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Wie geht es bei den Grünen weiter?

Wenige Monate vor der vorgezogenen Nationalratswahl ist Eva Glawischnig als Bundessprecherin der Grünen zurückgetreten. Was bedeutet der Rückzug Glawischnigs für die Partei? Erhöht der Wechsel an der Spitze die grünen Chancen bei der Wahl im Herbst? Wie geht es bei den Grünen weiter?

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3542 Beiträge

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Beiträge

Die Idee der Grünen

kinglui, 19.05. 23:30

im ursprünglichen Ansatz waren ja nicht schlecht und die
Schützung unsere Umwelt halte ich auch als besonders
erstrebenswert. Was leider aus diesen Ansätzen entstanden ist,
wie Freigabe von Canabis, total überzüchtete Lähmung des
Verkehrsgeschehens und irgendwelche Ehen zwischen wem
auch immer, halte ich so wie viele als nicht erstrebenswert.
Dies wird auch bei der Mehrheit der Bevölkerung so gesehen
und nicht wirklich ernst genommen. Auch im politischen
Geschehen wird diese Partei in ihrer derzeitigen Agitation nicht
allzuvielen Zulauf bekommen, egal wer dieser Partei in Hinkunft
vorsteht.

Antworten

reservebuddha, 19.05. 23:40

Die Freigabe von Cannabis wäre höchste Zeit, obwohl die Grünen sie gar nicht propagieren. Leider.

Das mit dem Verkehrsgeschehen stimmt leider, stammt aber nicht nur von den Grünen, sondern schon viel früher aus der Schnaps-Idee, den Bezirks-Kaisern die Kontrolle über die Einbahnen zu überlassen. Aber ja, ich halte auch manche Aspekte der grünen Verkehrspolitik eher für problematisch.

Was die Ehen betrifft, ist die Sache ganz einfach: Gleiches Recht für Alle. Völlig absurd, dass da die Einen die Anderen diskriminieren dürfen.

Bisher kein Grünwähler, auch nicht unbedingt wahrscheinlich in Zukunft, werden sie mir aber glatt durch solche Erinnerungen an ihre durchwegs positiven Forderungen immer schmackhafter. Wenn die es jetzt auch noch schaffen, die Themen ernster zu nehmen, die mir immer gefehlt haben, könnt ich sie glatt wählen.

shaman7, 19.05. 23:49

@kinglui, wenn dir Volksgesundheit gepaart mit Kriminalitätsrückgang ein Anliegen ist, wirst du um Drogenfreigabe nicht herum kommen.

Was die Lähmung im Verkehr anbelangt – stimmt, die Menschen scheinen vergessen zu haben, im Besitz von zwei Beinen zu sein.

Und was Partnerschaften anbelangt – ich denke, es steht niemanden zu, sich in derart intime Entscheidungen einzumischen.

Kurzum: Wer Essentielles wie Gesundheit, Sicherheit, Mobilität oder Liebe als *kein ernstes Thema* erachtet, muss Befremdendes im Spiegel erblicken.

mirabeau, 20.05. 09:20

@shaman7
"wenn dir Volksgesundheit gepaart mit Kriminalitätsrückgang ein Anliegen ist, wirst du um Drogenfreigabe nicht herum kommen."
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Das Volk wird ganz sicher nicht davon gesünder, wenn es Drogen konsumiert. Andererseits ist auch Paragleiten nicht gesund, und der Staat mischt sich nicht ein. Deshalb neige ich auch zu einer kontrollierten Freigabe, allerdings mit einem staatlichen Monopol auf die Produktion oder einer rigider Kontrolle der privaten Produktion und des Vertriebes, natürlich gepaart mit einer saftigen Steuer a al Tabak.

Eine staatliche Qualitätskontrolle setze ich so und so voraus. Die wäre dann auch die einzige Maßnahme, die der "Volksgesundheit" wirklich dienlich wäre.

Aber das ist ja in keinem Land wirklich angedacht, sondern - wenn überhaupt - bloß die Entkriminalisierung der Konsumenten. Für solch halbe Sachen bin ich allerdings nicht zu haben.
Entweder - Oder!

Einem kritschen Menschen wie dir sollte nicht entgangen sein, dass die Drogenproduktion und der Drogenhandel im Prinzip Formen von absolut ultimativem, ungezügeltem, verbrecherischem Raubtierkapitalismus sind, der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht.

Warum das von der sonst so kritschen Linken nie ersthaft hinterfragt wurde, ist mir eigentlich schleierhaft. Ich erinnere mich noch gut, dass mich Leute für das Trinken von Coca Cola "kritsch" angemacht haben, die andererseits nichts dabei fanden, brutalen Killern und Drogenbaronen irgendwo in der Welt Geld in die Tasche zu stecken. Am Sinaloa-Kartell ist nichts Romatisches, nur weil es "irgendwie gegen den Staat" ist.

shaman7, 20.05. 10:29

@mirabeau, wenn ein Verständnis, was der Mensch benötigt, politisch links ist, soll es mir recht sein. Fakt ist, dass Schmerzbetäubung und Berauschung uns ein Anliegen ist wie Essen oder Sex.

Man kann diese Erfordernisse nun unterdrücken (oder dämonisieren), was zur Pervertierung des Bedürfnisses führt, oder sich ihr eigenverantwortlich stellen.

Eine Literaturempfehlung dahingehend: Drogen – Die Geschichte eines langen Krieges (Johann Hari)

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