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Montage zweier Flaggen der USA und Nordkorea

Nordkorea - USA: Wie gefährlich ist der Konflikt?

Das verbale Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA wird immer heftiger. Wie kann die Lage deeskaliert werden? Wer profitiert von dem Konflikt? Wie groß ist die Gefahr?

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4835 Beiträge

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Beiträge

Amerika Bashing ist in! Warum eigentlich?

apoll123, 12.09. 18:51

Ist die USA wirklich das Böse auf der Welt?

Antworten

apoll123, 12.09. 18:52

Beispiel 1 Österreich:
Ohne GIs ab 1945 hätten wir durchaus den Weg Polens, der Tschechoslowakei oder Ungarn gehen können (müssen). Einmal eine (pseudo)freie Wahl, danach Diktatur. Wir hätten heute vielleicht ein Einkommen von € 500.- (wie Ungarn) und müssten uns in D, CH, I, F als Abwäscher auf Tourismushütten verdingen. Tolle Aussichten. Gott sei Dank waren auch die Westmächte in Österreich und unsere Geschichte ist anders verlaufen. Wie Bruno Kreisky zu einem ganz aktiven 70er Linken sagte: Lernens Geschichte, junger Mann!

apoll123, 12.09. 18:52

Beispiel 2 Vietnam:
Nach dem Rückzug der Franzosen als Kolonialmacht 1954 war Vietnam unabhängig. Durch den kalten Krieg wurde das Land geteilt in einen kommunistischen Norden und einen westlichen (undemokratischen!) Süden. Sofort flohen ca. 1,5 Millionen Menschen vom Norden in den Süden, nicht umgekehrt. Dann begann der Norden den Süden kommunistisch zu machen, zu infiltrieren. Die Amerikaner ließen das nicht einfach geschehen und mischten sich ein. Die Guerilla-Kriegsführung des Nordens und der Kommunisten im Süden machten einen Kampf ohne Kriegsverbrechen unmöglich. Weil die Kommunisten die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilde verwendeten (missbrauchten). Wenn ein Vietkong einem amerikanischen Soldaten gegenüberstand, bezeichnete er sich als unschuldiger Bauer; wenn also der Amerikaner schoss, beging er ein Kriegsverbrechen. Wenn der Amerikaner den Vietnamesen aber als unschuldigen Bauern betrachtete, tötete dieser in der Nacht den Amerikaner (plötzlich ist er nun Soldat). Die Amerikaner hatten also nur zwei Möglichkeiten: Von vornherein aufzugeben und die Millionen Vietnamesen, die den Kommunismus nicht wollten, alleine zu lassen. Oder zu kämpfen, wobei jeder automatisch ein Kriegsverbrechen ist, weil sich alle Vietcong als Zivilisten sofort wieder als Zivilisten bezeichneten. Ausweglos. Nach Abzug der Amerikaner 1973 kämpften die Vietcong weiter (nun ausschließlich gegen die eigenen Landsleute), bis auch der Süden (1975) in kommunistischer Hand waren. Danach flohen wieder etwa 2 Millionen Vietnamesen als Boat People in den Westen und wohl kein einziger in das ach so tolle kommunistische Land Vietnam. Im Nachbarland Kambodscha wurden derweil 2 Millionen Landsleute mit Schaufel und Spaten erschlagen. Eigentlich muss man sagen, dass erst die damalige Anti-USA (Friedens-)Bewegung die Ermordung von Millionen Menschen ermöglichte. Tolle Leistung!

apoll123, 12.09. 18:53

Beispiel 3 Korea:
Stark vereinfacht: Gleicher Ablauf wie in Vietnam. Sofort nach der Teilung greift der kommunistische Norden den Süden und erobert diesen. Gegenangriff der UNO (unter US-Führung) und Eroberung Nordkoreas. Eingriff chinesischer „Freiwilliger“ mit Eroberung des Nordens und Grenzziehung wieder am 37. Breitengrad wie zuvor. Übrigens scheitere ein Friedensabkommen hauptsächlich daran, dass über 1 Million nordkoreanischer und chinesischer Soldaten, welche in südkoreanischer Gefangenschaft waren, sich weigerten in ihr Land zurück zu gehen. Auf die kommunistische Entwicklung Nordkoreas bis zum Hungertod 100.00er in den 90ern und dem parallelen Aufschwung Südkoreas brauche ich wohl nicht einzugehen. Und jetzt hat dieser Verrückte vermutlich die Atombombe. Ich wage gar nicht zu denken, was Adolf 1945 vermutlich getan hätte, hätte er die Atombombe gehabt.

apoll123, 12.09. 18:53

Zusammenfassung:
Eigentlich ist alles viel einfacher:
Wenn jemand aus irgendeinem Grund Europa verlassen muss, wohin wird er gehen?
Moskau: wo Oppositionelle gleich einmal für 20 Jahre im Gulag verschwinden?
Peking: wo die höchste Anzahl an Hinrichtungen weltweit stattfinden, und ein Andersdenkender auch gleich weg ist
Pjöngjang: wo ein Tourist wegen „Diebstahls“ eines Plastikschildes zu 15 Jahren verurteilt wird und zu Tode gebracht wird?
Oder doch New York: wo nicht alles perfekt ist, aber ich in Freiheit leben kann
Also warum dieses permanente Amerika Bashing?

it21, 12.09. 19:31

...wohin könnte man gehen?

Moskau:
Warum sollte ich dort Oppositioneller spielen ?
Das Land hat im übrigen Platz genug...

Peking:
Dort gibt es leckeres Essen!
Davon wird man doch nicht hingerichtet...

Pjöngjang:
Wer ist schon so doof und geht dort freiwillig hin ?

New York:
Wenn man tatsächlich flüchten müsste,
dann würden sie einen dort ohnehin nicht
rein lassen....

whateveryoucallme, 12.09. 19:36

Das perverse ist das das wofür die USA meisten gebashed werden gar nicht das böse war oft das gegenteil oder zumindest in guter intention.

auch zb das hussein im amt belassen worden war im ersten irak krieg war nicht schuld der usa es war die schuld der arabischen liga.

was erst jahrzehnte später öffentlich wurde war das die amis die liga erst mehr oder weniger um erlaubnis fragten um kuwait zu befreien und das nicht angreifen von hussein eine bedingung war.

(randnotiz ursprünglich wollte omar mit den taliban kuwait befreien die saudis sagten nein dazu weil er keine chance hätte statdessen solls nach afghanistan gehen)

doch sind die amis nun das böse?
Ja und Nein.
Wirtschaftlich extrem invasiv, mittels ständiger kriegsführung seit staatsgründung beschäftigt und sichert mittels kriegen das die rohstoffe in dollar gehandelt bleiben. damit kann man unendliche schulden machen ohne jemals was begleichen zu müssen.

die einflussnahme auf fremde kulturen kann man gemischt sehen.
sie ist bei den amis stark religiös geprägt und eigentlich christlich fanatischen ursprungs.

allerdings geht das meist gegen die nicht weniger fanatischen keime des islamismus die man seit jahrzehnten mittels kulturexport versucht aufzuweichen, mit fatalem ergebniss.

auch der unsinnige krieg gegen drogen haben wir den amis zu verdanken und nicht zu vergessen ein wirtschaftskonzept das weltweit aufgezwungen wurde und wird das uns gerade als spezies allesamt gegen die wand fahren lässt.

das die amis zudem fast alle wichtigen inovationen auf dem einen oder anderen weg geklaut haben ist da nur eine randnotiz.
auch das man nazi forschungsergebnisse mit mehr als fragwürdigen hintergrund einverleibt genau wie nazi wissenschaftler einfach eingebürgert hat ohne große nachfrage.

das der 2wk dank der amis für uns glimpflich verlief war eine glückliche fügung hinterher gesehen, aber keineswegs die absicht oder intention.

bottom line: die amis sind eine supermacht, keineswegs eine gute die immer nur die eigentinteressen vertritt.
doch zu unserem glück decken sich dank kultureller ähnlichkeiten oft unsere ziele somit ist es für westliche länder keine schlechte sache.

sie sind auch mit sicherheit das kleinere übel verglichen mit vielen anderen, die guten werden sie damit noch lange nicht und man muss ihnen auf die finger schaun bei jeder kleinigkeit.

it21, 12.09. 19:45

"was erst jahrzehnte später öffentlich wurde war das die amis die liga erst mehr oder weniger um erlaubnis fragten um kuwait zu befreien und das nicht angreifen von hussein eine bedingung war."
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Ich weiß ja nicht, woher du deine Nachrichten beziehst,
aber das war doch kein Geheimnis und wurde schon
damals, während des US-Truppenaufmarschs in
Saudi-Arabien, mehrfach veröffentlicht.

Auch für Assad war dies damals eine Bedingung zur
Entsendung von syrischen Truppen.

dergrossenagus, 12.09. 21:35

@apoll123: schon eingereicht, die ganzen Kapitel als Dissertation???

katerlysator, 12.09. 21:36

Danke, apoll123.

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