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Wie politisch sind Studierende?

Die Wahl zur Österreichischen HochschülerInnenschaft hat die historisch niedrigste Wahlbeteiligung gebracht. Warum ist nur rund jeder und jede vierte Studierende zur Wahl gegangen? Wie gut und wichtig ist die politische Vertretung der Studierenden überhaupt? Wie politisch sind Studierende?

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209 Beiträge

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Beiträge

Wie politisch sind Studierende?

passagier055, 19.05. 12:58

Normal sind gerade Studenten sehr politisch.

Überall wo es in der Welt zu Protesten kommt ist dies hauptsächlich auf Studenten zurück zu führen.
(Außer bei Arbeiterproteste und Gewerkschaftsproteste).

Wenn die Wahlbeteiligung bei Studenten sehr nieder ist kann es nur 2 Gründe haben.

A.) entweder sind alle Studierende sehr zufrieden
B.) oder die Studenten haben alle Hoffnung aufgegeben und sind sehr unzufrieden und frustriert.

Aber es kann auch sein das die gesamte Jugend nicht mehr das ist was es einmal war. Jugendrevolution, Jugendproteste, Jugendkultur, dies alles scheinen Relikte aus vergangenen Zeiten zu sein.

Sinnvoll wär es aber für jeden Diktator und Machthaber die Jugend so zu manipulieren das sie sich nicht mehr bewegt .
(Auch in dieser verlogenen Demokratie und Freiheit).

Wenn ich da nur zurückdenke an die wilden 50er Jahre wo die Jugend noch ihre ersten Schritte alleine wagte.
Man wendete sich von dem ab, was die Erwachsenen ausmachte.

Oder an die 60er Jahre wo überhaupt der Höhepunkt der Jugendkultur war. Alt und Jung waren so konträr das es nicht höher sein könnte.

In den 70er Jahren begann man politisch die Jugend für sich zu entdecken. Kreisky war einer der ersten Politiker der sich bewusst der Jugend zugewendet hatte. Quasi nach dem Motto:......"lehnt die Jugend nicht ab, sondern holt sie in die Politik hinein". (Mit Erfolg).

Weil eben dies auch ein Vorzeigemodel war, was Kreisky tat hat es jede Partei nachgemacht. (Um ebenfalls bei der Jugend zu punkten).

Man braucht ja nur die Frauenpolitik als Beispiel nehmen.
Frauen und Jugend waren vorher noch politisch "uninteressant".
Da man glaubte diese Personengruppen sowieso alles vorschreiben zu können.

Vielleicht wurde die Jugend "zu sehr" politisiert, so das sie ihre eigene "Identität" verloren hat.
(Nur aus Eigenständigkeit kann auch eigenes kommen).

Alles zu politisieren kann dazu führen, das sich genau das Gegenteil entwickelt. (Überforderung der Sinne und Anreize !)
Anreize die vorgegeben werden sind dann oft keine Anreize mehr.

Antworten

passagier055, 19.05. 13:14

Wenn man bedenkt das es in den 50er Jahren noch so etwas wie eine Rocker-Kultur gegeben hat.
Oder in den 60er Jahren noch so etwas wie eine Flower-Power Kultur.
Oder in den 70er Jahren die Kultur der "Freien Liebe" und Disco-Kultur.
In den 80er Jahren war die Punk-Kultur und Pop-Kultur noch etwas das Jugend-Kultur gleich kam.
Mit beginn der 90er Jahre kam noch diese Techno-Kultur auf.
Aber genauso monoton wie diese letzte Musikentwicklung war, so monoton wurde die Jugend.

Seit mehr als 20 Jahren hat die Jugend keinen eigenen Still und keine eigene Identität mehr geschaffen.
Was ist heute überhaupt Jugendkultur?
Mit was kann man die Jugend von heute noch kulturell verbinden? (praktisch eh mit nix mehr).

Diese Jugend von heute hat weder eine eigene Musik noch eine eigene Kultur geschaffen. Diese Jugend wurde politisch in die Monotonie geführt !

ösirepublik, 19.05. 13:15

ganz einfach:
politisch nicht vorbelastet !
Vor allem, wenn man über Parteibuch dann einen Job (öffentliche hand) bekommt, wird man "eingefärbt", ob man will oder nicht ..

xx1xx, 19.05. 13:16

Ob es einem finanziell gut geht, hängt von der Umgebung, Betrachtungsweise, also den Befürfnissen ab.
Die österreichischen Universitäten haben jahrzehnte lang über ausländische Professoren nicht nur das Wissen, sondern auch die politische Einstellung in das Land importiert. Gehaltsvorstellungen der Absolventen liegen daher bei 150.000 Euro/Jahr (z.B. für einen Chirurgen, Zahnarzt) und auch weit darüber (Führungskraft in einem internationalen Unternehmen). Solche Vorstellungen werden dann auch in Studienrichtungen wie Ägyptologie hineintransportiert und erzeugen dort relative Armut, mancherorts kommunistische Mehrheiten.
Der Fokus auf die Wissenschaft geht dabei verloren.

ösirepublik, 19.05. 13:17

Diese Jugend von heute hat weder eine eigene Musik noch eine eigene Kultur geschaffen. Diese Jugend wurde gesellschaftlich in die Monotonie geführt !
ein braver , aber begeisterter passiver Bespaßungs- Konsument zu sein ...

tibetterrier, 19.05. 13:53

Ich bin ja nicht nur ein Seniorstudent, ich war einmal auch ein Juniorstudent - und zwar genau in den angeblich so "wilden Jahren" zwischen 1967 und 1973.
Ich muss euch enttäuschen. Die Uni war damals genau so wie heute kein revolutionäres Biotop, der Kreis der politisch Engagierten damals wie heute sehr klein.
Es ist ja eine witzige Rache der Geschichte, dass einige der Teilnehmer an der berühmt/berüchtigten "Uni-Ferkelei" heute Staatspreisträger sind (wie Günther Brus) - damals wurden sie zu Haftstrafen verurteilt und mussten ins Ausland regelrecht "fliehen"

passagier055, 19.05. 14:19

naja, @tibetterrier........

Es ist schon logisch das "Ablehnung zur Auflehnung" führt.
Vor den 70er Jahren war die Jugend schon politisch "unerwünscht", wenn man das so sagen kann.

Frauen und Jugend hatten den Mund zu halten und die Politik den "erwachsenen Männer" überlassen. Diese Ablehnung führte zur Auflehnung. Auflehnung wiederum führte zu einer eigenen Kultur und Kunst, und zu einer eigenen Identität.

Die Jugend ist heute zu sehr politisiert, so das man schon meint die Zeugen Jehovas sind hinter dir her.
Von einem Extreme zum andern. Von Ablehnung zur Jagd auf die Jugend.

Ist jedenfalls mein persönlicher Eindruck, @tibetterier.....
Aber vielleicht ist deine Wahrnehmung eine andere.

tibetterrier, 19.05. 14:28

passagier:
Das mit der "Ablehnung zur Auflehnung" hat schon was. Nur kamen - gerade in den 60&70er-Jahren alle bedeutenden Einflüsse in Kunst,Gesellschaft und Politik entweder aus dem Westen (USA, UK, Frankreich- entweder direkt oder über Deutschland) oder dem Osten (CSSR). Eine autochthone österreichische Szene, mit Ausnahme der "Aktionisten" in der Kunst, kann ich nicht erblicken

schäferdackel, 19.05. 20:46

wie politisch sind die studierenden? nicht so politisch wie der wastl kurz und solche wie der k.h. grasser u.a., die bei ihren politchefs solange geschleimt haben, bis sie spitzenpositionen ohne uniabschluss bekommen haben und weiterhin bekommen werden. die leute, die ihr studium mit dem doktorat mit der höchsten auszeichung (magna cum laude) erwarben, werden kaum das einkommen eines politikers erreichen, weder durch wisenschaftliche veröfentlichungen oder worträge in der ganzen welt.

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