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Wie sinnvoll sind Quoten?

2018 kommt die verpflichtende Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten von Großunternehmen. Während die einen das für einen notwendigen Fortschritt halten, sehen laut einer Studie vor allem Männer wenig Sinn in gesetzlichen Quoten. Wie sinnvoll sind Quoten? Was sind die Argumente dagegen? Was spricht dafür?

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549 Beiträge

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Frauen aus der Sicht des Unternehmers

gerry49, 10.08. 09:42

In einem kleinen Geschäft arbeiten 2 Mitarbeiterinnen.
Angenommen, eine davon wird schwanger. Was passiert dann?
Der Unternehmer muss für die nächste Zeit einen Ersatz für die Schwangere einstellen. Das bedeutet im Allgemeinen einige Wochen Einarbeitungszeit, in der nicht die volle Leistung gebracht werden kann. Jetzt stellt euch vor, die Dame, die nun eingestellt wurde ist genau so fleißig, oder noch tüchtiger als die Schwangere. Was passiert nun, wenn die ehemals Schwangere wieder ins Berufsleben zurückwill? Der Unternehmer MUSS die als Ersatz gedachte Dame entlassen (die wird sich natürlich riesig freuen, weil wie kommt die dazu, ihren Arbeitsplatz unverschuldet zu verlieren) und die ursprüngliche Mitarbeiterin wieder einstellen, die er (in schnelllebigen Branchen) wieder eine gewisse Zeit einschulen darf, in der weniger Leistung gebracht wird.
Der Unternehmer mit den zwei Angestellten wird es sich also sehr gut überlegen, ob er Frauen anstellt, da sie ihm im Fall einer Schwangerschaft enorm viel Geld und Zeit kosten können.

Hier wirken die Gesetze, die zum Schutz der Frauen erdacht wurden so, dass Frauen oft erst gar nicht angestellt werden.
Hat das der Gesetzgeber bedacht? Was passiert nun, wenn der Gesetzgeber hier eine Quotenregelung einführt, die den Unternehmer zwingt, Frauen einzustellen?

fraugrassamenrat, 10.08. 10:18

In einem kleinen Geschäft arbeiten 2 Mitarbeiter.
Angenommen, einer davon wird krank. Was passiert dann?
Der Unternehmer muss für die nächste Zeit einen Ersatz für den Kranken einstellen. Das bedeutet im Allgemeinen einige Wochen Einarbeitungszeit, in der nicht die volle Leistung gebracht werden kann. Jetzt stellt euch vor, der Mitarbeiter, der nun eingestellt wurde ist genau so fleißig, oder noch tüchtiger als der Erkrankte. Was passiert nun, wenn der ehemals Kranke wieder ins Berufsleben zurückwill? Der Unternehmer MUSS den als Ersatz gedachten Arbeitnehmer entlassen (der wird sich natürlich riesig freuen, weil wie kommt der dazu, seinen Arbeitsplatz unverschuldet zu verlieren) und den ursprünglichen Mitarbeiter wieder einstellen, den er (in schnelllebigen Branchen) wieder eine gewisse Zeit einschulen darf, in der weniger Leistung gebracht wird.
Der Unternehmer mit den zwei Angestellten wird es sich also sehr gut überlegen, ob er Männer anstellt, da sie ihm im Fall einer Krankheit enorm viel Geld und Zeit kosten können.

Hier wirken die Gesetze, die zum Schutz der ArbeitnehmerInnen erdacht wurden so, dass ArbeitnehmnerInnen oft erst gar nicht angestellt werden und statt dessen ein Roboter eingesetzt wird.
Hat DAS der Gesetzgeber bedacht?

gerry49, 10.08. 10:36

@fraugrassamenrat
Das von Dir gezeigte Beispiel einer Krankheit lässt sich aus mehreren Gründen nicht mit einer Schwangerschaft vergleichen:
Eine Krankheit dauert in den allermeisten Fällen nicht so lange. (letzten Wochen der Schwangerschaft+2 Jahre Karenz)
Nachdem ein Mitarbeiter so lange krank war muss man ihn nicht wieder einstellen, man kann ihn sogar währen der Krankheit kündigen, was bei jungen Müttern nicht erlaubt ist.
In manchen Branchen wäre der Einsatz von Robotern nicht möglich und auch nicht wünschenswert.

Quoten sindsind Nonsens!

elmucho, 10.08. 09:18

Was hilft eine Quote, wenn sich 10 Männer und eine Frau auf eine freie Stelle bewerben und von den Männern sind 7 besser geeignet als die Frau?
Dann die Frau einzustellen wäre im höchsten Maße diskriminierend!
Und geschäftsschädigend obendrein. Aber dass die Legislative tlw gegen Unternehmen wirkt ist ja eh nix neues....
So what......

reservebuddha, 10.08. 09:22

Dann ist die Frau besser als der 8., und somit wird sie genommen.

reservebuddha, 10.08. 09:23

Sorry, es ging um EINE Stelle. In dem Fall kriegt sie der beste Mann, weil keine Gleichheit der Qualifikation vorliegt.

Sommerloch

krimineller, 10.08. 04:44

Ist eine wunderbare Debatte wo jeder was zu Sagen hat. Auch Ich.
Ich kann mir gut vorstellen wie eine Frau (möglicherweise schwanger) Mit einem Türelement (Fenstermontage) am Bau 6 Stockwerke hochgeht. Und das immer und immer wieder den ganzen Tag!. Ich bin mir sicher das sie die selbe Leistung bringen wird wie ein Mann. Oder Schlosser. Zum Bleistift 2 Frauen stehen am Bohrständer und bohren Trägerelemente das Stück ca 120 kg macht 60 pro Frau beim heben. Den ganzen Tag lang. raufheben 4 Löcher bohren runterheben. Auch da ist es zu erwarten das von den Frauen mindestens gleiche Leistung zu erwarten ist. Oder?. Naja man kann diese Frauen aber auch in der Planung einsetzen in diesen Firmen. Ist das Sinnvoll?. Möglich, aber wenn ich in gewissen Berufen wen in die Administration nehme der niemals an der Produktion teilgenommen hat könnte es gut sein das die Planung so nicht funktioniert. Es würde dahingehend viele Beispiele geben. Man muss auch mal dort hin sehen wo KÖRPERLICHE SCHWERARBEIT stattfindet und dort will (kann) Frau nicht hin. Leider ist das aber das Berufsleben der Masse. Nicht alle sind im Vorstand oder in Führungspositionen. Dahin Quotenmäßig zu schielen macht dann aber auch keinen Sinn wenn man nicht auch in solchen Berufen Quoten einführt. Viel spass mit so einem unsinnigen Vorhaben.

strolch1, 10.08. 05:14

gebe dir bei einigen punkten recht ,denke aber das bei google vorwiegend gleiche arbeit von mann und frau geleistet wird und deshalb gleich entlohnt wird.

krimineller, 10.08. 05:31

Bei uns gibt es Kollektiv , und der gilt für beide. Wenn man aber wenig Verhandlungsgeschick hat soll man nacher nicht jammern.
Es kommt immer darauf an wie man sich verkauft. Und wenn man das nicht kann , wie soll man dann was anderes für die Firma gewinnbringend An den Mann - Frau bringen?. Und das gilt für BEIDE!.

Da stellt sich halt die Frage...

mbrain, 10.08. 00:57

warum es kaum Frauen gibt, die Unternehmen wie google oder facebook oder vw oder toyota oder siemens etc. etc. gründen bzw. gegründet haben? Denn dort könnten ja dann die Gründerinnen das Sagen haben und Frauen bevorzugen. Wie in den späten 70ern und 80ern die Computershops und Clubs aus dem Boden sprossen, bildete sich eine community, ich war selbst dort vertreten. Wir als reine Männerclique hätten jedem Mädel den roten Teppich aufgerollt. Wo waren sie? Um die Mädels im Elektronikshop zu zählen brauchte man nur zwei BITs pro Jahr. Aber natürlich könnten Mädels das auch alles genauso gut wie Jungs. Theoretisch.

whateveryoucallme, 10.08. 04:31

na ist ja nicht so das die forschung nicht fast täglich absolute unterschiede in der gehirnchemie zwischen männdern und frauen festellt.

aber halt, männer sind sicher nix besser irgendwo denn wir wissen frauen sind gottgleiche wesen sie ihre 20% mehr verdienst für ihre 30% weniger arbeit absolut verdienen

Sinnvolle Quoten helfen

nathan, 10.08. 00:14

Ich bin zB für eine verpflichtende Frauenquote von 40% bei Aufsichtsräten. Denn es ist natürlich eine Lüge, dass es zu wenige qualifizierte Frauen gibt, die diesen Job machen können. Ein Aufsichtsratsmandat ist auch kein Fulltime-Job. Also sogar neben Betreuungspflichten für mehrere Kinder locker zu machen. Ich sorge mich mehr darum, dass angebliche Fulltime-Manager zusätzlich 10 Aufsichtsratsmandate haben. Was natürlich völliger Schwachsinn ist. So ein Funktionswildwuchs ist seriös nicht zu bewältigen, dient nur der eigenen Macht, dem eigenen Konto und der Tendenz, dass sich die hohen Herren gegenseitig völlig ungerechtfertigte Traumgagen zuschanzen.

krimineller, 10.08. 05:07

Nachvollziehbare Beispiele?

Nicht die Quoten sind wichtig, sondern die Besten ob Frau...

blumenstrauß, 09.08. 23:07

...oder Mann

Was nützen Quoten wenn der Mann oder die Frau unfähig sind.

Sinnlos - siehe med-uni tests

morli70, 09.08. 16:12

Frauen sind eben anders. Können vieles besser als Männer. Manches aber nicht. MINT ist beispielsweise kein Thema für Frauen. Da sind Männer besser. Dafür sind Frauen vielleicht die besseren Psychologen. So ist die Natur und die werden Feministinnen nicht ändern können

unsinnig und nur eine Diskriminierung der Männer

getfree, 09.08. 13:18

Ich kann den ganzen Schwachsinn nicht mehr hören und lesen. Frauen verdienen weniger (gäbe es nicht verschiedene KVs und Gewerkschaften wäre das nicht so), sind benachteiligt etc.. Ich lese immer nur dass Frauen in der Politik, in AR etc.. unterrepräsentiert sind. Aber niemals dass es eine Quote z.B. am Bau geben sollte oder dass vielleicht gar nicht genug Interessenten und Qualifizierte weiblichen Geschlechts vorhanden wären? Außerdem kräht kein Hahn nach Quoten in Sozialberufen, Friseuren, Lehrer etc. Bswp. gibt es jetzt schon mehr Richterinnen als Richter und keiner dreht das Ganze jetzt um. Verstehe somit das Ganze nicht - ist nichts anderes als eine Diskriminierung die offiziell ist. Sehr in Österreich auch keine Notwendigkeit für ein Frauenministerium. Nur dort wo es von Vorteil für die Frauen ist, werden Quoten gefordert. Aber niemand würde von denen ein verpflichtendes Sozialjahr (statt dem Bundesheer), Erhöhung des Pensionsalters etc.. akzeptieren.

carlo, 09.08. 15:31

In welcher Branche - exact - verdienen die Frauen weniger als Männer?

jimmyantipolis, 09.08. 15:51

die opferrolle der frau hat sich eben schon in fleisch und blut manifestiert. ganz findige haben herausgefunden, dass frau statistisch gesehen auch im staatsdienst weniger verdient, wobei es dort klare gesetzliche regeln über die gehaltshöhe gibt, die für alle dieselben sind.

zwosi, 09.08. 17:35

Im Staatsdienst gibt es keine Unterschiede bei gleichem Job, iinsgesamt aber verdienen dort Frauen mehr als Männer, weil dort die Jobs für Geringverdiener vor allem von Männern besetzt werden.

Je mehr Frauen besser ausgbildet werden,

carlo, 09.08. 12:51

also studieren werden, um so schneller wird die Frage der Quote obsolet werden.
Und viele Studienfächer sind schon jetzt mehrheitlich mit Frauen besetzt.Wenn ich mich recht entsinne sind es in wirtschaftlichen Fächern auch bald 50% an Frauen

Alleine wenn ich bemerke wie in meinen persönlichen Umfeld dies sich auf Ärztinnen - ob privat oder Spital - umlegen lässt.
Gewaltig wie die dort im Vormarsch sind.

Auch viele andere freiberufliche "Destinationen" werden immer von mehr Frauen "geentert".
Deshalb finde ich die Aufregung umsonst - "künstlich" aufgeplustert, wäre noch ein zu gelinder Ausdruck hiefür.

PS In meinen familiären Angelegenheit hatte und habe ich immer ein Anwältin - im geschäftlichen einen Anwalt.
Denn brauche ich allerdings wie es aussieht, nimmer.
Aber eine Geburtstagskarte schickt er mir heute noch.

carlo, 09.08. 13:03

Ist schon verrückt welche kapriolen solche thmen schlagen
****

"Gehaltsschere: Cafe in Australien verlangt Männeraufschlag"

http://www.orf.at/#/stories/2402465/

PS.Na gut, niemand wird daran gehindert verrückt zu spielen - oder es ist nur ein Werbegag, was ich ehr vermute

disputatio, 09.08. 22:59

das sehe ich auch so, eine künstliche Quote wäre ja geradezu verrückt ....

mirabeau, 09.08. 11:10

"Die Chefetagen der börsennotierten Unternehmen in Österreich sind nach wie vor eine Männerdomäne."
-------------------
Ich habe jetzt kramphaft versucht, ein börsennotiertes Unternehmen zu finden, das von einer Frau gegründet wurde,aber außer der Beate Uhse AG und ein ein paar kleineren Unternehmen in der Mode und Schminke Branche ist mir nichts eingefallen.
Vielleicht liegt es ja daran?

jimmyantipolis, 09.08. 11:13

eh, vielleicht sollte man mal mit einer gründerquote anfangen ...

Auch beim Bundesheer ...

boomerang, 09.08. 10:51

wird gerade krampfhaft daran gearbeitet den Frauenanteil zu erhöhen. Lächerlich

jimmyantipolis, 09.08. 10:53

da wäre ich GANZ dafür. einfach die wehrpflicht auch für frauen einführen und die quote ist erfüllt!

boomerang, 09.08. 10:55

http://soldatin.bundesheer.at/Girls-Camp-2017-231

Mehr soziale Gerechtigkeit für Frauen!

murmeletier, 08.08. 20:32

Einem 5jährigen fällt auf, dass es ungerecht ist, wenn nur Männer herrschen. Welche Qualifikation haben diese weißen Männer, die Frauen nicht ebensogut vorweisen können?
Quoten machen Sinn, um zugegeben mit der Brechstange, ein Mindestmaß von Chancengleichheit in einer klar von männlichen Seilschaften dominierten Welt herzustellen.
Ein Regulatorium der Fairness, das es -leider- offenbar braucht.

jimmyantipolis, 08.08. 21:58

Einem 5jährigen fällt auf, dass es ungerecht ist, wenn nur Männer herrschen

weder männer noch frauen sollen herrschen.

manz, 09.08. 04:03

Quoten stellen keine Chancengleichheit her, sondern sie überspringen das Chancen-Stadium bei den Frauen und nehmen damit automatisch Männern ihre Chancen. Auch mit Qualifikationen kann man hier nicht argumentieren, denn keine Quote ist an eine Qualifikationsüberprüfung gekoppelt. Ob eine Frau qualifiziert ist, ist - wie schon bisher bei den Männern - eine Ermessenssache im Einzelfall. Eine formale Quote steigert keineswegs das Qualitätsniveau.

zwosi, 09.08. 08:33

manz: QUoten sind keine ideallösung. Nehmen wir aber mal an, für manche Jobs (wenn nicht für alle) will man unbedingt "die besten Bewerber". Dann ist es unsinnig, bei der Auswahl von Anfang an auf die Talente der halben Menschheit zu verzichten. Und genau das passiert im Grunde heute.
Nebstbei halte ich das Pröblem in den Aufsichtsräten für ein klitzekleines Nebenproblem, das nur für einige wenige ohnehin Privilegierte irgendeine Bedeutung hat.

jimmyantipolis, 09.08. 10:55

Quoten sind keine ideallösung.

sie sind schon deshalb keine ideallösung, weil die bei uns gängigen quoten klare diskriminierungen aufgrund des geschlechtes sind, die sowohl nach der emrk als auch nach eu recht grundsätzlich verboten sind.

mirabeau, 09.08. 11:14

"Welche Qualifikation haben diese weißen Männer, die Frauen nicht ebensogut vorweisen können?"
------------
Das frage ich mich bei Maurern und Eisenbiegern, Strassenkehrern und Kanallräumern auch immer.

jimmyantipolis, 09.08. 11:18

Das frage ich mich bei Maurern und Eisenbiegern, Strassenkehrern und Kanallräumern auch immer.

du übersiehst, dass man bei denen durch den mit der arbeit verbundenen schmutz das WEISSE nicht so sieht ;)

reservebuddha, 09.08. 12:34

"weil die bei uns gängigen quoten klare diskriminierungen aufgrund des geschlechtes sind, die sowohl nach der emrk als auch nach eu recht grundsätzlich verboten sind."

Wenn sie asymmetrisch gelten, klar. Aber wenn sie symmetrisch gelten?

reservebuddha, 09.08. 12:42

"Quoten stellen keine Chancengleichheit her, sondern sie überspringen das Chancen-Stadium bei den Frauen und nehmen damit automatisch Männern ihre Chancen."

Das ist unlogisch. Vielmehr verschaffen sie Frauen ein wenig bessere Chancen und Männern ein wenig schlechtere als bisher, aber immer noch nicht einmal halb-halb. Ja, sie nehmen Männern die Chancen, die sie bisher in unvergleichlich höherem Ausmaß gehabt haben. Aber das ist ja nicht die Richtschnur, sondern die muss der Vergleich zwischen den Geschlechtern sein.

"Auch mit Qualifikationen kann man hier nicht argumentieren, denn keine Quote ist an eine Qualifikationsüberprüfung gekoppelt. Ob eine Frau qualifiziert ist, ist - wie schon bisher bei den Männern - eine Ermessenssache im Einzelfall."

Quoten sind generell schon an die Qualifikation gekoppelt. Es heißt: Bei Gleichheit der Qualifikation soll dem Mitglied der benachteiligten Gruppe der Vorzug gegeben werden.

"Eine formale Quote steigert keineswegs das Qualitätsniveau."

Senkt sie aber auch nicht. Das würde ja heissen, dass Männer generell so viel besser qualifiziert wären, dass ein höherer Frauen-Anteil statistisch eine Senkung der Qualität bedeutet. Denn wenn Frauen durchschnittlich auch nur vergleichbar gut sind, steigert mathematisch betrachtet die doppelt so hohe Auswahl sehr wohl das Qualitätsniveau.

Ich kenne manche Fälle von Frauen, die ich sofort an die Stelle ihrer männlichen Chefs setzen würde, wenn ich könnte. Das ist keine statistisch haltbare Aussage, aber wieso sollte ausgerechnet mein Eindruck so falsch sein?

jimmyantipolis, 09.08. 13:11

Wenn sie asymmetrisch gelten, klar. Aber wenn sie symmetrisch gelten?

die in österreich gängigen quoten gelten aber asymetrisch. und symetrische quoten haben das problem, dass wenn sich 10 männer und 10 frauen für einen job bewerben und alle 10 männer weit qualifizierter wären als alle weiblichen bewerber oder alle frauen besser qualifiziert wären als alle männer, man von gesetzes wegen 50 prozent ungeeignete nehmen müsse, was auch nicht gerade der renner wäre.

reservebuddha, 09.08. 15:31

Hm. Steht nicht explizit immer "bei gleicher Qualifikation" drinnen?

jimmyantipolis, 09.08. 15:47

eben, frauen bei sonst gleichen voraussetzungen immer vorzuziehen, ist eine klare diskriminierung aufgrund des geschlechts. denn diesfalls ist eben das einzige kriterium der bevorzugung der frau mit gleichzeitiger benachteiligung des männlichen mitbewerbers ausschliesslich das geschlecht. und das ist eine glasklare diskriminierung.

reservebuddha, 10.08. 09:32

"eben, frauen bei sonst gleichen voraussetzungen immer vorzuziehen, ist eine klare diskriminierung aufgrund des geschlechts."

Ja, das wäre es, wenn es nicht hieße, dass die jeweilige Minderheit bei gleicher Qualifikation vorzuziehen ist.

"Kaum Frauen als Chefinnen in Großunternehmen"

überzeugterösterreicher, 08.08. 16:18

berührend wie man sich hier um die upper class sorgen macht

reservebuddha, 08.08. 16:44

Die Reaktion ist verständlich, insbesondere wenn sie von Männern kommt, die kaum je eine Chance haben, in diese Sphären vorzudringen (das ist nicht abwertend gemeint, sondern einfach Faktum), weil sie wie so viele schlicht und einfach zu der überwiegenden Mehrheit der Otto-Normal-Hackler gehören.

Natürlich haben die selber (ebenso wie - teils noch mehr - Frauen in ähnlicher Sltuation) wenig bis kein Verständnis dafür, dass man sich "ausgerechnet" um die "upper class" Sorgen macht, insbesondere, wenn sie selber das Gefühl haben, wirtschaftlich gegen die gläserne Wand zu rennen, die es ein paar wenigen ermöglicht, dorthin vorzudringen (oft aufgrund von Geburt oder Seilschaft oder reinem Glück, manchmal allerdings tatsächlich aufgrund von Kompetenz, meistens aufgrund einer Kombination dieser Faktoren) aber den meisten eben nicht.

Aber grade solche Menschen (ja, auch Frauen) sollten eigentlich mehr als genug Verständnis dafür haben, dass es manchen irgendwann einfach reicht, permanent zuzusehen, wie irgendwelche teils unterirdisch unfähige Typen karrieretechnisch an ihnen vorbei rauschen, während sie selber derweil für einen Bruchteil des Gehalts die Arbeit erledigen, weil sie - im Gegensatz zu besagten Vorbeirauschern - über ein Übermaß an Pflichtgefühl und viel zu wenig Chuzpe verfügen, sich hinauf zu ellbogisieren, oder auch, weil es ihnen halt an den nötigen Verbindungen fehlt.

In diesem Falle ist das falsche Geschlecht einer von vielen Faktoren, die ausreichende Kompetenz als Kriterium völlig ausschalten. Die Benachteiligung von Frauen in diesen Sphären ist natürlich nur ein Phänomen, das keinen Mann, und die wenigsten Frauen betrifft, die ohnehin davon nie direkt profitieren werden. Aber es ist ein kleiner Schritt - und wirklich nur einer von vielen notwendigen - eine (und wieder nicht alle) Ungerechtigkeiten beseitigen zu helfen.

Man sollte es daher eher so betrachten: Wenn es möglich ist, verkrustete Strukturen auf dieser Ebene und unter diesem Aspekt aufzubrechen, dann wird es auch auf anderen Ebenen und unter anderen Aspekten möglich werden, und das ist ganz grundsätzlich für alle gut, die nicht all zu weich gebettet sind, ungeachtet des Geschlechts oder sonstiger Merkmale.

überzeugterösterreicher, 08.08. 19:51

keine ahnung was das gefasel von dir soll. auf mich bezogen, ich hatte zur spitzenzeit 50 mitarbeiter.

wenn ich so eine überschrift sehe wie oben reinkopiert kommt mir das kalte kotzen. ob irgendein konzern ein östrogen am chefsessel hat, hat genau null bedeutung.
bedeutung hat die armut vieller alleinerziehender frauen, das sind wirklich probleme in dem land.

reservebuddha, 09.08. 00:30

Ja, ich bin auch der Meinung, dass armutsgefährdende Menschen (und das sind mehrheitlich Frauen) das weitaus größere Problem darstellen.

Ich widerspreche dir trotzdem, wie bereits argumentiert. Das als Antwort, "was mein Gefasel soll". Es soll sachlich einen anderen Aspekt darstellen, und ziemlich sicher nicht ins Persönliche abgleiten.

manz, 09.08. 04:14

Die Vorstellung, mit mehr Frauen in den Chefetagen würde niemand mehr zuzusehen müssen, wie irgendwelche teils unterirdisch unfähige Karrieretypen an einem vorbeirauschen, halte ich für Sozialromantik. Mit dem Anteil an Frauen wird auch der Anteil an unfähigen Frauen in Führungspositionen steigen, die Quote wird diesen Prozess beschleunigen, und Ungerechtigkeit wird es weiter geben, dann eben bei Ausländern oder anderen Gruppen - und die Kinder werden unter dauerabwesenden Karrieremüttern ebenso leiden wie unter Karrierevätern.

reservebuddha, 09.08. 12:32

"Die Vorstellung, mit mehr Frauen in den Chefetagen würde niemand mehr zuzusehen müssen, wie irgendwelche teils unterirdisch unfähige Karrieretypen an einem vorbeirauschen, halte ich für Sozialromantik."

Ich auch. Das wäre eine unzulässige Verkürzung und Verfälschung meiner Argumentation.

"Mit dem Anteil an Frauen wird auch der Anteil an unfähigen Frauen in Führungspositionen steigen, die Quote wird diesen Prozess beschleunigen, und Ungerechtigkeit wird es weiter geben"

Ganz sicher. Und es ist mit den Ungerechtigkeiten so wie mit dem Dreck im Haus: Man putzt halt regelmässig und überall, und lässt nicht eine Stelle dreckig, weil die andere noch nicht sauber ist.

Quoten sind totaler Unsinn

blackskorpion, 08.08. 16:05

Ist nur ein krampfhafter Versuch Richtung Gleichberechtigung und totaler Unsinn. Wer für einen Job am geeignetsten ist, sollte ihn machen, egal ob das jetzt ein Mann oder eine Frau ist. Zählen sollte die Qualifikation nicht das Geschlecht. Wenn man etwas für Frauen machen sollte, dann sich einsetzen für gleiche Leistung - gleiche Entlohnung!

reservebuddha, 08.08. 16:08

Willst du mir damit sagen, dass in manchen Branchen Frauen durch die Bank total unfähig und Männer wie selbstverständlich von der Qualifikation her weit überlegen sind?

Das wäre nämlich die Voraussetzung für dieses übliche "es soll nur die Qualifikation zählen"-Märchen.

Das tut sie eben nicht, sonst gäbs längst einen höheren Frauen-Anteil, und zwar - um das ganz klar zu sagen - nicht deshalb, weil Frauen generell so gut sind, sondern weil Männer generell genauso unfähig sind wie Frauen.

40pips, 08.08. 16:58

Nein, alles unrichtig.
Der Grund liegt schlicht und ergreifend darin, dass sich die Frauen vergleichsweise wenig bis gar nicht bemühen, in höhere Positionen zu kommen.
Wer sich nicht darum kümmert, muss sich nicht wundern, etwas nicht zu erreichen.

zwosi, 08.08. 17:23

auch an die 98 % der Männer machen nix, was ich "Karriere" nennen würde. Und ich bezweifle, dass die restlichen 2 (nur) nach ihren Fäigkeiten ausgewählt werden.

reservebuddha, 09.08. 00:25

"Und ich bezweifle, dass die restlichen 2 (nur) nach ihren Fäigkeiten ausgewählt werden."

Made my day! *kuller*

manz, 09.08. 04:23

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Beim Frauenthema ist das besonders beliebt. Bei der vielzitierten Einkommensschere wird z.B. Vollzeitarbeit mit Teilzeitarbeit in einen Topf geworfen. Wenn man das trennt, ist die Schere gleich viel kleiner. Beim Spitzenmanagement wird gar nicht gefragt, ob Frauen die Chance auf einen Posten hätten, sie aber nicht ergreifen wollen, etwa weil Spitzenmanagement mit Familienleben unvereinbar ist, nein, man unterstellt einfach, alle männlich besetzen Chefposten in Großkonzernen hätten Frauen gewollt.

Quoten sind

franzjosef1957, 08.08. 15:02

gegen die freie Wirtschaft, gegen die Freiheit generell und undemokratisch
Wenn bei Wahlen jene Abgeordneten die Vorzugsstimmen erhalten, zurückgereiht werden, da die Quote sonst nicht eingehalten werden kann, ist das ME Wahlbetrug.
Die Abgeordneten müssen vorher auch unterschreiben, daß sie zugunsten der Quote verzichten.

reservebuddha, 08.08. 15:52

Das scheint mir nur für die zu gelten, die zufällig von einer Schieflage profitieren. Deren Freiheiten werden durch Quoten womöglich nicht geschützt. Die Freiheiten derer, die traditionell den Kürzeren ziehen, also seit Langem diskriminiert werden, werden aber so besser geschützt. Also stimme ich dem ersten Satz nicht generell zu.

Was Abgeordnete betrifft, stimmt das nicht einmal. Wer Vorzugsstimmen erhält, hat die offiziell, und kann nicht zum Rücktritt gezwungen werden. Bei vorherigem "Blanko-Scheck" ist es jederzeit möglich, eine Gegendarstellung (einen Widerruf der "Rücktritts-Erklärung") rechtzeitig notariell zu hinterlegen.

Wer sich so wenig um die demokratische Grundordnung schert, das nicht zu wissen, hat in der Politik eh nichts verloren.