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Wie sieht die Schule der Zukunft aus?

Das Schulsystem befindet sich gerade wieder einmal im Umbau. Welche Veränderungen sind am notwendigsten? Wo genau liegen derzeit die Schwachstellen, und was läuft gut? Wie sieht die Schule der Zukunft aus?

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1184 Beiträge

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Forum

Chatbots, Digital Assistants, e-Learning, iTutor,

murmeletier, 21.03. 20:43

Lehrer wirds keine mehr geben..

alpensymphonie, 21.03. 20:51

Hm. Die erkennen dann Bulimie anhand der täglichen automatischen Abwiegerei; Mädchen müssen ihre Arme scannen lassen, damit die Maschine erkennt, ob sie sich ritzen, weil zuhause ein Scheidungskrieg tobt; Mobbing wird per Video und durch die Auswertung implantierter Bewegungschips erkannt. Brave New World: Sie kommt gut ohne LehrerInnen aus.

murmeletier, 21.03. 20:54

Ganz kann ich an Fr. Prof. Siri eh nicht glauben..

ökonom, 21.03. 21:01

Chatbots, Digital Assistants, e-Learning, iTutor,
Lehrer wirds keine mehr geben..
----------------------------
Pädagogisches Nichtwissen in einem Satz verpackt.

alpensymphonie, 21.03. 21:06

Ich würde die Sache mit Zeitungen vergleichen. Wenn ich mich aktuell informieren will, gehe ich kurz ins Internet (auf die site eines Informationsmediums); trotzdem haben bei mir Zeitungen nicht ausgedient, weil in gut recherchierten Kommentaren die Informationen ausgewertet werden und sich manch Sachverhalt unter einem überraschend neuen Blickwinkel betrachten lässt. Elektronische Hilfsmittel sollten in der Schule unbedingt eingesetzt werden (werden sie auch), aber eine Lehrkraft können sie (noch) nicht ersetzen.

kerberos, 21.03. 21:28

Ich finde jedenfalls die Vorstellung lustig, wie die Leute uns dann nach einer kurzen Phase ohne Lehrer händeringend beknien würden, doch wieder in die Schule zurückzukehren und ihre Kinder zu unterrichten. ;-)

alpensymphonie, 21.03. 21:40

Bei mir wäre kein Händeringen nötig. Ein Stück Malakoff-Torte, und ich würde sofort wieder schwach ;-)

dergrossenagus, 21.03. 22:28

@murmeletier: "Chatbots, Digital Assistants, e-Learning, iTutor, Lehrer wirds keine mehr geben.."

na dann... dann brauch i Schule auch keine mehr!!! Weil den Dreck kriegens daheim auch serviert übers Internet...

d´Schule hat eigentlich eine andere Aufgabe: dort mit anderen Leut zamkommen, sich mit denen fetzen und lernen, sich durchzusetzen!!! Genau wie der Kindergarten - dort fangt´s schon an. Wer dort schon niederdroschen wird von d´anderen, der bringt´s im Leben zu nix...

solange wir eltern haben...

effenbeisser, 21.03. 18:54

die ihren kindern genau gar nix vorleben können, brauchen wir über schulreform erst gar nicht diskutieren!! aber es gibt ja sogar leute, die ernsthaft glauben, der lehrer erzieht auch noch die kinder, weil die eltern zu feig/unfähig/gestresst oder was auch immer sind!! die frage warum man dann kinder überhaupt in die welt setzt, darf aber schon noch gestellt werden oder?

jimmyantipolis, 21.03. 18:55

die frage ... darf aber schon noch gestellt werden oder?

was fällt dir ein ;)

kerberos, 21.03. 18:57

Ich hatte schon mehrfach Eltern in meiner Sprechstunde sitzen, die mir ernsthaft erkärt haben, daß sie genau wissen, daß ihr Kind niemals Matura machen wird, daß sie es aber weiterhin in die Schule schicken (um die Klasse ein drittes Mal zu wiederholen), weil sie es zuhause nicht aushalten (!), sich von ihm in den Wahnsinn getrieben fühlen und außerdem Sorge haben, daß es kriminell würde, wenn es nicht von Lehrern bewacht und von Mitschülern abgelenkt wird.

kerberos, 21.03. 18:58

Jimmy:

1) Verhütung ist böse - böse - böse!
2) Ehefrauen haben ihren Männern zur Verfügung zu stehen, selbst wenn sie keinen Sex wollen.
3) Kinderbehilfe und Mindestsicherung sind ein praktisches Einkommen.

jimmyantipolis, 21.03. 19:02

Ehefrauen haben ihren Männern zur Verfügung zu stehen, selbst wenn sie keinen Sex wollen.

in Zeiten der Emanzipation gilt bitte aber auch:

Ehemänner haben ihren Frauen zur Verfügung zu stehen, selbst wenn sie keinen Sex wollen.

kerberos, 21.03. 19:04

Tja, erstens läßt sich das bei einem Mann sehr viel weniger leicht erzwingen ;-) und zweitens gilt die Regel normalerweise nur in eine Richtung - denn sowas passiert normalerweise nicht in einer emanzipierten Umgebung und schon mal prinzipiel nicht, wenn man seinem Partner gegenüber Respekt verspürt.

jimmyantipolis, 21.03. 19:05

Tja, erstens läßt sich das bei einem Mann sehr viel weniger leicht erzwingen

nicht mit gewalt. frau hat andere mittel ;)

effenbeisser, 21.03. 19:21

kerberos - das glaub ich dir gerne und es ist zugleich eine bankrotterklärung der eltern, wenn sie sowas von sich geben!! die frage stellt sich halt, wie es soweit kommen konnte!! denn ich finde es schon sehr sonderbar, wenn man das was man angeblich am meisten im leben liebt, als gefährliche, kriminelle und kaum zu bändigende ware verkauft!!

mati, 21.03. 19:28

@effenbeisser, bin bei Ihnen! Deshalb sollte trotzdem der Lehrerstand aufgewertet werden, indem auf unsere jungen Menschen vorallem nur die charakterlich und pädagogisch besten Lehrer "losgelassen" werden sollten. Das könnten auch pensionierte Pädagogen sein.

kerberos, 21.03. 21:29

Das Problem ist: einen pädagogisch tollen Lehrer stellen sich die Menschen sehr, SEHR unterschiedlich vor. Frag 10 Leute und du wirst mind. 8 unterschiedliche Antworten bekommen.

effenbeisser, 22.03. 06:11

Mati- das ist natürlich der nächste Punkt den sie ansprechen!! Extrem gute Ausbildung der Lehrer und vorallem Eignung für den Job! Leute die den Job als sicheres Einkommen sehen oder weil sie sonst nicht wissen was sie tun sollen oder psychisch kaum belastbar sind oder 20 Jahre dieselben Folien auflegen wollen- weg damit! Solche Leute haben da nichts verloren!!

kerberos, 22.03. 08:40

Vertrau mir, jemand der "psychisch kaum belastbar ist" ist nach einem Jahr Schule von selbst wieder weg, manchmal flüchtet er auch schon nach einem halben...

wacherbürger, 22.03. 11:21

Ja, es gibt Menschen die sind nicht zu blöd Kinder in die Welt zusetzen, sind aber dann zu blöd diese richtig zu erziehen und zu ernähren, weil es ihre Eltern genauso gemacht haben. Das ist ein Teufelskreis, solche Kinder sollte man zur Adoption frei geben.

Was mit der Bildungsreform getrieben wird...

meinerseits, 21.03. 16:28

...erscheint mir so, als ob die Politiker und ihre ideologisierten Experten alle Systeme und Regeln sportlicher Wettkämpfe umwerfen und reformieren würden, weil die Sportler keinen Willen mehr zu Training und Leistung haben, nachdem ihnen eingeredet wurde, es müsste auch ohne gehen und die Trainer seien an allem schuld.

Und noch eine kleine Weisheit, die keiner weiß: Wer wirklich etwas lernen will, kann es sogar bei einem methodisch und didaktisch schlechtem Lehrer, sofern dieser das nötige Fachwissen hat. (Ich habe sehr viel bei einer didaktischen, aber fachlich versierten Niete gelernt, weil es mich interessiert hat.)

nadson, 21.03. 16:47

Stimmt zu 100 %! Nachzulesen auch bei Prof.Hopmann und in der Hattie - Studie.

partyschreck, 21.03. 19:53

Kann dieser These durchaus etwas abgewinnen, wobei das vermutlich wohl auch von der Schulstufe abhängt. In Volksschule und Unterstufe sind Methodik und Didaktik sicher wichtiger als in höheren Schulstufen. In der HTL hatte ich fast durchwegs pädagogische Nullnummern - in der Regel selbständige Ziviltechniker, die nebenher zwecks geregeltem Einkommen und Pension "unterrichtet" haben. Trotzdem hab ich dort wirklich viel gelernt...

Die guten alten Zeiten... brave new world...

imagine, 21.03. 14:22

Immer wieder lese ich hier, das entweder früher alles besser war oder aber (oftmals im gleichen Artikel) alles geändert werden muss.

Ich kenne die Schule jetzt aus zweierlei Sicht: Als Schüler (von früher) und als Elternteil (von jetzt). Und ich kann ganz klar sagen: Früher war NICHT alles besser. In vielen Bereichen hat es Verbesserungen gegeben die sich auf den Schüleralltag auswirken und diesen leichter machen. In vielen Punkten - insbesondere im Umfang des zu "Lernenden" - hat es aber auch Verschlechterungen gegeben.

Wenn man die Schule betrachtet, dann sollte man das aus Schülersicht machen. Und für die ist jegliche Diskussion über die Arbeitszeit der Lehrer entbehrlich. Das bringt dem Schüler nichts, das bringt der Bildung nichts. Auch Schulautonomie, Ganztagsschule und Gesamtschule werden für Bildung und Schüler genau nichts bringen.

Aber wo sind jetzt die Reformen, die hier wirklich etwas bewirken können? Wo sind diese Dinge wie Entrümpelung des Lehrplans, Anpassung des Lehrplans an die Bedürfnisse von heute?

Alles das fehlt. Aber Hauptsache wir diskutieren über irgendwelche verwaltungstechnischen Angelegenheiten.

wacherbürger, 21.03. 15:00

Natürlich war früher alles besser, da konnte man Lesen, Rechnen und Schreiben, wenn man die Grundschule beendet hatte, was heute zu einem hohen Prozentsatz nicht mehr so ist.

Damals hat man Grundwissen aus Naturkunde, Erdkunde, Geschichte usw. mitgenommen. Sehr interessant waren die gemeinsammen Sportstunden oder der Skikurs. Die Klassengemeinschaft zusammen mit dem Lehrer war eine eingeschworene Einheit.

Die Lehrpläne heute sind einfach nicht den Anforderungen einer modernen Welt aufgstellt. Die Qualität der Lehrer ist nicht immer den Anforderungen angepasst. Was nicht bezahlt wird, wird nicht mehr gemacht.

imagine, 21.03. 15:08

Bei einem gebe ich dir recht: die Lehrpläne passen nicht mehr zu unserer Zeit.

Ansonsten: Ich habe einen Sohn der jetzt gegen Ende der Grundschulzeit ist. Und in dessen Klasse können alle Lesen und Schreiben und Rechnen. Nicht alle gleich gut, aber alle kommen damit zurecht - und sicher nicht schlechter als damals als ich in die Schule ging.

Auch alles andere, das du hier anführst, haben meine Kinder mitbekommen.

Woher also dein negativer Blick?

wacherbürger, 21.03. 15:49

Imagine, dass ist kein negativer Blick, ich beobachte nur ganz gut.
Einiges habe ich selbst erlebt, ich war Projektleiter bei einer NPO und wir hatten jedes Jahr auch mehrere Zivildiener die gerade die Matura gemacht haben. Es tut mir leid das sagen zu müssen, aber einer hat mangels Rechtschreibkenntnissen im PC alles klein geschrieben, ein andere Zivi hatte riesige Probleme bei der Rechtschreibung und beim Ausfüllen von Formularen und ein dritter brauchte zum Rechnen immer das Handy, 20% von 100 war ein Problem.

alpensymphonie, 21.03. 17:34

@Wacherbürger: "Was nicht bezahlt wird, wird nicht mehr gemacht." Wenn das so wäre, gäbe es z.B. keine Konzerte des Schulchores. Nicht nur, dass wir nichts bezahlt bekommen (z.B. vierstündige Abend- bzw. Samstagvormittag-Bandproben), wir müssen unser eigenes, privates Equipement (Instrumente etc. mitnehmen), das wir uns natürlich selbst gekauft haben. Der Erlös aus den Konzerten geht an die extern vergebene Tontechnik; vom Rest bekommen die SchülerInnen Pizza und Eis. Das ist keine Jammerei, weil wir Lehrer das gern machen. Angesichts deines Statements überlege ich mir aber schon, ob und warum ich das noch tun sollte.

jimmyantipolis, 21.03. 18:34

alpensymphonie
die konsequenz deines postings kann ich in keiner weise goutieren. du machst die arbeit nicht für den wacherbürger sondern bislang nach eigenem bekunden gern für die dir anvertrauten kinder. irgendwelche kritiken von dritten sollten dich niemals veranlassen oder auch nur auf den geedanken bringen, das allenfalls deinen schülern zu vergelten.

kerberos, 21.03. 18:40

jimmy: Der Grund, warum Lehrer bis jetzt immernoch solche Sachen machen, obwohl es nicht bezahlt wird, sind immer die Kinder. Aber wenn man Jahr aus Jahr ein ständig hört, daß Lehrer ja eh nix arbeiten würden und faul und schlecht sind, während man selbst Tag aus Tag ein viel mehr arbeitet, als man bezahlt wird, kommt immer wieder mal ein Moment, wo man sich denkt: "Ich Trottel sollte damit mal aufhören. Vielleicht würden die Leute dann mal merken, was ich alles gratis mache, und daß das nicht selbstverständlich war. Ich hör mal damit auf. Ich streike!" und dann macht man es doch WIEDER nicht... -.-

jimmyantipolis, 21.03. 18:46

Aber wenn man Jahr aus Jahr ein ständig hört, daß Lehrer ja eh nix arbeiten würden und faul und schlecht sind, während man selbst Tag aus Tag ein viel mehr arbeitet

tja, kerberos, das wort lehrer kannst getrost gegen "beamte" "staatsdiener" ersetzen, denn österreicher zieht ja nicht nur über lehrer her sondern eigentlich über alle "staatsdiener". und so etwas muss beim einen ohr rein und beim anderen rausgehen, denn diejenigen, die so argumentieren, sind meiner ansicht nach trotteln. und auf die meinung solcher würde ich nicht meine beziehung zu meiner arbeit (bei euch: euren schülern) aufbauen wollen.

alpensymphonie, 21.03. 19:30

Ja, stimmt eh. Aber manche Voll... nerven einfach.

zwosi, 21.03. 19:37

wacherbürger, 15:00
Früher waren nach der Grundschule manche Ex-Schüler des Lesens und Schreibens mächtig, manche nicht. Wie heute.

Wenn ab morgen sämtliche Lehrer und Schüler daheim bleiben...

partyschreck, 21.03. 13:49

... wie lange würde es wohl dauern, bis sich das in unserem Verwaltungssystem herumspricht?... 2 Wochen?... 3 Wochen?

Oder läuft das System ohne Schüler und Lehrer am Ende sogar (friktionsfreier) weiter solange nur jeder Wichtelwastel mit quatschen und jeder Parteigünstling versorgt werden kann?

https://www.iv-net.at/media/filer_public/63/5e/635e7d0c-2f33-470c-ab95-7b94e45442b1/schulverwaltung_122016.jpg

alpensymphonie, 21.03. 17:38

Echt? Kommt da noch etwas Sachliches oder gehts nur mehr um die Polemik?

partyschreck, 21.03. 19:43

Die beigefügte Grafik veranschaulicht durchaus sachlich die seit jeher schwachsinnige Organisation der Verwaltung unseres Schulsystems. Statt hier obergescheit von Polemik zu schreiben sollten Sie lieber darlegen warum dieses System ihrer Erachtens intelligent, sinnvoll und/oder eine vernünftige Basis der Schule von morgen ist. Na? Eben...

alpensymphonie, 21.03. 20:03

Angesichts dessen, dass der Informationsaustausch intern mittlerweile sehr schnell funktioniert (Stichwort Lex Kampusch), ist es eine glatte Polemik, dass es 2 bis 3 Wochen niemandem im Verwaltungssystem auffallen würde, wenn ab morgen sämtliche Lehrer und Schüler daheim bleiben würden.

alpensymphonie, 21.03. 20:09

Kann schon sein, dass dich die vielen Pfeilchen verwirren. Dann betrachte die Grafik doch genauer. Zur AHS (betrifft mich) führen genau drei (3!) "Einfluss"pfeile; einer davon unter dem Stichwort "Schulneubau" (betrifft uns alle 40, 50 Jahre, i.e. einmal im Berufsleben). Die anderen beiden weisen zum zuständigen LSR, und mit dem verläuft die Kommunikation reibungslos. "2 bis 3 Wochen" leitest du daraus ab? Na hui.

Wie die Schule der Zukunft aussieht?

partyschreck, 21.03. 13:38

Bei der in Österreich seit jeher herrschenden Dynamik und Reformfreudigkeit der Schulentwicklung wird der Unterschied der künftigen Schule zur Schule der Vergangenheit mit freiem Auge auch weiterhin kaum wahrzunehmen sein. Man wird auch weiterhin in ideologischen Schützengräben verharren, sogenannte "Bildungsexperten", Industriellenvereinigung & Co. werden ihren Senf dazugeben und sollte dennoch einmal etwas den Anschein von Bewegung erwecken, wird die Lehrergewerkschaft flinke wie eh und je den Beton anmischen...

wacherbürger, 21.03. 16:29

:-)))

alpensymphonie, 21.03. 17:44

Jaja, volle Gaudi. Kicher. Glucks. Wieder zwei Typen, die alles knallhart durchschauen. Dass auf diese eher einfachen Gedanken niiiiemand anderer draufgekommen ist - und jetzt, nach 1151 Postings endlich die volle Wahrheit.

partyschreck, 21.03. 19:46

Das war leider ganz und gar nicht als Gaudi zu verstehen. Es ist vielmehr durchaus tragisch und zu bedauern...

Verwaltung und Inhalt sollten stärker getrennt werden

fragedesgewissens, 21.03. 09:56

Wozu brauchen wir BG, BRG, BORG, WIKU, HBLA usw?

Warum gibt es an Schulen derart wenig Unterrichtsfächer wie Kochen, Garteln, Tanz, Tischlern, Modellbau, KFZ Montage usw?

Jeder weiß um das Prüfungslernen und dennoch wird ständig über Struktur-Reformen jedoch niemals über inhaltliche Reformen diskutiert?

kerberos, 21.03. 10:14

Es hat eine gewisse Komik, daß du im ersten Absatz fragst, wozu es die verschiedenen Schultypen gibt, und im zweiten Absatz, warum die Fächer X zu wenig im Angebot gibt. Ich werde dich mal etwas weiterbilden: Die unterschiedlichen Schultypen gibt es, damit man sich - je nach Vorliebe - den verschiedenen von dir genannten Fächern widmen kann. Beispiele:

HBLA für Textildesign (Design, Handwerk,...)
HBLA für Gastgewerbe (Kochen, Service, Betriebswirtschaft,...)
HTL mit Schwerpunkt Metall (Metallverarbeitung, Modellbau, Maschinenbau,...
HTL mit Schwerpunkt Informatik (Programmieren, Netzwerke,...)
BORG musisch (Musik, Tanz, Design,...)
BORG naturwissenschaftlich (Labor, Gartenarbeit in der Lernwerkstatt Biologie,...)
Landwirtschaftliche Lehranstalt (Gartenarbeit, Tischlern, Tierpflege,...)

Man kann niemals ALLES lernen, darum sucht man sich seinen Neigungen gemäß einen Schwerpunkt aus dem in der Gegend zur Verfügung stehendem Angebot. Zu diesem Zweck gibt es verschiedene Schultypen.

aschenputtel, 21.03. 14:20

Kerberos, weißt du, warum aus Polen so gute, vielseitige Handwerker kommen? Weil sie in der Schule in alles reinschnuppern können. Die frühe Spezialisierung finde ich auch etwas seltsam. Warum soll ein Manager nichts über Lebensmittelverarbeitung gelernt haben, und warum soll ein Mechaniker kein Holz bearbeiten? Bist ja selber eine schneidernde Informatikerin. Warum nicht mit Spaß in der Schule ALLGEMEINbildung lernen, die sich nicht aufs theoretische beschränkt? Zuwenig Zeit wahrscheinlich. Schade eigentlich. Ist ja schließlich das Leben unserer Kinder....

kerberos, 21.03. 17:10

Persönlich bin ich eine starke Befürworterin von jeglichem Handwerk. Ich habe schon immer alles geliebt, was mit Handarbeiten zu tun hatte, mit Holz, mit Schneiderei, mit Druckgrafik, mit Ton, mit Metallverarbeitung, ich liebe Bäume und kenne mich recht gut mit ihnen aus, ich habe ein künstlerisches und ein technisches Fach studiert, ich singe und musiziere gerne und wenn ich könnte, würde ich gerne alle musischen und handwerklichen Schulfächer deutlich ausbauen. Das Problem ist: Der Tag hat nur 24 Stunden. Und selbst in meiner Schule, die auch nur auf eines der oben genannten Gebiete spezialisiert war, war die Ausbildung ein Jahr verlängert, nur wegen der praktischen Ausbildung. Wenn man nun auch noch die anderen Gebiete unterrichten würde, dann würde man wohl noch mind. 5 weitere Schuljahre draufschlagen müssen. Denn irgendwo muß man halt die Grundlagen erlernen, fürs Schneidern, für Gärtnern, Kochen, Tischlern, Design, Programmieren etc., und all das braucht viel Zeit. Um irgendwas in dem Gebiet machen zu können, das wirlich Spaß macht und worauf man danach stolz sein kann, muß man erst mal schon einige Zeit investieren. Je mehr Gebiete, desto weniger Zeit für jedes davon ODER desto längere Schulpflicht (denn all das Handwerk würde dann ja abwechselnd mit den anderen Pflichtfächern angeboten). Und für die Zeit in der Schule kann man dann halt die anderen Dinge nicht machen, die man in der Zeit auch machen könnte, seien es nun Fußball, Trompetenunterricht, spielen mit kleinen Geschwistern oder Märchen lesen mit Opa, was auch immer.

Die Zukunft der Schulen

muttern, 21.03. 09:29

kann nur dann besser werden, wenn endlich die Lehrergewerkschaft inklusive "grauer Eminenz" Neugebauer nicht mehr jegliche sinnvolle und zielführende Reformen sofort blockieren dürfen.

spacejam, 21.03. 09:34

@muttern
WIe manch andere User darf ich auch dich um folgende Info bitten:
Nenn mir bitte nur EINEN Punkt der Reform, der in der praktischen Umsetzung tatsächlich sinnvoll und zielführend ist. Bin gespannt, denn bisher machte ich hier leider meist die Erfahrung, dass die meisten User gar nicht wissen, welche Punkte bei der Reform wirklich den Kindern was bringen.
Danke im Voraus für die Antwort, bin schon gespannt :-)

youonlyliveonce, 21.03. 10:38

spacejam, die Lehrergewerkschaft fragt nicht, ob ein Punkt sinnvoll oder zielführend ist. Er wird abgelehnt, sobald er für die Lehrer irgendeine Veränderung des Status quo bedeutet (Gehaltserhöhung bzw. Stundenverpflichtungsreduktion natürlich ausgenommen).

Daß der Reformvorschlag stark verbesserungswürdig ist, streite ich nicht ab, aber darum geht es der Gewerkschaft nicht und das hat muttern für mich klar ersichtlich zum Ausdruck gebracht.

spacejam, 21.03. 10:41

@you
Bitte nur EINEN EINZIGEN Punkt, der wirklich den KINDERN etwas bringt, das ist doch nicht zu viel vrlangt oder?
Wenn ihr mir einen Punkt nennen könnt, der etwas zum POSITIVEN verändert, dann geb ich euch gern in eurer Einschätzung recht :-)

hugoemil, 21.03. 11:29

- Flexiblere Stunden, 30min und dann aufhören bzw. Pause erachte ich aus Sicht des Kindes für durchaus zweckmäßig. Warum sollte man auf Krampf 50min zu einem Thema verwenden, nur weil die 50min Einheit nunmal Usus ist?

- Der Vorschlag das Kinder mit besonderen Bedürfnissen, zukünftig in gemischte Klassen kommen sollen. Gefällt mir sehr gut

- Der Vorschlag das nach der Clusterbildung Lehrer einfacher bzw. überhaupt mal entlassen werden können, erachte ich als notwendig. Will man schwarze Schafe schützen? Oder die Qualität auch aus Perspektive der Schüler erhöhen?

Was die Lehrergewerkschaft will, kann man gerade sehen!

youonlyliveonce, 21.03. 11:59

und falls die Bildungsdirektionen eine Straffung des Verwaltungsüberbaus bewirken (politisch unabhängig sind sie eh nicht, wir sind ja in Österreich!), wäre das auch begrüßenswert.

krobert, 21.03. 12:30

@muttern "kann nur dann besser werden, wenn endlich die Lehrergewerkschaft inklusive "grauer Eminenz" Neugebauer nicht mehr jegliche sinnvolle und zielführende Reformen sofort blockieren dürfen" Die Frage ist welche sinnvollen und zielführenden wurden bisher gemacht. Mir sind keine bekannt. Bei der Idee mit den Cluster sehe ich keinen einzigen Sinn aber viele Befürchtungen. Gottseidank betrifft mich das Thema persönlich nicht, da meine Kinder in eine Privatschule gehen.

Man hätte gerne

ponyhof, 20.03. 22:20

eine Durchmischung in den Klassen bzw. Schulen. Funktioniert genauso gut wie die Integration. Man bleibt halt lieber unter Seinesgleichen. Macht man Privat so und wenn es möglich ist, auch bei der Wahl der Schule. Warum sollte sich das in Zukunft ändern?

poli2, 21.03. 06:22

nachdem man die öffentlichen schulen erfolgreich "runtergewirtschaftet" hat, versucht man es nun auch noch mit den privatschulen:

"Man könne auch überlegen, dass Privatschulen, deren Lehrergehälter aus Steuermitteln finanziert werden, eine dem Durchschnitt der Gemeinde entsprechende Quote an Kindern mit bestimmten Merkmalen aufnehmen müssen. Diese Merkmale sollten eine Kombination aus Pflichtschulabschluss der Eltern und nicht deutscher Erstsprache sein, so Herzog-Punzenberger."

kerberos, 21.03. 08:57

Die Kombination aus Pflichtschulabschluss der Eltern und nicht-deutscher Erstsprache ist etwas, was nicht ein "Herunterwirtschaften der Schule" betrifft, sondern eventuell ein "Herunterwirtschaften der Gesellschaft", das in den öffentlichen Schulen ausgebadet wird.

peterix, 21.03. 09:17

wieso müssen überhaupt klassen durchmischt werden.
lern und integrationsunwillige verschlechtern nur die leistung der anderen.
ist halt so das es bessere und schlechtere schüler gibt.
es gibt ja auch hilfsarbeiter und hochschulproffessoren.

kerberos, 21.03. 09:52

--> Leistungsgruppen, die nach LEISTUNG gebildet werden, pro FACH

kerberos, 21.03. 10:16

Außerdem hätte es den Vorteil, daß sich alle Eltern und alle Schüler mit gesellschaftlichen Veränderungen befassen müssen, statt sich einfach schön zu absentieren und dann bei Klagen aus dem Ghetto zu behaupten, das wären alles nur rechts motivierte Lügengeschichten und eigentlich wär sowieso alles in Ordnung.

Zwei-Klassen-Gesellschaft von der anderen Seite gesehen

atair, 20.03. 21:53

Dass Kinder in Privatschulen drängen, hat auch andere Gründe:
Wird in der öffentlichen Schule Leistung verlangt, dann hagelt es oft Schelte und Kritik. Privatschulen verlangen etwas mehr. Eltern, die wollen, dass die Schule Anforderungen stellt, schicken ihre Kinder daher tendenziell eher in eine Privatschule. Eine Gegenauslese ist die Folge.

Nach dem Unterricht bleibt man auch lieber unter sich.
Eltern mit höherer Schulbildung knüpfen leichter (und lieber) Kontakte mit anderen Eltern mit höherer Bildung. Man versteht sich auf Anhieb besser, besucht sich lieber, lädt gegenseitig Kinder ein.
Bildungsferne haben im Gespräch oder im Kontakt mit gebildeten oft ein ungutes Gefühl und bleiben auch lieber unter sich. ...

Mit der Auswahl der persönlichen Freunde funktioniert es ähnlich. Man sucht sich jemanden, mit dem man eine gute Gesprächsebene findet ...

Und an alledem ist weder das Bildungssystem noch die Lehrerschaft Schuld.

zwosi, 20.03. 23:25

Da übersiehst du jene, die in Privatschulen geschickt werden, weil sie die Anforderungen einer öffentlichen nicht erfüllen können.

pazifist1502, 21.03. 00:14

@atair: Aus der Sicht von Familien mit höherer Schulbildung mag die Analyse stimmen (wobei ich auch @zwosi zustimme!).
Die öffentl. Schule hat aber auch die Verpflichtung, den Kindern von Bildungsfernen eine ordentliche Ausbildung zu ermöglichen, die sie nicht zu Hilfsarbeitern oder "AMS-Stammgästen" auf Lebenszeit macht. Und hier versagt unser Schulsystem seit Jahrzehnten auf allen Linien (zu wenig Geld für Bildung, Blockadepolitik der ÖVP bei Reformen, immer wieder inkompetente BildungsministerInnen, ...), obwohl Österreich auch seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland ist! Mit der Flüchtlingskrise haben die Mängel im Schulsystem doch nur marginal zu tun, sie werden jetzt bloß aus aktuellem Anlass häufiger thematisiert.

fragedesgewissens, 21.03. 09:41

@pazifist: was @zwosi sagt ist doch reinster Propaganda.

Wieviele Kinder sollen das effektiv sein, die nur in einer Privatschule die Schule schaffen? 1 auf 100?

Das vor allem in den Städten katastrophale Zustände herrschen verschweigt der politisch linke User ständig.

Angenehm überrascht...

nochejassa, 20.03. 21:08

...stelle ich fest, das das obligatorische Lehrerbashing bei den Diskussionen hier ausbleibt!

Und Danke für den Artikel "Die Schule als Zweiklassengesellschaft", der sehr nah an der Realität ist!

krähe77, 20.03. 21:15

das liegt daran, dass die allseits bekannten rechten basher lehrer sind... *gg*

xyungelöst, 20.03. 21:32

puh, was hat Lehrer-bashing mit Rechts zu tun???

nochejassa, 20.03. 21:49

krähe spielt glaube ich auf den wenig geistreichen Beitrag von doncortez ("Ohne Lehrer") weiter unten im Forum an, in dem er all seinen ehemaligen Lehrern unterstellt rechtsextrem (gewesen) zu sein!

kerberos, 20.03. 21:49

nochejassa: Blätter mal ein bisschen weiter nach hinten, vor lauter Lehrerbashing weiß man dort nicht mehr, ob man überhaupt noch irgendwas ernst nehmen soll... o.O

atair, 20.03. 22:08

Viele Beiträge sind so einfältig.
Das verleidet es mir oft, mich am Diskurs zu beteiligen.

Der Trend wird sich fortsetzen

xx1xx, 20.03. 21:00

Bald wird jeder tausendste in eine Privatschule gehen.

reservebuddha, 20.03. 21:28

Das finde ich sehr gut. Weniger gut ist, dass die Eltern dafür bezahlen müssen.

nachdem es in Östereich seit hunderten Jahren Privatschulen

michaelg10007, 20.03. 20:46

gibt ist es wohl unzweifelhaft bewiesen, dass dieses System mehr als gut funktioniert....in Wien von den Schotten bis hin zum Sacre Coeur. Das sind Schulerhalter und Schulbetreiber die Tradition mit der Gegenwart immer in eine gute Verbindung gestellt haben.
Natürlich haben auch diese Schulen einen gewissen Ausländeranteil zum Unterschied zu den öffentlichen Schulen haben diese Kinder aber Eltern, die auf Bildung und den damit einhergehenden Umgangsformen Wert legen.

reservebuddha, 20.03. 20:49

Jo und? Das ist ein vernachlässigbar kleiner Sektor. Hätten wir das schwedische Modell, wäre das anders. Dann würden die zusammen mit allen anderen Schulen im Wettbewerb stehen, denn dann kriegen alle Schulen exakt gleich viel pro Schüler vom Staat.

homeroid, 20.03. 20:51

>michelaug10007 - und was machen alle Kommissionen die Missbrauch in katholischen Einrichtungen untersuchen?
Die suchen nach "Qualität"?
Ziemlich seltsame Meinung.
In einem demokratischen Land.

krähe77, 20.03. 20:56

an katholischen privatschulen wurden den kindern viele dinge beigebracht, welche sie wo anders niemals kennen gelernt hätten!

michaelg10007, 20.03. 20:57

auch Privatschulen stehen in einem großen Wettbewerb, ich habe mir bevor meine Tochter ins Sacre Coeur angemeldet wurde so ziemlich alle Privatschulen in Wien angeschaut. Sie war vom Kindergarten bis zu Matura sehr gerne dort, jetzt studiert sie seit 4 Jahren auf einer Privat Uni. Das ist schon der erste Unterschied..Eltern suchen sich die Schule nach ausreichender Überlegung aus. Letztendlich wird es auch in Österreich so kommen, dass es einen Unterschied macht, an welcher Schule man maturiert oder an welcher Uni man studiert hat. Es gibt ja auch in Amerika MBA`s von Unis wo der Titel komplett wertlos ist und auch das genaue Gegenteil davon.

reservebuddha, 20.03. 20:59

"auch Privatschulen stehen in einem großen Wettbewerb"

Nein. Sie stehen im kleinen Wettbewerb untereinander. Sie stehen nicht im großen Wettbewerb aller Schulen. Daher ist das maximal ein Randthema.

bill47, 20.03. 21:14

@homeroid
und was machen alle Kommissionen die Missbrauch in Einrichtungen der Stadt Wien untersuchen?
Die suchen nach "Qualität"?
Ziemlich seltsame Meinung.
In einem demokratischen Land.

reservebuddha, 20.03. 21:16

"und was machen alle Kommissionen die Missbrauch in Einrichtungen der Stadt Wien untersuchen?"

Genau dasselbe wie im Falle katholischer und sonstiger Institutionen. Aber gut, dass du noch rechtzeitig dran gedacht hast. Sonst hättest du womöglich noch eine Gelegenheit zum Wien-Bashing versäumt, und das wär ja echt schade.

krähe77, 20.03. 21:26

reservebuddha,
wien wird es verschmerzen - ist wie ein hundstrümmerl mehr...

was in unserem bildungssystem wirklich eine riesen sauerei ist,

krähe77, 20.03. 20:27

ist wie man mit waldorfschulen umgeht. den waldorfschulen wird im gegensatz zu allen anderen privatschulen das lehrpersonal nicht bezahlt, und die subventioenen wurden vor zwei, oder drei jahren um die hälfte gekürzt. die öffentlichen schulen haben aber das waldorfsystem mittlerweile schrittweise fast zu 100% übernommen.

xyungelöst, 20.03. 20:30

das ist ja ein asoluter Unfug, den du da von dir gibst ... wer soll den das übernommen haben??? wo denn?? Erzähl!!!

krähe77, 20.03. 20:31

in deutschland zb. steht in der verfassung, dass privatschulen gleich wie öffentliche schulen zu behandeln sind, damit es nie wieder passieren kann, dass die jugend "im geiste des patriotismus und der arbeitsfreude" erzogen wird.

krähe77, 20.03. 20:32

xyungelöst,
noten in den ersten vier klassen abschaffen ist 100% waldorf.

krähe77, 20.03. 20:33

sorry, habe mich nicht korrekt ausgedrückt, ich meinte die volksschule.

xyungelöst, 20.03. 20:34

in der vierten VS gibt es Noten - Schulbücher werden in der VS auch verwendet (ungleich Waldorf) ...

krähe77, 20.03. 20:35

xyungelöst,
du hast ganz offensichtlich von einer waldorfschule keine ahnung.

xyungelöst, 20.03. 20:42

Schulbücher sind in der Steinerschen Pädagogik verpönt ... aber sonst befass ich mich mit sowas auch nicht, weil ich auch nichts davon halte ...

krähe77, 20.03. 20:43

in einer öffentlichen 4. vs muss es natürlich noten geben, da diese ja in manchen elitären gymnasien als aufnahmekriterium herangezogen werden, nach dem motto: hast du nur einsen bist du aufgenommen, hast du einen zweier bist du ein versager...

krähe77, 20.03. 20:45

xyungelöst,
Schulbücher sind in der Steinerschen Pädagogik verpönt ... aber sonst befass ich mich mit sowas auch nicht, weil ich auch nichts davon halte ...

das ist nachweislicher, völliger blödsinn! sie verwenden sogar in manchen fächern genau die gleichen bücher wie in allen anderen schulen.

xyungelöst, 20.03. 20:46

aber .. meine Erstklassler haben auch 2er in der 4ten VS ghabt ... aber die tun sich auch schwerer im Gym ... das merkt man halt

xyungelöst, 20.03. 20:48

@krähe:
Zitiere jetzt aus Wiki: Lehrbücher sind in der Waldorfpädagogik nicht vorgesehen und kommen im Epochenunterricht deshalb selten zum Einsatz. Sie stehen, weil sie fertig aufbereitetes Wissen präsentieren, dem Prinzip einer genetisch-organischen Aneignung des Lehrstoffes entgegen ...
wie gesagt, ich kenn mich damit net aus ...

krähe77, 20.03. 20:53

der unterschied zwischen wikipedia und er realität ist manchmal ein sehr großer!
ich kenne waldorfschulen aus der unmittelbaren realität, und ich sage dir nochmals, dass das völliger blödsinn ist! das einzige fach in dem kein gängiges lehrbuch verwendet wird, ist gartenbau...

krähe77, 20.03. 20:59

hoch interessant ist zb. dass gerade viele konservative politike ihre kinder in waldorfschulen schicken. andreas khol hat alle seine kinder in der waldorfschule wien mauer erziehen lassen...

xyungelöst, 20.03. 21:00

okay ... ich halt von Wikipedia auch nicht viel - ist halt mal die erste Quelle. Ich setz mich mit diesen alternativen Schulformen nicht auseinander, das was ich davon vor Jahren beim Studium mal gelernt/gehört hab ist bereits wieder vergessen ...

Privatschulen als Heilsbringer...geh bitte!?

nochejassa, 20.03. 19:52

Wenn ich mir so manchen Kommentar hier durchlese, dann stoßts mir sauer auf: Sich über das verkalkte Schulsystem und einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund an öffentlichen Schulen bechweren und den (oft blinden) Gang in eine Privatschule als Lösung zu bezeichnen, ist mehr als kurzsichtig! Denn genau da beißt sich die Katze in den Schwanz: Dadurch entsteht eben keine Vermischung die der gesellschaftlichen Realität entspricht, dadurch wird unser Bildungsniveau niedrig gehalten, weil Sprache und Sprechen immer größeren Anteil im Schulalltag einnehmen (dabei spreche ich nicht von den ohnehin im Lehrplan vorgesehenen Inhalten) und eine Lehrperson nicht allein das sprachliche Vorbild bilden kann. So wird ein zweiklassiges Schulsystem geschaffen und erhalten und man verstärkt die Bildung bzw. Beibehaltung von Parallelgesellschaften.
Es scheint als möchte keiner die (oft gar nicht vorhandene) "Krot" fressen und sein Kind in eine öffentliche Schule schicken, obwohl es auf der Hand liegt, dass der Privatschul-Boom einen negativen Einfluss auf ein allgemeines Bildungsniveau in Österreich hat. Hat "man" tatsächlich Angst, dass das Kind an einer öffentlichen Schule bildungsmäßig verdurstet bzw. dem Kind einen tollen Bildungsweg verbaut, wenn das Kind eigentlich schlau, kreativ, aufgeweckt, neugierig, interessiert ist und gute Leistungen abliefern könnte? Welchen Vorteil erhofft man sich von einer Privatschule, deren Lehrer dieselbe Aussbildung genießen und deren Lehrplan exakt derselbe sein muss?
Abgesehen davon ist der prozentuelle Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund eine Zahl auf einem Blatt Papier, nichts weiter. Der schulische Erfolg und der Bildungsweg steht nach wie vor in engem Zusammenhang mit dem familiären Background. Wie sehr sind diese Familien in Ö integriert, wie sehr identifizieren sie sich mit unserer Gesellschaft und Sprache!? Wie sehr interessieren sie sich überhaupt für die schulische Bildung ihrer Kinder!? Natürlich ist bei Migranten der Anteil von bildungsfernen Menschen eher hoch, aber das allein an dieser Zahl festzumachen ist unüberlegt und eingleisig gedacht.

fragedesgewissens, 20.03. 19:56

Hast du jemals eine öffentliche VS, Unterstufe , Oberstufe in Wien, Graz oder Linz angesehen?

Denkst du wirklich ich schicke meine Kinder in einen Kulturkampf mit Kindern deren Bildungsniveau nichts anderes als Gewalt kennt?

Auch in der Privatschule gibt es Migrantenkinder. Nur haben wir es hier mit Kindern von gebildeten Eltern zu tun.

Das ist ein riesen Unterschied!

dysel, 20.03. 20:00

warum privatschulen so schlecht sein sollen, ist mir rätselhaft. gerade in ballungszentren, wo mehr als die hälfte der kinder kaum deutsch spricht, wird es wohl ein bedürfnis der eltern sein, ihren kindern eine optimale ausbildung zu schenken. und da sind einfach die privatschulen - vor allem die katholischen - oft erste wahl. das spricht nicht gegen die öffentlichen schulen, aber dort wird halt mit mühe der stoff durchgebracht, die "eifrigen" werden aber vernachlässigt. und auch ist der umgang mit erziehungsresistenten kindern gelegentlich ein problem, das in den privatschulen, auch wegen der schulgelder, deutlich geringer anfällt

ibins, 20.03. 20:02

Also mein Sohn ist ausschließlich in öffentliche Schulen gegangen. Und ich muss sagen, es ist trotzdem was geworden aus ihm. Unglaublich, oder???

krähe77, 20.03. 20:04

also in eine katholische privatschule würde ich meine kinder sicher niemals geben!

xyungelöst, 20.03. 20:13

Privatschulen werden dann zu Heilsbringern, wenn die Linken es schaffen, die gymnasiale Unterstufe abzuschaffen.

krähe77, 20.03. 20:18

privatschulen sind nur für die betreiber heilsbringer.

xyungelöst, 20.03. 20:22

das sowieso - das wird dann ein neues Geschäftsfeld wo viel Kohle gescheffelt werden wird

krähe77, 20.03. 20:22

xyungelöst,
was ist denn an der gymnasialen unterstufe so wichtig?

nochejassa, 20.03. 20:28

@fragedesgewissens: Ja, zufällig habe ich das. Ich bin selbst VS-Lehrer einer 4. Klasse in einer öffentlichen Volksschule im 15. Bezirk in Wien. Ich kenne also die Problematik aus erster Hand!
In meiner Klasse gibt es genau 2 Kinder, die keinen Migrationshintergrund haben. Diese und einige andere werden ab September ein Gymnasium besuchen und werden im Juni den Lehrplan zu größten Teilen bzw. teilweise darüber hinaus erfüllen.
Mein Appell richte ich aber logischerweise nicht deshalb an euch alle, weil ich diese ungleiche Durchmischung toll finde und es komplett unproblematisch war, sondern eben genau deshalb weil ich aus meiner Sicht mit genau den beschriebenen Faktoren zu kämpfen hatte und weiß, wie wichtig eine Durchmischung der gesellschaftlichen Realität im Schulalltag wäre.
Dazu muss ich sagen, dass bewusste Gewalt eine absolute Randerscheinung dargestellt und die Kinder nicht verbal oder körperlich grober sind als Kinder ohne Migrationshintergrund (allein diese Kategorisierung finde ich furchtbar), solang sie hier gut angekommen sind und angenommen werden.
@dysel: Ich finde eine freie Schulwahl an sich nicht schlecht und verstehe natürlich auch das Bedürfnis für sein Kind das Beste zu wollen. Allerdings finde ich diese oft unüberlegte und nicht hinterfragte (!!) Entscheidung für eine Privatschule (weil öffentlich geht gar ned) als Wurzel einiges Übels für die Schulrealität an öffentlichen Schulen und dem allgemeinem Bildungsniveau in Ö. Privatschule ist eben nicht gleich bessere Bildung!

xyungelöst, 20.03. 20:32

@krähe: Weil sie der NMS maßlos überlegen ist! Absolventen der 4. AHS sind NMS-Schülern ca. 2 Jahre voraus. Zumindest bei einem guten Gymnasium ...

krähe77, 20.03. 20:37

xyungelöst,
das ist definitiv schwachsinn, da in der ersten leistungstufe der lehrplan der gleiche ist.

krähe77, 20.03. 20:39

nochejassa,
danke für deinen beitrag!

homeroid, 20.03. 20:41

>nochejassa - danke!
Und noch dazu - dass die ÖVP das Bildungssystem privatisieren will ist klar, aber ich würde an alle "Mitläufer" doch etwas weitergeben - glaubt ihr, dann bekommt ihr dort alle Amerikanische Schule Qualität?
Oder es wird wie in der Privatwirtschaft - Lehrpersonal mit McJob Bezahlung ausgestattet, die Motivation null, und Ausbildung statt Bildung.
Das haben eure Kinder nicht verdient.
Aber sie haben auch ihre Ausländerfeindlichkeit, die ihr offensichtlich, ohne es überhaupt zu bemerken, täglich auslebt, nicht verdient. Diese "Qualität" kann man nur Zuhause erlernen, und dann selber zum Problem machen.

nochejassa, 20.03. 20:43

@xyungelöst und aus welchem grund ist diese Bildungsdiversität erstrebenswert? da sind wir wieder beim befürworten der vererbung von bildung, aber nur weil man auf der "richtigen Seite" der Gesellschaft steht...quasi von oben nach unten betrachtet!

xyungelöst, 20.03. 20:45

@krähe: klar ist der Lehrstoff sogar in der gesamten Unterstufe der Gleiche, aber du kannst mir glauben, sämtliche Vergleiche ergeben das plus zusätzlich noch das Feedback von Schülern, die knapp am Ende der Vierten AHS aus notentechnischen Gründen in die NMS wechseln ... Was glaubst warum die lernbegabten Kinder alle in die AHS gehen ... weil in der NMS nix weitergeht ... sowohl vom Tempo her als auch von der Tiefe.

krähe77, 20.03. 20:49

xyungelöst,
die wechsler wollen einfach nur die pflichtschulzeit so bequem wie möglich hinter sich bringen, und es sieht im abschlusszeugnis allemal besser aus in der dritten leistungsgruppe eine eins oder zwei zu haben, als in der ahs eine 4 oder 5.

xyungelöst, 20.03. 20:49

@nochjessa: weil es Kinder gibt, die einfach schneller und/oder besser lernen als andere ... warum soll man denen Steine in den Weg legen??? Die versumpern in einer NMS komplett. Fördern durch Fordern - und es gibt Kinder, die sind in der NMS schon gefordert - und andere brauchen andere Herausforderungen ...

xyungelöst, 20.03. 20:51

@krähe ... ich kenne die Motivation der Wechsel eh ... und nachdem die NMS für die dann NULL Herausforderung bietet vom Leistungslevel her, versteh ich es auch. Ändert aber nix daran, dass die Schule weit hinter der AHS hinterherhinkt.

aberhallo1, 20.03. 20:54

@xyungelöst
was du gesagt hast, halte ich persönlich für einen absoluten, populistischen Blödsinn und stimmt nicht überein mit den Erfahrungen von Lehrern einer Oberstufe (BHS), in welche sowohl Gymnasial- als auch NMS SchülerInnen aus verschiedenen Bundesländern wechseln...
Unterschiede zwischen einzelnen Schulen werden festgestellt, GymnasialschülerInnen sind oft recht gute Schüler, öfters aber auch das absolute Gegenteil. Es sind eher die Unterschiede zwischen einzelnen Schulstandorten sehr groß. Und auch Schüler aus alternativen Schulen (Waldorf, Montessori) haben es MANCHMAL besonders schwer, manche schaffen den Umstieg nur sehr schwer oder gar nicht... Besonders z.B. aus Wien zeigen GymnasialschülerInnen oft schlechtere Leistungen als viele NMS SchülerInnen...
... dies sind natürlich nur subjektive Erfahrungen von einzelnen Lehrpersonen - dafür aber sicherlich nicht gefakte...

solltest du Studien haben, die das belegen würden, was du geschrieben hast ("sämtliche Vergleiche ergeben das "), wären Quellenangaben dazu interessant.

nochejassa, 20.03. 21:01

@xyungelöst...natürlich stimmt was du sagst, leistungsmäßig kann man nicht alle Kinder über einen Kamm scheren. Aber das Modell bei einer (theoretischen) tatsächlichen Abschaffung der Unstufen-AHS bedeutet ja nicht das System NMS beizubehalten, sondern das Schaffung einer Gesamtschule, mit entsprechenden leistungsdiversen Angeboten und Förder- sowie Forderprogrammen. An so einer Schule würden NMS und AHS Lehrer gemeinsam arbeiten. Ich bin ehrlichgesagt nicht ganz bewandert mit genauen Konzepten wie das ausschauen sollte (wenn die Politik solche konkreten theoretischen Konzepte überhaupt schon vorgelegt hat), allerdings verstehe ich diese Angst vor einem Bildungsabfalls im Bezug auf die Einführung einer gemeinsamen Schule bis 14 Jahre nicht. Es zeigen Modelle in anderen Ländern, dass ein späterer Schulwechsel Vorteile aufweist, die nicht von der Hand zu weisen sind.
Natürlich muss Schule dann anders gedacht werden, ob wir in Ö aber so weit sind, bezweifle ich stark. Die Idee finde ich aber gut.

xyungelöst, 20.03. 21:06

@aberhallo: das ist kein Unfug: Zum einen machen viele Schüler aus der NMS, die in eine BHS wechseln, durch Fleiß einiges wett, und natürlich gibts auch AHS-Flüchtlinge, die Nieten sind. Aber in den ganzen BHS wird im ersten Jahr nochmals Stoff der 4. Klasse gemacht um alle auf ein Niveau ungefähr zu bringen. Und bitte komm nicht mit Gymnasien aus Wien, die sind kein Maßstab. Ich hab einen NMS-Abgänger, der ins Gym gwechselt ist, der ist fleißig, aber dem fehlt sehr viel an Wissen, weil einfach viel ausgelassen wird in der NMS ... Bifie-Testungen der 4ten Klasse belegen das Defizit der NMS-Kinder.

xyungelöst, 20.03. 21:08

@nochejassa: Vergleiche aus dem Nachbarland zeigen deutlich, dass Kinder aus dem Gymnasium immer besser abschneiden als Kinder aus Gesamtschulen.
Die Differenzierung im Unterricht ist doch gar nicht umsetzbar. Letztendlich ist es niemals so, dass die Guten die Schwachen mitziehen - die Guten checken irgendwann, dass sie mit weniger Aufwand auch noch gut sind, und die Abwärtsspirale beginnt.

bill47, 20.03. 21:19

@nochejassa

Also ich finde es hoch OK, wenn Eltern das Schicksal ihrer Kinder wichtiger ist als sie am Altar der genealogischen Durchmischung zu opfern.

nochejassa, 20.03. 21:20

@xyungelöst Differenzierung im Unterricht ist umsetzbar! Nur nicht, wenn nur ein Raum und eine Lehrperson vorhanden ist. Eine Öffnung, weg von festen Klassenverbänden und 50-Minuten-Unterrichtsstunden, um nur zwei Beispiele zu nennen! Schule gehört neu gedacht...ich sehe in Österreich dafür aber eher schwarz (auch politisch)!
Und ich aus meiner Sicht in der VS kann nur sagen, dass es sehr wohl so ist, dass "Schwache" sich an "Guten" orientieren und nicht umgekehrt...ob dem die Pubertät in der Folge einen Strich durch die Rechnung macht ist wieder eine andere Geschichte!

reservebuddha, 20.03. 21:23

"Also ich finde es hoch OK, wenn Eltern das Schicksal ihrer Kinder wichtiger ist als sie am Altar der genealogischen Durchmischung zu opfern."

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Der "Altar genealogischer Durchmischung". Wer hat diesen Schwachsinnsbegriff geprägt? Und was hätte dieser ohnehin nicht existente Altar mit dem Schicksal von Kindern zu tun?

xyungelöst, 20.03. 21:27

Ich frage mich, warum man ein super Schulsystem (bis Ende 80er) sukzessive zerstören musste und es weiterhin macht.
Und ich sage dir aus Erfahrung, dass sich die Schwachen nicht an den Guten orientieren - die Guten werden zum Einen von den besonders Originellen fertiggemacht und zum Anderen liegt es in der Natur des Menschen, den Aufwand zu reduzieren ... warum soll ich besonders viel Lernen um ne Eins zu bekommen, wenn es ein Anderer mit weniger erbrachten Leistung auch zu ner Eins bringt. Hier kann man den Kids nicht mal nen Vorwurf machen. Man müsste eben das Niveau wieder anheben und die Notenskala von 1 bis 5 ausschöpfen, und nicht nur 1 bis 3 verteilen, wobei 3 eh nur der bekommt, der grad allein in die Schule findet. Leider ist Leistung nicht mehr 'in'. Letztendlich ist eine gymnasiale Unterstufe für niemanden ein Hindernis, darum muss sie bestehen bleiben.

nochejassa, 20.03. 21:28

@bill47 Das ist halt eine Grundsatzfrage der Haltung dazu. Das Empfinden ein Kind zu "opfern" wenn ich es an eine öffentliche Schule gebe, finde ich halt sehr arg gedacht und einfach nicht nachvollziehbar. Dann aber bitte nur nicht über das schlechte allgemeine Bildungsniveau, die nicht gut integrierten Parallelgesellschaften und die ach so schlechten Schulen und Lehrer beschweren, bitte!