassenraum eine herunterfallende Lampe befestigen oder eine Wasserleitung in den Chemiesaal verlegen (ohne Handwerker-Konzession) ?

Darf die ehemalige Abteilungsleiterin einem kiffenden Musterschüler die Spritze wegnehmen (ohne ihm dafür Handschellen anlegen zu müssen) ? Darf sie ihm Nachhilfeunterricht in gesunder Kochkunst geben ?

Dürfen beide eine Schulklasse mit der Straßenbahn zum Schwimmbad und zurück bringen (damit die Turnlehrerin derweil die andere Klasse dort unterrichten kann) ? Dürfen sie vertrauliche Konferenzprotokolle tippen und im Computer einspeichern ? Dürfen sie Eltern anrufen und fragen, wo das Kind schon wieder bleibt ?

usw usw.

panagoulis, 09.09. 18:13

"Kiffende Haschisch-Spritzer" sind natürlich das Alpha vom Omega!
:-)

dosimeter, 09.09. 18:19

Genau. Und die Handschellen nicht vergessen ...
;-))

xx1xx, 10.09. 17:18

Also: Eine heruntergefallene Lampe darf durch einen Bankkundenbetreuer nicht befestigt werden. Das fällt klar in das Fachgebiet eines Elektrikers, der dazu auch eine Maurerausbildung benötigt. Zuwiderhandeln wäre lebensgefährlich.

Wenn die ehem. Anteiĺungsleiterin einem kiffenden Schüler die Spritze wegnimmt, handelt es sich um ein Drogendelikt. Diebstähle sind in der Szene üblich und werden als Beschaffungskrimimalität bezeichnet. Strafrahmen bis zu 10 Jahren.

Mit der Strassenbahn dürfen beide auch nicht fahren. Dazu braucht es einen eigenen Führerschein. Mitfahren anstelle der Turnlehrerin ist selbst mit eigenem Fahrschein auch nicht möglich, weil die Eltern ja davon ausgehen können, dass ihre Kinder von einem dazu ausgebildeten Lehrer beaufsichtigt werden und nicht von so einer arbeitslosen Abteilungsleoterin oder noch schlimmer einem ehemaligen "Bankkundenbetreuer".

Vertrauliche Konferenzprotokolle dürfen sie tippen, Anrufe dürfen sie tätigen, müssen dazu aber gewerkschaftlich gut organisiert sein (Computerzulage, Lesebrille, ergonomischer Sessel, uvam.)

jetzt hört auf, das SO krankzuschreiben

panagoulis, 09.09. 17:57

- mein Neffe ging bis letzes Jahr in eine NMS
(und macht jetzt weiter in einem Gym),
meine Patentochter geht jetzt in die dritte Klasse eines Gym
(wobei ICH für Mathe und die naturwissenschaftlichen Fächer zuständig bin)

-alles bestens!
BEIDES "öffentliche Schulen",
und ich finde, "the Kids are all right"
- natürlich ist es nimmer "so, wies bei Schüler Gerber war",
aber ist das immer schlimm?

Die Kids müssen HEUTE so viel mehr als damals wissen
- auch als Anhänger einer "humanistischen Allgemeinbildung"
muss ich das einfach anerkennen!
Kann ja sein, dass das bloß eine "Ausnahme-persönliche-Erfahrung" ist,
aber WAS soll sich denn wirklich ändern am "allgemeinen Fahrplan"?
(Sogar Goethes Prometheus wurde gebracht (fehlerlos!) in der Theatergrupen-Aufführung meines Schedselchens!)

panagoulis, 09.09. 18:09

NatÜRlich "hat das auch mit dem Eltenhaus zu tun"
- aber ich bestreite ganz vehement,
dass da "die anderen" so massiv Einfluss darauf haben

Gute Lehrerinnen, gute Eltern, gute SchülerInnen ergänzen einander
- auch "wenn der böse Nachbar nicht will"!

Es kommt d'rauf an, was eine(r) wirklich, tatsäcklich kann, nicht,

grasti506, 09.09. 06:39

welchen Abschluss er hat. Abschlussdenken erhöht den Frust bei Abschliessern und Unternehmen, die solche einstelln woll'n (müssen) daran sollten unsere Bildungsgurus arbeiten. Gscheit genug wärn's ja, angeblich.

geier, 09.09. 15:34

Dazu fällt mir nur ein: Unsinn.

Ist doch einfach!

apoll123, 08.09. 19:55

Totalumstellung auf das System Finnlands. Die gewinnen jede PISA Studie. Dummerweise ist dort aber dort die Jugendarbeitslosigkeit mehr als doppelt so hoch wie in Österreich.

alpensymphonie, 08.09. 20:26

Dazu ein interessanter Artikel:
http://www.zeit.de/2017/11/finnland-bildung-schulen-pisa-studie-schueler

kerberos, 08.09. 21:24

Oder auch:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article143637971/Finnlands-Pisa-Wunder-entpuppt-sich-als-Irrtum.html

murmeletier, 08.09. 21:55

Apoll, du widerlegst dich gleich selbst. Eine solch entwaffnende Ehrlichkeit ist hinreissend. Unsere Karriere mit Lehre ebenso.

Je mehr Maturanten

franzjosef1957, 08.09. 07:18

um so gescheiter sind wir, dieser Irrglaube hat sich leider durchgesetzt.
Jedes Jahr zur Maturazeit hört man das.
Die Matura ist zu schwer, man verbaut den Jungen die Zukunft.
Geht es nicht um Wissen?
Nein, es geht ums Zeugnis.
So kann Bildung nicht aufbauen

franzjosef1957, 08.09. 07:20

So kann man Bildung nicht aufbauen

zwosi, 08.09. 08:40

ich hingegen höre ständig: die Matura wird heute jedem/r nachgeschmissen und ist daher überhaupt nix mehr wert, alles viel zu leicht.

alpensymphonie, 08.09. 09:41

Ich denke, dass die modulare Oberstufe das Niveau nicht senkt, weil die negativen Module bis zur Matura sowieso ausgeputzt werden müssen. Manche Kleinigkeiten sollten zwar noch überdacht werden (z.B. die 8. Klasse aus Zeitgründen als ein Modul), aber zu fürchten ist sie insgesamt nicht. Auch die zentrale schriftliche RP schafft (bei allen Kinderkrankheiten) Transparenz, auch wenn auch hier nachjustiert werden muss: Es gab starke Niveauschwankungen bei den Aufgabenstellungen in einzelnen Fächern; der Textsortenkatalog gehört überarbeitet, und dass Basiskompetenzen genauso wichtig sind wie ausgebautes Wissen hat sich noch nicht zu jeder M-Lehrkraft durchgesprochen. Für mich gehen diese getätigten Reformen aber generell zumindest in die richtige Richtung.

kva1000, 08.09. 10:30

@zwosi: Dass die Ausbildung XY immer leichter werde wird meist vom jenen verbreitet, die selbst nicht über diese Ausbildung verfügen und sich damit selbst bestätigen wollen.
De facto kann man -und wir reden hier ja bitte nicht von Bewertungen von Mensch und Charakter!- aber noch immer mit Fug und Recht davon ausgehen, dass man so insgesamt gesehen von Maturanten aber sicher auch heute noch mehr an "Kulturtechniken" erwarten kann, als von Nicht-Maturanten. Ausnahmen wird es aber natürlich immer geben.

rebekka7, 08.09. 13:50

Ich habe eher den Eindruck, dass der dekadente Mensch des Westens immer mehr verblödet, ob mit oder ohne höhere Bildung !

Woran das wohl liegen mag ?

Jeder sollte seinen eigenen Namen tanzen können..

murmeletier, 08.09. 00:14

und andere Waldorfkonzepte fallen mir ein, wenn ich höre, dass jetzt das Sitzenbleiben abgeschafft werden soll,

Thema Bildung: Gefahr ist gebannt

kva1000, 07.09. 23:31

Nach einem argumentativ unausgewogenen ORF-Beitrag (diesmal Eco von heute), in welchem kundgetan wurde, dass das Bildungsministerium (also die SPÖ) bis 2020 das "Sitzenbleiben" in den Schulen abschaffen will, bin ich angesichts der kommenden Wahl und des erwarteten Wahlausgangs nunmehr sehr erleichtert. Das drohende (ideologisch bedingte) Unheil in Bezug auf das Abschlussniveau von Schulabsolventen, welches aus der Möglichkeit ohne eine eindeutig positive Leistung abschließen zu können resultierend würde, wird wahrscheinlich verhindert werden können

Ich hoffe, dass der ORF meinen Beitrag der sich ganz konkret auf das Thema Bildung bezieht nicht schon wieder löscht, hab ihn auch extra in ein auch namentlich offensichtliches Forum verschoben.

geier, 08.09. 08:16

Wieder win Argument, SPÖ zu wählen.

kva1000, 08.09. 10:24

Gott sei dank wird am Ende der Realismus über linken Gesellschaftsutopismus siegen.

Mal eine andere Frage:

humanist, 07.09. 20:39

Warum geht es hier meistens "nur" um das System Schule? Der Mensch bedient doch das System.....

Mich würde auch sehr interessieren, ob und was sich an der Lehrerauswahl in den letzten Jahren verändert hat.

Welche Kriterien muss ein Lehramts-Student heute erfüllen, um als Lehrer an einer öffentlichen Schule angestellt zu werden? Wie werden diese heute überprüft?

Wie hat sich die Ausbildung verändert?

kva1000, 08.09. 11:27

Welche Kriterien müssen andere Personen im Öffentlichen Dienst, z.B. eine Arzt/Notar/etc. erfüllen um entsprechend angestellt werden?
Naja, zum einen muss mal ein entsprechendes Studium vorhanden sein, welches auch den aktuellen Fachbedarf abdeckt. Den Luxus auf charakterliche Eigenschaften der Bewerber zu schauen, wird man sich bei einem Einstiegsgehalt eines Schuhverkäufers (wurde inzwischen bisschen verbessert, aber über das gesamte Erwerbsleben schaut trotzalledem wegen der flacheren Gehaltskurve noch weniger raus) aber nicht leisten können. Fatal, da gebe ich dir ganz recht! Schuld daran sind aber nicht die bösen Lehrer, die Lehrergewerkschaft oder sonstige, sondern am Ende der Staat, der sich unter johlendem Beifall der Allgemeinheit 2014 dazu entschloss die Studienzeit auf insgesamt 6 Jahre (4 Jahre Sonder-Bachelorstudium + 2 Jahre Master) zu erhöhen, aber Gehälter gleichzeitig zu kürzen (ca. 25% in der Lebensverdienstsumme als Lehrer). Wer so mit seinen Lehrern umgeht, wird am Ende auch nur die schlechten halten können.

kreativere Ansätze suchen

wahrsager, 06.09. 17:59

statt den vielen Sprachen sollten wir lernen wie wir effizient und effektiv mit Dolmetschern umgehen
statt den vielen naturwissenschaftlichen Gegenständen sollten wir besser lernen wie wir im Internet die richtigen Antworten finden
statt Bewegung und Musik in den Zwangstagsschulen sollten die Kinder wieder mehr in Sport- und Kulturvereine gehen
statt ständig Gruppenarbeiten und Diskussionen sollte verstärkt Frontalunterricht (ist weitaus kostengünstiger) und Auswendiglernen wieder an der Tagesordnung stehen
statt Einheitsbreischulen und Einheitsbreiklassen sollten unbedingt wieder Leistungsgruppen eingeführt werden
...

dosimeter, 06.09. 18:31

Und statt in der Schule sollen die Kinder das alles im Elternhaus lernen ?

klakanica, 06.09. 20:22

an Dosimeter:
du hast Recht, auch das Elternhaus ist dazu angehalten sich um die Kinder zu kümmern und nicht nur zu sagen, dass es ausschließlich die Aufgabe der Schule ist den Kindern etwas beizubringen. Wenn man als Eltern nicht aktiv die Kinder motiviert zu lernen, kann es die Schule alleine nicht schaffen nicht schaffen. Bei einer Schulstundendauer von ca. 50 min und 25 Schülern pro Klasse kommen auf einen Schüler im Schnitt 2 Min. Was herauskommt wenn Eltern sich nicht auch während des Jahres um ihre Schützlinge kümmern, sieht man am PISA-Test, Kängurutest usw.

humanist, 07.09. 00:00

>>wahrsager
Hört sich für mich mehr nach der Programmierung eines Roboters an....

Dass der Pisa-Test die Versäumnisse der Eltern offenlegt, finde ich allerdings ebenfalls sehr vereinfacht und falsch. Die Pisa-Führer wie skandinavische Länder haben oft eine deutlich höhere Quote an Vollbeschäftigung beider Elternteile. In diesen Ländern ist die "Abgabe" der Kinder an Ganztageseinrichtungen weitaus mehr verbreitet als bei uns.

Und auch die Klassenschülerzahl ist nicht der Stein der Weisen. Es geht auch darum, wie viele Lehrer für den Unterricht zur Verfügung stehen. Da mehr Lehrer mehr Geld kosten, ist es wieder ein politisches - und damit ein gesellschaftliches - Thema. Die Klassen zu verkleinern würde bedeuten, dass es mehr Klassen geben muss. Auch dafür braucht man mehr Lehrer als bisher.

alpensymphonie, 08.09. 14:10

@Wahrsager: Englisch sollte jeder Österreicher so gut es geht lernen, und eine zweite Sprache (F, Sp, Russ) zumindest grundlegend zu beherrschen muss der Anspruch an einer höheren Schule sein. Wer nimmt sich auf Reisen einen Dolmetscher mit und muss in der Schule lernen, wie man mit ihm umgeht? Auch das Verständnis von Prozessen in der Nawi ist nicht mit dem Wissen abgedeckt, wo man nachschlagen muss - letzteres hilft wenig, wenn ein Problem mit veränderten Parametern gelöst werden muss. Und da nicht alle Eltern darauf Wert legen, dass ihr Kind ein Musikinstrument lernt und Sport treibt, leistet die Schule auch in diesen Punkten elementare Arbeit.

Verbessern muss sich vor allem:

satiriker, 06.09. 15:23

Musikerziehung
naturnahe und praxisorietierete Wissensvermittlung
gesellschaftlicher Umgang miteinander
soziale Kernkompetenz

und man sollte damit aufhören, Kindern einen Einheitsbrei an Wissen in möglichst kurzer Zeit zu vermitteln bzw. deren Bildung zu vereinheitlichen -, Kinder zu Medien-hörigen Egomanen erziehen oder Kinder intellektuell zu "vergewaltigen".

Soetwas fördert nur SÜCHTE aller Art !!!

verdareno, 06.09. 15:51

Da Kinder/Jugendliche in jedem Fall mit den modernen Medien in Berührung kommen, halte ich es für ziemlich wichtig, die Medienkompetenz in den Unterricht einzubauen. "Moderne Medien sind pfui" wird die Kinder nicht an deren Verwendung hindern - da doch lieber zumindest versuchen, ihnen das Wichtigste dazu beizubringen.
"Einheitsbrei an Wissen" ist relativ - in meinen Augen gibt es schon einen gewissen Grundstock an Fakten, der gelernt werden sollte. Mich schüttelts immer wenn ich höre, daß Jugendliche nichtmal wissen, daß unsere Staatsform eine Demokratie ist, wie Bundeskanzler und Bundespräsident oder die Hauptstädte der Bundesländer heißen oder daß der Wal kein Fisch ist.

dosimeter, 07.09. 06:24

Koordination zwischen Auge, Ohr, Atmung, Muskulatur - binnen Sekunden-Bruchteilen exakt zu üben - und das auch noch im Team kooperierend,

nirgends wird das Ergebnis größerer Pünktlichkeit derart fröhlich erlebt.

Aber man kann Kindern aktives Musikmachen natürlich auch verderben durch Vorschriften, Einsparungen und Menschenverachtung.