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Flüchtlinge auf einem Schlauchboot

Flüchtlinge: Welche Möglichkeiten gibt es?

Europa versucht weiter, die Migration aus Afrika zu bremsen. Wie können Fluchtursachen wirksam bekämpft werden? Wo kann Europa mit afrikanischen Ländern sinnvoll zusammenarbeiten? Welche Möglichkeiten gibt es, den Flüchtlingen zu helfen?

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2156 Beiträge

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Beiträge

Sehe ich auch so: "Asyl nur Schutz auf Zeit"

gscheitbär06, 13.09. 21:37

Zum Thema Asyl sagte Hofer, dass Flüchtlinge nicht integriert werden sollten, weil Asyl "nur der Schutz auf Zeit" sei. Zu unterscheiden sei zwischen Asylsuchenden und der legalen Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften. Asylberechtigte jedenfalls sollten, wenn die Gefahr gebannt ist, in ihr Heimatland zurückkehren und dort ihren Anteil beim Wiederaufbau leisten, so Hofer. "Ich verstehe daher nicht, warum es hier Integrationsbemühungen gibt." Deutschkurse seien zwar okay, Wertekurse brauche es aber nicht.
http://www.krone.at/oesterreich/fpoe-wahlprogramm-asyl-nur-schutz-auf-zeit-hofer-statt-strache-story-588373

matschgerant, 14.09. 07:45

Das jahrelange "Nichtintegrieren" soll denn eigentlich wie genau gehen? Lager? Zäune? Wächtürme? Ö....? Nein, hat er nicht gesagt, ich weiß.

diefackel, 14.09. 08:58

>gscheitbär06

Und die gleichen Leute, die – wie du – Integration ablehnen, werden dann die ersten sein, die sich wortreich darüber beschweren, wenn sie nichts stattgefunden hat. Ein guter Schmäh, aber ein zweckloser, denn die FPÖ steht mit dieser abstrusen Haltung isoliert da.

mozarttaler, 14.09. 09:14

Wozu in Integration Geld & Zeit investieren, wenn diese Personen schon bald wieder in ihre Heimat zurückkehren (müssen)?

diefackel, 14.09. 09:23

>mozarttaler

Da man nicht weiß, wer und wann in die Heimat zurückkehrt, ist es in unserem eigenen Interesse, wenn anerkannte Flüchtlinge in unsere Gesellschaft integriert sind.

swann53, 14.09. 09:35

"Da man nicht weiß, wer und wann in die Heimat zurückkehrt, ist es in unserem eigenen Interesse, wenn anerkannte Flüchtlinge in unsere Gesellschaft integriert sind."

Im Interesse der Flüchtlinge und Schutzberechtigten ist es, dass ihre Kinder die eigene Sprache in Wort und Schrift erlernen und kompatibel mit ihrer Kultur bleiben. Mit Deutsch werden sie nach einer Rückkehr nicht viel anfangen.

diefackel, 14.09. 09:38

>swann53

Niemand hindert sie daran, ihre Kinder diese Sprache zu lehren, und ggf. kann man das im Rahmen der Möglichkeiten durch einen anfänglichen zweisprachigen Unterricht unterstützen. Aber unser Interesse muss es sein, dass Menschen, die ja potenziell auf Dauer hierbleiben könnten, in Sprache und Kultur integriert sind.

matschgerant, 14.09. 09:48

Wenn man beruflich oder freizeitmäßig länger in einem kulturell anderen Land verweilt, wird man ja auch den Verscuh machen, die Gepflogenheiten dort zu verstehen und wenn es geht zu erlernen. Und wenn Flüchtlinge in ihre Länder zurückgehen und unsere westlichen Werte gelernt haben, ist das neuerdings schlecht? Umso blöder ist der Denkansatz, sie nicht einzubinden.

swann53, 14.09. 09:50

" in Sprache und Kultur integriert sind."

Wie ist man denn in unsere Kultur integriert? In dem man die neue, fremde Kultur der eigenen vorzieht? Oder meinst du, das ginge glatt BEIDE Kulturen gleichzeitig zu leben?

diefackel, 14.09. 09:59

>swann53

Nun, wie machen das denn alle jene, bei denen es Reibungspunkte zwischen der demokratischen Kultur und ihrer Weltanschauung, ihrer Religion, ihren kulturellen Vorlieben etc. gibt? Man soll doch bitte nicht so tun, als wäre das ein exklusives Problem von Migranten, das ist vielmehr eine immanente Problemstellung der Demokratie an sich.

swann53, 14.09. 10:03

"das ist vielmehr eine immanente Problemstellung der Demokratie an sich."

Einige Kulturen passen besser zusammen, andere weniger.

diefackel, 14.09. 10:06

>swann53

In unserer demokratischen Kultur bewerten wir Menschen nicht nach ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Kultur. Deine Aussage ist also genau genommen "nicht integriert".

swann53, 14.09. 10:13

"In unserer demokratischen Kultur bewerten wir Menschen nicht nach ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Kultur."

Natürlich ;-) Lauter einzelne Individuen. Keine Gemeinsamkeit durch gemeinsames Erleben, Erziehung etc.
Und was willst du jetzt mit dem Begriff "bewerten" ? Darum geht es nicht. Es geht um Kompatibilität.

diefackel, 14.09. 10:17

>swann53

Demokratie baut auf dem freien Individuum auf, das in der Gemeinschaft auf Basis gemeinsamer Regeln das Zusammenleben abwickelt. Diese individuelle Freiheit ist keine Theorie, sondern Teil unser Verfassung. Klassifizierungen aufgrund kultureller und/oder religiöser Wurzeln finden sich dort hingegen nicht.
"Kompatibilität" kann also immer nur eine individuelle Qualität sein, und sie muss im Sinne der demokratischen Grundfreiheiten maximal weit interpretiert werden.

matschgerant, 14.09. 10:21

Jedenfalls spricht der "Vorschlag" Hofers nur die niedrigsten Gefühle Geiz und Neid an, man würde allerdings genau NULL sparen.

reservebuddha, 14.09. 10:31

Mich wundern solche Idiotien überhaupt nicht mehr. Sie sind ja keine Ausnahmen in den letzten Jahren. Solche Geistesheldentaten, egal auf welchem Gebiet, werden vermutlich so lange zunehmen, bis es wieder einmal gewaltig kracht, und ein wenig Vernunft einkehrt. Die Menschheit lebt ihre Zyklen mit Inbrunst.

reservebuddha, 14.09. 10:32

Die Dunkelziffer derer, die bestimmte Gruppen ohnehin am liebsten in Lagern konzentrieren würden, will ich gar nicht wissen.

seriousman, 14.09. 11:20

Also ich vertrete schon seit Jahren die Ansicht, dass sich Zuwanderer nicht integrieren sollen, was m.E. der richtige Ansatz wäre. Leider wird hier viel Geld beim Fenster rausgeschmissen.

diefackel, 14.09. 11:21

>seriousman

Du meinst, weil du nicht integriert bist, sollten sie das auch nicht sein? Das ist zu eng betrachtet … :-)

trigo, 14.09. 12:19

In Wirklichkeit bedeutet der Asyl Status ein lebenslanges Bleiberecht. Eine Aberkennung des selbigen aufgrund geänderter Umstände kommt in der Praxis so gut wie gar nicht vor.
Das sollte man überdenken.
Eine Nichtintegration zu fordern halte ich ebenso für Nonsens.
Es gilt hier einen vernünftigen humanen Mittelweg zu finden.

ballaststofffrei, 14.09. 12:50

>trigo: Mittelwege sind derzeit leider aus der Mode.

trigo, 14.09. 13:48

Es wäre ein Weg der Vernunft.
Menschen nach 10 oder 15 Jahren des Landes zu verweisen halte ich für inhuman. Diese Wären in ihren Herkunftsländern wieder entwurzelt. Andererseits wäre es ein Hohn wenn Asylanten regelmäßig zum Urlaub in ihre Herkunftsländer fahren würden.
Ich würde eine Zeitgrenze vorschlagen.
Nach z.B. 5 Jahren würde das Asyl in ein dauerndes Bleiberecht übergehen.

maumau, 14.09. 16:48

Wenn jemand Asyl erhält, ist er auf jeden Fall "entwurzelt"; wenn der Asylgrund wegfällt, dann muß er auch nach zig Jahren wieder nach Hause - denn schließlich sollte dann auch der Entwurzelungsgrund wegfallen.
Tatsache ist, daß viele (auch von uns) freiwillig jahrelang im Ausland leben und dann wieder heim kommen. Dauerndes Bleiberecht nach 5 Jahren, zB. weil die Person es geschafft hat, daß vielleicht ihr Asylantrag im Berufungsweg nicht vorher fertig bearbeitet ist?

trigo, 14.09. 19:21

Dass ein Flüchtling, der sein Land verlassen hat, auf jeden Fall entwurzelt ist, möchte ich bezweifeln.
Sicher ist, dass er nach einer bestimmten Zeit entwurzelt ist.
Ich denke hier speziell an Personen die als Kinder in unser Land gekommen sind, hier zur Schule gegangen sind und die Sprache ihres Herkunftslandes nicht mehr beherrschen.
Ob nach 5 oder 10 Jahren der Asylstatus in ein dauerndes Bleiberecht übergehen sollte ist diskutabel aber hier nicht von Belang, da es mir um ein Prinzip geht.

manz, 15.09. 11:38

Da Flüchtlinge schon allein aus bürokratischen Gründen mehrere Jahre im Lande leben, sind nicht nur Deutschkurse, sondern auch Wertekurse sinnvoll. Europäische Touristen oder Firmenmitarbeiter werden ja auch auf kulturelle Unterschiede vorbereitet, wenn sie z.B. nach Japan gehen. Die Vorstellung von Ghettos mit unerwünschten, fremden Personen, die vom Rest der Bevölkerung zu trennen ist, sollten wir eigentlich mit dem Ende der Nazi-Herrschaft überwunden haben. Aber in der FPÖ ist solches Gedankengut offenbar nach wie vor lebendig.

taxler, 17.09. 12:03

swann53,schrieb am 14.09. 09:35 eine Antwort:

"Im Interesse der Flüchtlinge und Schutzberechtigten ist es, dass ihre Kinder die eigene Sprache in Wort und Schrift erlernen und kompatibel mit ihrer Kultur bleiben."
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Da hat ja niemand etwas dagegen.

"Mit Deutsch werden sie nach einer Rückkehr nicht viel anfangen."
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Warst Du überhaupt schon mal im Ausland? JEDE Sprache, die man außer der eigenen kann, erweitert den Horizont und ist ein Gewinn.

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