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Pallas Athene

Wie steht es um die Demokratie?

Eine autoritäre Politik gewinnt wieder an Zuspruch - auch in Österreich. Bei einer aktuellen Umfrage wünschte sich die Hälfte der Befragten einen "starken Mann", ein Viertel sogar einen Diktator. Was verbirgt sich hinter dem Ruf nach einem "starken Mann"? Wo muss die Politik ansetzen, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zurückzugewinnen? Wie steht es um die Demokratie?

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726 Beiträge

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Beiträge

Wettbewerb der Ausreden

klartexten, 21.04. 19:48

Nein liebe Freunde, nicht die Flüchtlinge sind schuld, auch nicht einfach die Globalisierung und auch nicht der Mangel an direkter Demokratie.
Wäre das nämlich das Problem, könnten die Bürger auf ganz demokratische Weise die Dinge rasch ändern.
Tatsächlich haben die Menschen die Demokratie verlernt!
Es ist Ihnen zu mühsam, sich selbst zu angagieren, an einem Wettbewerb der Ideen teilzunehmen.
Stattdessen vertrauen sie auf Leute, die das für sie richten sollen.
Und anderen Meinungen wollen sie sich erst recht nicht mehr aussetzen. Stattdessen träumen sie von einem System, in dem ihre eigene Vorstellung von Stabilität und Sicherheit für alle Zeiten festgeschrieben wird, in dem es nicht mehr abgewählt werden kann.
Früher nannte man das die Grabesruhe der Diktatur. Und in Zeiten wie diesen sehnt man sich genau danach zurück. Wozu Meinungsfreiheit wenn die eigene Meinung dann ohnehin Staatsmeinung ist? Unruhestifter brauchen kein Recht auf Meinung. Und Schulen, Universitäten und Medien haben dann auch die vorherrschende Volksmeinung und keine andere zu vertreten. Und da wir Diktatur und Krieg und den opfervollen Kampf um Demokratie selbst nie erlebt haben, ist die Versuchung eines autoritären Staats umso süßer.
Und was damals mühsam die Propagandamaschine erledigt hat, tut heute von ganz alleine das Internet. Verschwörungs- und Bedrohungsszenarien allerorten. Angst und Mißtrauen.
Nein, Freunde, ein Regierungswechsel allein wird das nicht einrenken, Jahrzehnte verfehlter Bildungspolitik fordern ihren Tribut.
Die Demokratie liegt im Sterbebett.

Antworten

smoky, 21.04. 20:14

Alles althergebracht.
Leben ist eine Wellenbewegung. Auf Hoch folg Tief folgt Hoch folgt Tief...
Mal ist die demokratische Masche modern, dann wieder die diktatorische. An vieles erinnert man sich heute nicht mehr, weil gerne verdrängt wird. Aber populäre antidemokratische Strömungen gab es schon in den 1960ern. Dann verloren sie an Bedeutung, gewannen wieder Bedeutung, ...
Menschen lernen nicht. Nicht dauerhaft. Andernfalls hätten die Diskussionen der Griechen 500Jahre v.Chr. nicht heute noch Relevanz.

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